Beiträge von Nefeli

    Ein Hund lernt immer im Kontext und verbindet die Emotionen, die durch Positive Strafe entstehen, auch mit dem Ausübenden. Er assoziiert also die Strafe mit dem Halter. Ich möchte kein Meideverhalten mir gegenüber. Aber auch Klammerverhalten ist möglich. Finde beides schlecht.

    Dann sind Timing und Aufbau etc einfach völlig unpassend - wenn ich irfgendein Verhalten sauber aufgebaut habe und der Hund das verinnerlicht hat und sich dann eines schönen Tages überlegt, er könnte ja auch was tolleres machen und ich dann strafe, dann verbindet der Hund die Strafe mit seinem Verhalten und nicht mir mir!

    So habe ich es bisher überall gelernt. Auch bei der Ausbildungsstätte ( ich war bei zweien), die nach allen Lernquadranten trainiert und erzieht. Ich habe ja schon hier irgendwo vom CER nach Pawlow gesprochen. Das greift halt auch hier, wobei ( noch mehr in die Tiefe gehend) ja, manchmal verknüpfen Hunde es "richtig", vor allem wenn sie nicht wissen, dass der Halter straft.

    Aber wenn sagen wir Mal der Hund gerne Schafe aufscheucht und in den Elektrozaun rennt, wird nicht immer die Strafe des Schlags mit dem Hetzen verbunden. Manchmal ist es die ortsbezogene Stelle, manchmal das Schaf, manchmal was ganz anderes. Das ist von Hund zu Hund verschieden und muss individuell betrachtet werden.

    Timing und Intensität müssen beim Strafen perfekt sein, sonst gibt es oft Fehlverknüpfungen. Ich maße mir persönlich nicht an, immer perfekt im Timing zu sein.

    Fehlveknüpfungen kann ich belohnungsbasiert genau so schnell auftrainieren

    Stimmt. Aber dafür sind die unterliegenden Emotionen andere. Nämlich bei der Pos. Bestätigung Freude. Das heißt, habe ich ein grottenschlechtes Timing und belohne den Hund für Bellen, kann ich im Nachhinein immer noch ein Kommando drunterheben und habe ihm Bellen auf Kommando beigebracht. Und das Bellen für Aufmerksamkeit,so nenne ich es hier einfach, kann man durch Ignorieren wieder vermindern.

    Und wenn man meinen ersten Post liest, sieht man, dass ich einen Gebrauchshund hatte

    Welcher soll das sein? Der Pudel oder der Mix?

    Der Cane Corso Mix. War doch ursprünglich und heute noch in Italien ein Hof- und Schutzhund.

    Ich sehe es ganz kritisch, wenn man Zitate völlig anders interpretiert, als sie gemeint sind, um dann die Berufswahl eines Fremden zu hinterfragen. Es gibt haufenweise spezialisierte Hundetrainer auf dem Markt, kein Mensch muss alles beherrschen. Und wenn man meinen ersten Post liest, sieht man, dass ich einen Gebrauchshund hatte, und strafen kann, vor allem nach deiner Definition, dass es nicht perfekt sein muss. Ich hasse es aber und lerne lieber stetig dazu, wie man etwas alternativ löst, als immer das zu tun, was man immer so getan hat.

    Gersi das Konzept ist das einer "Auszeit" zum Runterkommen. Anstatt "au", würde ich eher eine Ankündigung geben, dass ich jetzt gehe. z.B. "Time- out". Die Hunde, bei denen ich es bis jetzt so gemacht habe, haben es innerhalb von ca. 5-10 Wiederholungen verstanden. Man kann es auch modifizieren. Auch den Hund selbst kann man irgendwo hin bringen, zB auf seinen Platz. Bei meinem Vorgängerhund habe ich damit sogar Aggressionsverhalten gegenüber Besuch unterbunden, und irgendwann wollte er von sich aus dort hin, wenn jemand kam, jedoch aus anderen Gründen, nämlich weil er seine Ruhe brauchte. Ich will damit sagen, der Hund verbindet nicht das Drübersteigen übers Gitter erst mit seinem Verhalten, sondern schon die Ankündigung, und den darauf folgenden Abbruch des Spiels. Das ist dann negative Strafe. Ich finde aber auch die Möglichkeit, Hosenbein gegen Spielzeug zu tauschen, toll, wie l'eau sagte.


