Beiträge von dragonwog

    Eund Bekannte hat einen rumänischen Hund, der per werkseinstellung nicht an der Leine zieht, zuverlässig auf den Rückruf hört weil allein soziale Zuwendung so eine große Belohnung ist und eigentlich nie Fehlverhalten zeigt. Warum sollte der Hund jetzt zwangsläufig mit positiver Strafe für eine "solide Erziehung" konfrontiert werden?

    Solange der Hund super hört, verstehe ich die Frage nicht.

    Warum einen Hund bestrafen, der kein Fehlverhalten zeigt.

    Du hast geschrieben, dass es blöd ist, wenn das Verhältnis in ein Extrem rutscht. Je nach Hund können aber Extreme auch eben potenziell nicht "blöd" sein sondern von Vorteil für die jeweilige Lebensqualität (in beide Richtungen)

    Und trotzdem entscheidet man sich in der Erziehung bewusst über Anteile und steuert Aktiv, wie viel Belohnung und Bestrafung verschiedenen Verhaltensweisen folgen.

    Tja, wer unter Laborbedingungen lebt, jedes Verhalten, jede Bewegung, je Aktion und Reaktion zu 100% 24h bewusst steuert - natürlich, da ist dann 100% der Erziehung gesteuert.

    Da das aber bei den wenigsten Menschen zutreffen dürfte, denn immerhin sind es Menschen, bleiben da die anderen 17282929 Momente im Alltag, in denen Hund lernt, ohne dass Mensch eigentlich bewusst erzieht.

    Was ist das für ein Quatsch mit 100 Prozent? Zu den Umweltvariablen gehört halt auch der Mensch

    Und er betont in der Folge wie gefährlich positive Verstärkung sein kann. 🙄

    Dabei ist Strafe viel gefährlicher… 🙄

    Was genau meinst du mit „gefährlicher“?

    Weder Belohnung noch Bestrafung ist gefährlich. Für eine solide Erziehung braucht’s beides im richtigen Verhältnis.

    Blöde wird’s, wenn das Verhältnis nicht passt, bzw. man ins extreme in die eine oder in die andere Richtung rutscht.

    Eund Bekannte hat einen rumänischen Hund, der per werkseinstellung nicht an der Leine zieht, zuverlässig auf den Rückruf hört weil allein soziale Zuwendung so eine große Belohnung ist und eigentlich nie Fehlverhalten zeigt. Warum sollte der Hund jetzt zwangsläufig mit positiver Strafe für eine "solide Erziehung" konfrontiert werden?

    Und trotzdem entscheidet man sich in der Erziehung bewusst über Anteile und steuert Aktiv, wie viel Belohnung und Bestrafung verschiedenen Verhaltensweisen folgen.

    Haha, hochqualifizierte Tierpflegerinnen (muss ja, da die Hunde eingeschätzt und gehandelt werden sollen) gesucht auf Mindestlohnbasis. Ist klar...und natürlich ein flexibles Arbeitsende, weil die Hunde müssen ja auch zum Tierarzt...am Ende ist das quasi jeden Tag der Fall... Also die Stellenausschreibung ist doch einfach lächerlich. Aber gut, das ist kein isoliertes Problem der HHF

    Bei Hunden, die den Kontakt gewohnt sind bei der Begrüßung, ist der Stresslevel höher, wenn das auf einmal wegfällt. Also das ist im Prinzip das Resultat der Studie. Daher ist eine allgemeine Ableitung was gut/schlecht ist, nicht möglich, denn natürlich führt Frust zu Cortisolspikes.

    Das ist ein guter Punkt. Man nimmt ihnen ja etwas weg, was sie vorher vermutlich als angenehm empfunden haben. Und das ist rein formal eine Strafe.

    Jein, Extinktion

    acidsmile danke für das teilen deiner Erfahrung:)

    Habe von einer Studie gelesen laut der der Cortisolspiegel beim Hund schneller sinkt, wenn man Kontakt (verbal/körperlich) aufnimmt. Bin mir daher unsicher ob ignorieren der richtige Weg für uns ist.

    Bei Hunden, die den Kontakt gewohnt sind bei der Begrüßung, ist der Stresslevel höher, wenn das auf einmal wegfällt. Also das ist im Prinzip das Resultat der Studie. Daher ist eine allgemeine Ableitung was gut/schlecht ist, nicht möglich, denn natürlich führt Frust zu Cortisolspikes.

    Ich glaube nicht, dass man als Trainer zwingend Rassespezialist sein muss.

    Letztlich sind’s alles Hunde, alle lernen ja doch irgendwie nach den selben Gesetzen.

    Nicht "Rassespezialist" aber ein Grundwissen über unterschiedliche Hundetypen sollte vorhanden sein. Es gibt da ja halt für die Grundprobleme, die du aufzählst, Grenzen und Besonderheiten, die rassespezifisch sind. So spinnen sich Hütehunde, gerade aus Arbeitslinien, halt superschnell ewige Verhaltensketten, die mit minimaler Belohungsvalenz (reicht teils schon anschauen) aufrecht erhalten werden, während man bei anderen Hundetypen stumpf belohnen und abbrechen kann (in der Tendenz, natürlich gibts Ausreißer).

    Zitat

    Auch sollte man natürlich den Hintergrund und die Aufgaben der Rassen kennen, da sich dadurch ja häufig Problemverhalten ableitet.

    Genau das eben...