Beiträge von dragonwog

    Du möchtest mich nicht verstehen. Ich kenne die Trainingsmethoden und ich kenne auch von diversen anderen die Trainingsmethoden. Und nur weil die Hunde da in neubauten sitzen bzw vor sich hin vegetieren und schlecht behandelt werden, macht es das nicht besser.

    Nochmal ich sage absolut NICHT das die Hhf besser ist. Ich finde es aber schlimmer aufgrund dessen, dass sich andere Tierheim/Tierschutzverein schimpfen und die Tiere es dann be******* haben.

    Nicht nur in der Hhf läuft es anders wenn Kameras aus und Besucher weg sind 😉

    OK ja, da bin ich ganz deiner Meinung

    Dass grundsätzlich in der Szene viel schiefläuft, steht außer Frage. Aber ich sehe da keinen als "definitiv besser oder schlechter" von denjenigen, die sehr viel..Dreck am Stecken haben. Deswegen bin ich mittlerweile auch für die Euthanasie von Hunden, die Menschen stationär gebissen haben und nicht mehr in ihrem "Zuhause" bleiben. Die Tiere werden dann von Einrichtung zu Einrichtung hin und hergereicht und gut geht es den wenigsten. Schöne hübsche Fotos für Insta und FB, das können sie gut.

    dragonwog das ist schön, dass du andere Seiten kennst. Ja ich kenne auch Tierheime die es vernünftig machen aber eben auch diverse die dies nicht tun. Ja in der Gruppenhaltung kann sowas passieren. Wenn allerdings in regelmäßigen Abständen so etwas passiert wo es vorhersehbar war oder z.B. 1 Hund einen Maulkorb trägt und von 6 anderen ohne Mauli dann zerbissen wird und ach da könnte man Storys schreiben was ja auch niemanden weiter bringt. Darum gehts hier ja auch eigentlich gar nicht aber nein ich kenne die Hhf nicht nur aus Medienberichten.

    Kennt ihr sie alle persönlich? Oder warum ist das so wichtig?

    Ich sage ja auch nicht das da alles richtig läuft und natürlich muss dort gehandelt werden ABER ich sehe da an ganzen anderen Stellen und Vereinen noch deutlich mehr Handlungsbedarf und ich bin für den ein oder anderen froh, dass er dort hin zurück kehrt.

    Ok also es ist schlimmer, wenn ein Hund in einem anderen Tierschutzverein totgebissen wird als in der HFF. Die Logik verstehe ich nicht. Und ja, ich finde es schon wichtig wenn man direkte Vergleiche anstellen will zu wissen, wie sie trainiert. Und zwar wenn die Kameras aus sind. Spielst du auf den in einem externen Tierheim zerbissenen Hund der HHF an?

    Nee sorry, hab auch ne Weile im Tierschutz gearbeitet und genau in der "Branche", sprich beißvorfällig gewordene Hunde, die Ewigkeiten Dauermaulkörbe etc. tragen müssen bis sie einigermaßen handelbar sind. Ich bezweifle, dass du den Umgang und die Gegebenheiten in der HHF kennst und somit determinieren kannst, wie viel schlimmer andere Vereine sind. Ja in Gruppenhaltung kommt es zu todgebissenen Hunden, das ist dort auch schon vorgekommen, also ein schlechter Vergleichsmaßstab. Welche genauen Kenntnisse der HHF führen dich dazu festzulegen, dass es woanders "deutlich schlimmer" abläuft? Medienberichte?

    Ich sehe gerade, die Beschreibung von den Dozenten ist auch auf der HHF Seite zu finden

    Ah, danke. Ist aber wirklich wie ich mir dachte: Einfach anders zu erklärendes Verhalten (Hund schnappt bei Berührungen am Kopf? Hund findet das doof und hat gelernt, sich so aufdringliche Menschen vom Leib zu halten) wird unter einem schwurbeligen Oberbegriff zusammengefasst, damit man eine vermeintliche Diagnose stellen und die anschließend therapieren kann.

    Also jein, einen statusaggressiven Hund könnten fremde Personen laut deren Definition problemlos auf dem Kopf herumtatschen.

    Ich sehe gerade, die Beschreibung von den Dozenten ist auch auf der HHF Seite zu finden

    Zitat

    Status aggressiv heisst, dass der Hund in der Beziehung zu seinem Menschen, also seiner Bezugsperson, seine Stelle innerhalb des sozialen Gefüges im Zusammenleben mit seinen Haltern in Frage stellt. So werden zum Beispiel als selbstverständlich angenommene körperliche Interaktionen wie ein Berühren am Kopf des Hundes, z.B. beim Streicheln, von diesem, mit einem Knurren oder direkten Wegschnappen quittiert . Oder aber auch bewusst Liegeflächen (Sofa, Bett, Teppichläufer) oder Ressourcen (Spielsachen, Wassernapf etc.) vom Hund eingesetzt um sich dort gegen den Halter durch zu setzten und den eigenen Rang darzustellen.

    https://www.hellhound-foundation.com/hunde/oki/

    Also mir wurde das so erklärt: Statusaggressive Hunde sind nett zu fremden Personen, fremde Personen dürfen alles mit ihnen machen, weil sie keine soziale Beziehung haben. Haben sie einen Sozialpartner wie Besitzer/innen, versuchen sie durch Konflikte ihren Status/ihren Rang zu erhöhen. Während ein Hund mit Ressourcenaggression immer sein Futter verteidigen würde wegen des Futters, verteidigt der statusaggressive Hund das Futter um den Menschen zu zeigen, dass er willkürlich entscheiden kann. Während er sich an einem Tag bürsten lässt, entscheidet er am nächsten Tag dass er das nicht möchte, um auch mit dieser Willkürlichkeit seinen Status zu demonstrieren. Von fremden Personen hingegen würde er sich bürsten lassen.