    Zum Meideverhalten..ich sitze gerade "an der Quelle" und würde widersprechen- schon Pawlow stellte fest, dass die Glocke vor der Fütterung mit Speichelfluss der Hunde begleitet wurde. Ein conditioned emotional response genannt. Beim Strafen genauso.

    Co_Co ich sehe Den Vorteil darin, dem Hund körperlich nicht zu schaden, und psychisch zumindest nicht willkürlich. Danke deswegen für die Erklärung vorhin, ich werde mich dahingehend informieren.

    Ein Hund lernt immer im Kontext und verbindet die Emotionen, die durch Positive Strafe entstehen, auch mit dem Ausübenden. Er assoziiert also die Strafe mit dem Halter. Ich möchte kein Meideverhalten mir gegenüber. Aber auch Klammerverhalten ist möglich. Finde beides schlecht.

    Timing und Intensität müssen beim Strafen perfekt sein, sonst gibt es oft Fehlverknüpfungen. Ich maße mir persönlich nicht an, immer perfekt im Timing zu sein.

    Ein Hund, der (noch) nicht alleine bleiben kann, hat massiven Stress, wenn er zur Strafe alleine gelassen wird..

    Mitunter ist die Verletzungsgefahr auch riesig wenn die Welpen zum Beispiel Welpengitter überspringen wollen weil „Begrenzung!!!1!!!1!!!111!!“. Ich Strafe dann lieber als Frust zu stauen und Verletzungen zu riskieren. Bei manch einem konnte man da über Belohnung und Gewöhnung gehen, bei anderen keine Chance die haben so gewütet..

    Ich spreche davon, den Hund nicht alleine zu lassen, sondern durch das Gitter durch zu gehen, aber bei Sichtkontakt zu bleiben. Außerdem spreche ich stets nur aus meiner persönlichen Lebensrealität und Erfahrung, bin kein Züchter von Gebrauchshunderassen, sondern Hundehalter in der Ausbildung zum Trainer. Ich spreche keinem etwas ab, nur weil ich es für mich nicht (mehr) will. Und ich sage auch, der Weg über die positive Schiene ist zeitaufwendiger und erfordert viel Kreativität vom Menschen.

    Hab eben die Definition von "Gewalt in der Erziehung" gegoogelt. Da steht wieder Schmerz, Angst, oder Verletzungen. Psychisch wie körperlich, das stimmt. Aber welche psychischen Verletzungen entstehen, wenn man sich dem Hund kurz entzieht? Damit hindert man ihn meines Wissens nach daran, ein Verhalten zu festigen. Es gibt aber noch feinere Arten, damit umzugehen. Nämlich das Verhalten im Ansatz zu verhindern, indem man zB bei Hosenzwicken Leckerlis vorher schon streut, bevor der Hund aufdreht.

    Ich strafe auch. Positive Erziehung hat auch Grenzen und Konsequenzen. Aber ich mache etwas anderes, als den Hund körperlich zu maßregeln. Zum Beispiel beim Welpen und Junghund, der in die Hose schnappt, entziehe ich mich dem Hund. Ich trete auf die Leine, und warte, bis der Hund etwas erwünschtes zeigt- oder gehe durch ein Babygitter und schließe es eine Weile. Das Beispiel der Gewaltlosen Kommunikation ist aber auch gut, da sehe ich mich in ferner Zukunft.

    Ist halt psychologischer (Stark) Zwang je nach Typ Hund und Ausführung. Gewaltlos ist das auch nicht, es sei denn man reduziert " Gewalt" auf Schmerz-& Schreckreize.

    Ich erlebe Hunde die nur solche "gewaltlose" Art an "Korrktur " kennen oftmals als sehr gestresst und überfordert . Denen fehlt oft ein sicherer Rahmen .

    Woran machst du fest, dass es psychologischer Starkzwang ist? Ich lerne gerne dazu, aber aus meiner bisherigen Sicht war das negative Strafe und Anbieten von Alternativen. Dabei wird zwar Frust ausgelöst, aber Gewalt ist es nicht im Sinne von Schmerz, Angst oder Unbehagen