Beiträge von yane

    Hi Nina,

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    Meine Meinung: Es geht nicht nur um die korrekte Anwendung dieser Hilfsmittel, sondern auch darum wie man korrekt mit Strafreizen bzw. Sanktionen umgeht!

    das sehe ich ein bischen anders.
    Das Wissen um den richtigen Umgang mit Strafreizen ist mE die Grundvoraussetzung für die korrekte Anwendung von Hilfsmitteln, die über Strafreize zum Erfolg führen sollen. Deswegen kann man mMn durchaus sagen, dass es nur um die korrekte/richtige Anwendung dieser Hilfsmittel geht. Man kann sie nur richtig anwenden, wenn man sie richtig einsetzt - richtig nicht nur vom rein physikalischen Handling her sondern auch richtig im Sinne psychologischer, verhaltenskundlicher und lerntheoretischer Aspekte her.

    Das gilt übrigens nicht nur für Strafreize sondern auch für bestärkende Reize. Den rein technischen Aspekt des Handlings (draufdrücken - es macht Click und dann dem Hund ein Leckerlie geben) sollte ja wohl jeder Mensch ohne weiteres problemlos hinbekommen. Aber deshalb kann Mensch damit noch lange keinen Hund erziehen oder ausbilden. Dazu braucht es etwas mehr Wissen als nur Click = Leckerlie.

    Ich denke, Du verstehst, was ich meine, denn grundsätzlich dürften wir gleicher Meinung sein.

    Viele Grüße
    Cindy

    Hi Saskia,

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    Was mich aber stört an der Sache ist das diese Unkenntnis anscheint gleich bei den meißten Leuten vorrausgesetzt wird und daher von diesen Methoden abgeraten wird.

    ich sag's mal so. Wer in einem Forum nachfragen muss, wie er seinem Hund beibringen kann, nicht mehr an der Leine zu ziehen, der hat in meinen Augen einfach nicht die Sachkenntnis, mit Hilfsmitteln wie Halti und Co korrekt umzugehen.

    Ich habe nichts gegen Hilfsmittel. Wenn sie notwendig erscheinen und derjenige, der sie benutzt, damit auch umgehen kann.
    Übernehme ich einen 80 kg Bernhardiner aus Kettenhaltung von Welpe an, der auf alles Fremde mit Angstaggression reagiert, zur Resozialisierung, dann kann notfalls zur Absicherung in den ersten Wochen ausser Maulkorb durchaus auch ein Korallenhalsband (gemeinhin Stachelhalsband) ein sinnvolles Hilfsmittel sein.

    Aber dazu muss man wissen, wie man so was anwendet. Und das lernt man nicht über's Internet.

    Ansonsten stimme ich Angelika zu. Das Arbeiten an der Ursache ist wichtig. Und dazu braucht es in den weitaus meisten Fällen keine Hilfsmittel ausser Halsband, Leine und ggf. Geschirr. Das Wichtigste dabei sind KÖPFCHEN, Wissen, Augen und Ohren.

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    die jenigen die alles andere schin versucht haben, wirklich viel und gut mit ihrem Hund arbeiten und trotzdem nicht genau den Erfolg erziehlen den sie wollen.

    dann sollten sie sich mal überlegen, was sie bis dahin alles falsch gemacht haben. Denn von nichts kommt nichts. Und nur weil jemand viel mit seinem Hund trainiert, heisst das NICHT automatisch, dass er richtig trainiert.

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    Das Problem mit dem gezerre ansich hatte er aber von Anfang an da er ja erst mit 6 Monaten überhaupt das laufen an einer Leine kennenlernte.

    Kein Hund ist als Leinenzerrer geboren. Und das erste Alter, mit dem Hund an der Leine läuft, hat auch nichts damit zu tun, ob Hund zum Leinenzerrer wird oder nicht.
    Sondern das Verhalten, dass er beim ersten Mal an der Leine als "ok" kennenlernt. Soll heissen, wenn er beim ersten Mal Leine dran ziehen darf, sei es als Welpe, Junghund, ..... dann kann er dadurch zum Leinenzieher ERZOGEN werden. So einfach ist das.

    Ok, bei deinem Hund kommt dazu, dass er die ersten Monate Kettenhaltung kennengelernt hat. Dass so ein Hund zum Leinenzieher mutiert, muss man sich nicht wundern.

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    Er sollte lernen das es ein Stück zurück geht wenn er nach vorne prescht.

    Dumme Frage, warum hast Du nicht versucht, ihm beizubringen, dass es toll ist, NICHT an der Leine zu ziehen? Andere Sichtweise bedingt häufig auch anderen Trainingsansatz.

    Und sei mir nicht böse, aber wenn Du 5,5 Jahre lang gut und viel trainiert hast, dann hast Du ganz sicher nicht richtig trainiert, so dass dein Hund verstanden hat, was Du von ihm willst.
    Und wenn dein Hund das Ganze mit Halti in 6 Monaten recht sicher gelernt hat, dann hättest Du das mit entsprechendem Training ganz sicher auch ohne Halti hinbekommen.

