Ich strafe auch. Positive Erziehung hat auch Grenzen und Konsequenzen. Aber ich mache etwas anderes, als den Hund körperlich zu maßregeln. Zum Beispiel beim Welpen und Junghund, der in die Hose schnappt, entziehe ich mich dem Hund. Ich trete auf die Leine, und warte, bis der Hund etwas erwünschtes zeigt- oder gehe durch ein Babygitter und schließe es eine Weile. Das Beispiel der Gewaltlosen Kommunikation ist aber auch gut, da sehe ich mich in ferner Zukunft.
Beiträge von Nefeli
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Ich habe früher intuitiv und nach allen Lernquadranten erzogen und trainiert. Für mich und meine Hündin kommt heute positive Strafe nicht in Frage, da dies deutlich über Schmerz, Angst oder Unbehagen geschehen muss, damit der Hund effektiv etwas nicht mehr macht. Körperlichkeiten fallen damit weg. Ich muss aber zugeben, dass ich, als meine Hündin unverhofft ins Hetzen durchgestartet ist, mich aktiv versteckt habe. Also Angst erzeugt, damit das Verhalten abnimmt. Auch die negative Verstärkung benutze ich ungern. Ich locke, ich fange Verhalten ein, shape, kontrolliere das Setting und vermeide, dass mein Hund sich selber mit unerwünschten Verhaltensweisen belohnen kann und hindere sie am Erfolg. Somit wird das, was man nicht will,mit der Zeit gelöscht oder kann gut gemanaged werden. All das, was ich will, wird verstärkt. Dabei ist die Geschwindigkeit des Lernens für mich zweitrangig. Für mich ist der Weg das Ziel und ich reflektiere viel. Aber....Aus meiner Erfahrung heraus lernt Nefeli sogar schneller, ihr genetisch veranlagtes Jagdverhalten zu kontrollieren, als Dschinn ( der Vorgänger) je etwas zuverlässig gelernt hat ( mit allen Arten des Lernens) weil sie ungehemmt Verhalten zeigen darf und sich ausprobieren kann. Weil ich sie unterstütze und helfe, sich zu regulieren, und nicht einfach verbiete. Beispiel: ich biete Alternativverhalten an, und gestalte es so, dass es lohnender ist, als das unerlaubte Verhalten zu zeigen. Wieso trainiere ich positiv, obwohl es länger dauert, anstrengender für den Menschen sein kann und nicht immer den perfekten Gehorsam bringt? Weil es für mich nicht nur auf Gehorsam ankommt. Es kommt darauf an, dass der Hund ein schönes Leben mit Verständnis und Vertrauen leben kann. Das habe ich beim ersten Hund hinten angestellt, weil mir Freilauf und Kommandos sehr wichtig waren. Weil ich Druck hatte, ein "Kaliber" zu führen ( Cane Corso Mix), der sich nicht mit jedem versteht und nach vorne gehen kann. Und als er plötzlich alt war, habe ich meine Art, zu erziehen, sehr bereut. Ich habe angefangen, auf die jetzige Art mit ihm zu trainieren und er ist die letzten Jahre aufgeblüht. Es gibt einfach viel mehr, als nur " Kommando" und "richtige Ausführung". Ich gehe da gerne in die Tiefe rein, na klar ist es nicht für jeden was.
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Ich habe als Kind und Erwachsene immer gerne Rasseportraits gelesen. Irgendwann habe ich aber gemerkt, dass besagte Wesensbeschreibungen vor allem im Netz, aber teilweise auch beim Züchter eher Werbung und Idealvorstellung als Realität sind. Bei meinem ersten Hund hätte mir unglaublich gut getan, zu wissen, was auf mich zukommt- ohne Schnörkel wie: lernt schnell ( gutes Benehmen, aber auch Quatsch), zielstrebig (überlegt drei Mal vorher, ob es sich lohnt, direkt zu kommen), wachsam und familientreu (stellt Besucher ohne weitere Anleitung) und so weiter.
Mein Hund war ein Cane Corso/ Old English Bulldog Mischling. Natürlich ist es hier wie überall, jeder Hund ist anders... Aber sicherlich bringen einige Rassevertreter auch Merkmale mit, die sich ähneln. Mich interessiert beides sehr, die Stärken, aber auch die "Schwächen", also angezüchtete Merkmale, die für "Probleme"/ Missverständnisse im Alltag sorgen könnten.