    Hm. Das klingt interessant, danke dafür. Aber wo soll denn da der evolutionäre Nutzen sein? Ein futteraggressiver Hund verteidigt eine lebensnotwendige Ressource. Das ergibt Sinn. Ein territorialer Hund verteidigt sein Jagdrevier bzw. genetisch angezüchtet ein vom Besitzer festgelegtes Revier. Auch das ergibt Sinn. Aber diese Statusaggressivität klingt nach arg menschlichen Machtspielchen, die einem so simplen Geschöpf wie dem Hund nur hinderlich wären, unnötig Energie verbrauchen, unnötige Konflikte schaffen usw. Also ausschließlich Nachteile haben. Ich weiß, du gibst hier nur wieder, was dir so erzählt wurde, aber auf den ersten Blick klingt das für mich nach küchenpsychologischer Vermenschlichung eines Verhaltens, das auch anders (und einfacher) zu erklären wäre.

    Ich habe diese Frage auch ein paarmal auf Seminaren gestellt und Antwort war, dass es in der hierarischen Natur des Hundes liegt, im Sozialverband nach oben zu steigen bzw. dass bei statusaggressiven Hunden das Streben nach Status hypertroph ausgebildet ist

    Da hätte ich auch eher auf Territorial getippt, weil auch der Briefträger einfach ins Bild passt, der sich unerlaubt aufs Territorium des Hundes begibt.

    Statusaggressive Hunde würde ich dahingehend charakterisieren, dass sie völlig harmlos wirken, solange sie sich in ihrer Stellung im Rudel nicht bedroht fühlen. Und man möge mich korrigieren, aber das sind für mich tendenziell eher in höchstem Maße unsichere Hunde, als wirklich das, was man unter dominant verstehen würde.

    Das wären für mich also Kandidaten, die auf Blicke, Gesten, Körperhaltung, Stimmlage reagieren. Und deren Reaktion dann vollkommen inadäquat zum Auslöser ist. Also quasi der Bedroher, der sich zu forsch nähert wird nicht nur vertrieben sondern unschädlich gemacht, sprich verletzt oder getötet.

    Und hier wird es kniffelig, weil so eine subjektive „Bedrohung“ objektiv gesehen im Großteil aller Fälle keine sein dürfte, sondern nur so eingeschätzt wird.

    Aber das wäre mein Verständnis

    Also mir wurde das so erklärt: Statusaggressive Hunde sind nett zu fremden Personen, fremde Personen dürfen alles mit ihnen machen, weil sie keine soziale Beziehung haben. Haben sie einen Sozialpartner wie Besitzer/innen, versuchen sie durch Konflikte ihren Status/ihren Rang zu erhöhen. Während ein Hund mit Ressourcenaggression immer sein Futter verteidigen würde wegen des Futters, verteidigt der statusaggressive Hund das Futter um den Menschen zu zeigen, dass er willkürlich entscheiden kann. Während er sich an einem Tag bürsten lässt, entscheidet er am nächsten Tag dass er das nicht möchte, um auch mit dieser Willkürlichkeit seinen Status zu demonstrieren. Von fremden Personen hingegen würde er sich bürsten lassen.

    Ich habe bisher einmal einen Hund am eigenen Leib erlebt, den ich als statusaggressiv bezeichnen würde. Ich glaube also, das gibt es, aber sehr selten. War ein damals elfjähriger Sennenhundmix. Der fand, dass ich in seinem Garten einen auf dicke Hose gemacht habe (Spielzeug von meinem Labbiurlaubshund, der der Hund meiner Freunde war. Sam war der Hund von den Eltern) beansprucht. Hat sich das im Garten noch kommentarlos angesehen. Als ich im Haus auf dem Sofa saß, kam er an, legte den Kopf auf mein Knie und fixierte mich. Ganz direkt, ohne Knurren, aber mit deutlicher Körperspannung. Mir ist eine Gänsehaut den Rücken hoch. Ich wusste, wenn ich jetzt eine falsche Bewegung mache, zeigt er mir, wo der Bartel den Most holt. Grade, dass ich noch atmen durfte. Ich hab den Kopf weggedreht und gebeten, dass die Besitzer den Hund von mir wegholen und in den Garten packen. Die sahen die Situation nicht so wie ich, als ich hinterher erklärt hab, warum ich sie gebeten habe, den Hund wegzubringen. Ich hab sie dann gefragt, ob der Hund schon mal gebissen hat. Eigentlich nie, war die Antwort. Nur einmal den Postboten, als der einfach aufs Grundstück gelatscht ist. Der Hund war nicht kopflos aggressiv, der wusste genau, was er tat und aus seiner Sicht hat er ganz folgerichtig gehandelt. Das habe ich so vorher nie und seither nie wieder erlebt.

    Also sorry, Kopf auf die Beine auflegen um Bewegung von Gästen zu kontrollieren ist doch ein absoluter Klassiker von territorialen Hunden (und einen Situation aus der ständig Beisvorfälle entstehen)

    Ein spezielles "wording" ist ja nun nichts, was Vanessa Bokr für sich gepachtet hat. Das haben andere Trainingsrichtungen auch und sind dabei meistens auch (wenn überhaupt) nur halb so "wissenschaftlich", wie sie das gerne hätten.

    Jo, das gibt's ja eigentlich in jeder Richtung. Statusaggression ist aber halt das distinktive Merkmal vom Canissprech. IB dann eher Cumcane usw.