    Das Hauptproblem dürfte, wie es meistens der Fall ist, mal wieder beim Timing gelegen haben.
    Die meisten Leute merken nämlich nicht, dass sie immer noch etwas nachgeben, wenn Hund an der Leine zieht. Und wenn es nur die Hand rsp. der Arm ist, der mitgeht. Und genau da liegt dann der Fehler, der bei Methoden wie "stehenbleiben", "rückwärtsgehen" usw. gemacht wird. Den meisten Leuten, auch mir, wird das gar nicht so bewusst, wenn sie nicht wirklich voll konzentriert bei der Sache sind. Und damit kommt es zu einer variablen Bestärkung. Mal hat Hund Erfolg beim ziehen und er kommt etwas weiter, mal ist Frauchen konsequenter, kommt mit dem Timing besser hin und dann kommt der Stop früher.
    Allerdings wird kein Verhalten so fest zementiert wie das, was wir mit variabler Bestärkung "bestätigen".
    Und dann muss man immer noch die allgemeine Inkonsequenz mit einrechnen. Mal hat man einfach nicht die Zeit, die man bräuchte, weil man nen Arzttermin hat oder so. Mal ist man abgelenkt. Mal stört es einen einfach nicht so. ........ .

    Viele Grüße
    Cindy

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    Nun ist es so, das meinem Schwiegerv. nahe gelegt wurde-seinen Hund vor der Prüfung 3-4 Tage -nicht zu füttern, damit der "Suchdrang" auch gewährlestet ist.

    Sag deinem Schwiegervater nen schönen Gruß. Wenn der Hund das nötig hat, dann ist in der Ausbildung aber gewaltig was schief gelaufen. Mehr als schiefgelaufen.

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    Für mich ist das fanatisch und hat mit "Spass an der Freude" nichts mehr zu tuen. Für mich geht das ausschließlich in ein Richtung, die nur noch was mit der eigenen Befreidigung zu tuen hat- Gewinnen wollen-um jeden Preis.

    Für mich ist das was völlig anderes. Das hat nichts mit Fanatismus zu tun, sondern mit "keine Ahnung von Hundeausbildung". Die leben noch hinterm Mond. Aber ganz gewaltig.


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    Eine der Kolleginen-gibt ihren Hund nun zum Zwangsapport, da die 1 1/2 Jährige Hündin nicht ihren Vorstellungen entspricht.

    :zensur:

    zu dämlich ihrem Hund apportieren beizubringen und dann dafür den Hund quälen lassen? Kannst Du O-Ton deinem Schwiegervater so weitergeben.

    Werde mal morgen fragen ob einer Klein Wusch nochmal beim Training filmen kann. Dann kannst Du mal deinem Schwiegervater einen Hund beim Apport vorführen, der rein über positive Bestärkung, rsp. Clickertraining, aufgebaut wurde. Ohne Zwang, ohne Druck, über freies Formen.


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    Wo hört der Sport auf und wo fängt der Fanatismus an????

    Nadine, das Problem ist, dass diese Leute nur zu häufig nicht fanatisch sind.
    Sondern, und das finde ich fast noch schlimmer, die wissen es einfach nicht besser. Den Ausbildern wurde vor zig Jahren beigebracht, wie man Hunde ausbildet. Und seitdem haben sie sich nicht mehr weitergebildet, oder wenn, dann nur in Richtung Althergebrachtes. Und das geben sie immer weiter. So dass die "Neulinge" auch nichts anderes lernen.
    Die Ausbilder betrachten das als normal, weil es für ihre Bedürfnisse funktioniert. Und wenn es mal nicht funktioniert, ist der Hund schuld.

    SO haben sie es früher gelernt. Und DAS steckt noch in den Köpfen.

    Wie gesagt, mit Fanatismus hat das mE nicht viel zu tun.

    Früher glaubten die Leute auch, die Erde sei eine Scheibe. Eben weil sie es nicht besser wussten. Inzwischen haben sie aber gelernt, dass die Erde keine Scheibe ist. Selbst die katholische Kirche hat das inzwischen kapiert :D . Problem dabei ist, je festgefahrener die Meinung, desto schwerer das Umlernen.

    Im Prinzip bräuchten diese Leute jemanden, der ihnen einen gut ausgebildeten Hund vorführt, der ohne Druck, Zwang und sonstige "althergebrachte" Methoden ausgebildet wurde.

    Mit Worten zu überzeugen ist schwer bis unmöglich. Um es mit Goethe's Faust zu sagen: "Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich auch endlich Taten sehen".

    Das ist es woran es bei den modernen Ausbildern durch die Bank noch hapert.

    korrektes HD-Röntgen geht NUR in Narkose. Der Hund kann ohne Narkose gar nicht richtig gelagert werden, um eine korrekte Aufnahme zu machen. Oder lässt sich dein Hund auf den Rücken legen und die Hinterbeine so weit durchstrecken, dass sie nahezu auf gleicher Höhe mit der Wirbelsäule in Verlängerung derselben liegen? Wage ich zu bezweifeln. Eine solche Entspannung der Muskulatur ist ohne Narkose nicht wirklich möglich.