Ich fange an: Nefeli, meine Pudeldame, ist sehr sensibel. Ein zweischneidiges Schwert, da sie zwar schnell eine Bindung eingehen kann, aber vorher ganz genau beobachtet, wem sie vertrauen kann, und wem nicht. War jemand zu laut und hektisch, hat sie als Welpe einen weiten Bogen gemacht. Sich schnell erschrocken. Sie merkt sich, wenn sie jemand zu etwas zwingt und macht dicht. Gleichzeitig versucht sie sehr, richtige Entscheidungen zu treffen, um gelobt zu werden. Wenn man ihr die Wahl lässt, macht sie oft toll mit.
Sie reagiert auf schnell bewegende Reize, gerade am Anfang ist sie bei Autos und Radfahrern, sowie Rollern in die Leine gegangen, und wurde schnell frustig. Sie hat stark ausgeprägtes jagdliches Interesse, ist aber auch in hoher Reizlage mittlerweile immer öfter lenkbar. Was am Anfang aber ganz anders war.
Sie hat einen riesigen Radius im Freilauf! Und fährt draußen richtig schnell hoch- wobei sie im Haus eher an eine träge, riesige Hauskatze erinnert

Also ein vollwertiger Jagdhund, trotz des Schoßhund- Klischees. Außerdem höre ich von vielen Pudelbesitzern, dass ihr Hund mäkelt, Allergien oder Unverträglichkeiten hat, zu Ohrenentzündungen neigt.... Also auch gesundheitliche Probleme. Darauf will ich jetzt nicht so sehr eingehen, aber die innere Nervosität, die ich beschreibe, kann sicherlich auch dadurch begünstigt werden.
Ich bin sehr gespannt, was eure Rassen (- mischungen) so an typischen Wesenszügen mitbringen.
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Ok, war das unhöflich und ungebeten. Missionierung lässt einem keine Wahl, und obwohl ich Aversionsbasierte Erziehung selbst nicht gutheiße, biete ich eine hilfreiche Alternative, weder " Wattebauschig" ist noch esoterisch, sondern wissenschaftlich basiert und effektiv. Wenn der Fragesteller selbst kein Interesse daran hat, kann man mich ignorieren. Ich schätze aber, l`eau braucht keine Märtyrer, die an seiner Stelle neue Mitglieder kleinmachen
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Wie finde ich einen guten Hundetrainer, der mir hilft, manche Kommandos aversiv abzusichern? Ich find beim Googeln entweder "Wattebausch"-Hundetrainer oder solche mit seltsamen Rudelführer-Ideologien oder welche mit relativ nichtssagenden Homepages...
Ich habe kein Interesse, zu missionieren. Aber aus meiner Erfahrung gibt es immer eine Alternative für aversives Training. Dennoch aus Interesse - wieso soll genau so gearbeitet werden? Um welches Verhalten geht es und was ist dir in dieser Situation wichtig? Eventuell wäre ein Thread wirklich besser, weil man dort ausführlicher auf dein Problem eingehen kann. Ich kenne einige gute Hundetrainer. Also pauschal könnte ich jetzt Green und Red Flags aufzeigen, aber ich würde gerne auf deine konkreten Wünsche eingehen.
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Aus VDH- Wurf in Bonn sucht ehemals Aphrodite vom Blessinghof, jetzt Nefeli- eine am 20.12.2024 geborene schwarze Großpudelhündin- ihre Geschwister. Ganz besonders würde ich mich über Austausch freuen, wie sich die Kleinen entwickelt haben, ob sie eine bestimmte Ausbildung genießen und eventuell über ein Treffen.
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Es wäre wirklich schön, in einem böllerfreien Gebiet zu wohnen! Leider böllern und schießen die Jugendlichen und teils Kids seit ca. Einer Woche bei uns, vor allem Abends. Gestern morgens beim Gassi gab es sogar im Gewerbegebiet ein Feuerwerk! Leider für mich, ich mag es gar nicht. Nefeli hat manchmal eine kleine Schrecksekunde, und ich habe verpasst, mit ihr in der Welpenzeit an Ton- Aufnahmen und am Tontauben Schießplatz zu üben. Zum Glück ist sie aber taff, und ich schmeiße seit dem es knallt jedes Mal Fäuste voll Leckerlis umher, und wir machen Such- Party
das hat enorm geholfen und jetzt kommt sie an der Schleppleine jedes Mal angeflitzt, wenn es knallt. Ich hoffe, ich kann nächstes Jahr dann gezielter daran arbeiten, dass sie sich gar nicht mehr erschreckt.