    Wir haben meine alte Hündin mal ohne Narkose nachgeröngt. Es ging dabei NICHT darum, den HD-Grad zu bestimmen. Der war/ist bekannt (A2, also HD-frei). Sondern darum, einfach mal zu schauen, ob Arthrosebildung erkennbar ist oder nicht. Bei einer 8jährigen Hündin, die seit 7,5 Jahren im Sport geht hat es uns einfach mal interessiert, zumal wir aufgrund immer wiederkehrender Lahmheiten in der Vordergliedmaße sowieso am Durchröntgen waren. Für eine Beurteilung der Gelenkoberflächen hat das ausgereicht. Aber eine Beurteilung der kompletten Hüfte ist damit nicht möglich.

    BTW, würde logischerweise auch die Vordergliedmaßen röntgen lassen. Für die braucht es normalerweise keine Narkose.

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    die ohren standen doch schon und sind einfach wieder umgefallen.

    ist normal in dem Alter. Er dürfte jetzt im Zahnwechsel sein vom Alter her. Da hängen die Ohren häufiger mal wieder.

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    Platz machen sie ja eigentlich nicht so gerne.

    konnte ich noch bei keinem meiner Hunde feststellen. Ist einfach eine Sache des Trainingsaufbaus.

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    versehe beim besten willen nicht warum er mal super hört und dann wieder garnicht.

    vielleicht weil er einfach noch ein Jungspund ist und da ist so was normal?
    Hunde müssen erst mal lernen zu generalisieren.
    Nur weil ein Hund in einer Situatio ein Signalwort kennt, heisst das noch lange nicht, dass er das Signalwort in anderen Situationen auch schon kennt. Hunde lernen nicht wie wir Menschen abstrakt, sondern kontextbezogen. Wenn wir einmal gelernt haben, dass ein Auto "Auto" heisst, dann wissen wir das, immer und überall. Bei Hunden ist das nicht der Fall, die verknüpfen das Signal mit der kompletten Umwelt, mit der Situation eben. Und "Platz" in der Umgebung von Spielkameraden ist etwas völlig anderes als "Platz" allein daheim. Dazu kommt die Ablenkung, die ein übriges tut, damit Hundi ganz schnell vergisst, was er bisher so alles gelernt hat.
    Aus diesem Grund sollte man zunächst mal in Ruhe ohne Ablenkung üben und dann die Ablenkungen bzw. die unterschiedlichsten Situationen gezielt üben.

    Eine amerikanische Hundetrainerin meinte einmal, ein Hund brauche für ein einfaches Signal wie "Sitz" (analog "Platz") 5000-7000 Wiederholungen. Damit ist NICHT gemeint, dass ihr daheim im Wohnzimmer 5000x "Sitz" macht. Sondern damit ist gemeint, dass ein Hund, um ein Signal wirklich immer und sicher abrufen zu können, dieses Signal in jeder Situation, in der es "funktionieren" soll, auch mal geübt hat.

    Je älter der Hund ist und je mehr er in seinem Leben generalisieren durfte, desto einfacher wird das. Aber Du hast noch einen Jungspund, da dauert so was einfach seine Zeit.

    Hi Saskia,

    in dem Moment, in dem Du mit deinem Hund Agi anfängst, hast Du einen "Hochleistungssportler".

    Agi IST Hochleistungssport für den Hund. Egal ob Du das just for fun machst oder um auf Turniere zu gehen. Über die Hindernisse muss Hund trotzdem. ME ist die ganze "just for fun"-Sache häufig weitaus schädlicher als das, was ein ambitionierter Turniergänger mit seinem Hund macht. Denn letzterem ist idR klar, was er da von seinem Hund fordert und deshalb wird heutzutage bereits beim Anlernen der Hindernisse und generell beim Training darauf geachtet, den Hund möglichst "gesund" über die Agi-Karriere zu bringen.

    Etwas, was mir bei vielen "Fun"-Leuten doch etwas auf der Strecke zu bleiben scheint.

    Und auch ein kleiner Hund kann Probleme mit den Gelenken etc. haben.

    Viele Grüße
    Cindy

    Hi Björn,

    interessant,

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    Ich hab immer das Gefühl Hündinnen werden irgendwann wirklich erwachsen. Sie sind dann relativ abgeklärt und wissen genau was sie wollen und vor allem was sie nicht wollen
    ......
    Bei Rüden denk ich ganz oft, dass sie oftmals nie richtig erwachsen werden.

    genau das Gefühl habe ich auch immer wieder.

    Und wenn ich so drüber nachdenke, ist genau das auch mit einer der Reize, die Hündinnen für mich ausmachen. Von der erwähnten "Frühprägung" mal abgesehen.


    So unterschiedlich sind Menschen.

    Viele Grüße
    Cindy