Hi Saskia,
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Was mich aber stört an der Sache ist das diese Unkenntnis anscheint gleich bei den meißten Leuten vorrausgesetzt wird und daher von diesen Methoden abgeraten wird.
ich sag's mal so. Wer in einem Forum nachfragen muss, wie er seinem Hund beibringen kann, nicht mehr an der Leine zu ziehen, der hat in meinen Augen einfach nicht die Sachkenntnis, mit Hilfsmitteln wie Halti und Co korrekt umzugehen.
Ich habe nichts gegen Hilfsmittel. Wenn sie notwendig erscheinen und derjenige, der sie benutzt, damit auch umgehen kann.
Übernehme ich einen 80 kg Bernhardiner aus Kettenhaltung von Welpe an, der auf alles Fremde mit Angstaggression reagiert, zur Resozialisierung, dann kann notfalls zur Absicherung in den ersten Wochen ausser Maulkorb durchaus auch ein Korallenhalsband (gemeinhin Stachelhalsband) ein sinnvolles Hilfsmittel sein.
Aber dazu muss man wissen, wie man so was anwendet. Und das lernt man nicht über's Internet.
Ansonsten stimme ich Angelika zu. Das Arbeiten an der Ursache ist wichtig. Und dazu braucht es in den weitaus meisten Fällen keine Hilfsmittel ausser Halsband, Leine und ggf. Geschirr. Das Wichtigste dabei sind KÖPFCHEN, Wissen, Augen und Ohren.
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die jenigen die alles andere schin versucht haben, wirklich viel und gut mit ihrem Hund arbeiten und trotzdem nicht genau den Erfolg erziehlen den sie wollen.
dann sollten sie sich mal überlegen, was sie bis dahin alles falsch gemacht haben. Denn von nichts kommt nichts. Und nur weil jemand viel mit seinem Hund trainiert, heisst das NICHT automatisch, dass er richtig trainiert.
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Das Problem mit dem gezerre ansich hatte er aber von Anfang an da er ja erst mit 6 Monaten überhaupt das laufen an einer Leine kennenlernte.
Kein Hund ist als Leinenzerrer geboren. Und das erste Alter, mit dem Hund an der Leine läuft, hat auch nichts damit zu tun, ob Hund zum Leinenzerrer wird oder nicht.
Sondern das Verhalten, dass er beim ersten Mal an der Leine als "ok" kennenlernt. Soll heissen, wenn er beim ersten Mal Leine dran ziehen darf, sei es als Welpe, Junghund, ..... dann kann er dadurch zum Leinenzieher ERZOGEN werden. So einfach ist das.
Ok, bei deinem Hund kommt dazu, dass er die ersten Monate Kettenhaltung kennengelernt hat. Dass so ein Hund zum Leinenzieher mutiert, muss man sich nicht wundern.
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Er sollte lernen das es ein Stück zurück geht wenn er nach vorne prescht.
Dumme Frage, warum hast Du nicht versucht, ihm beizubringen, dass es toll ist, NICHT an der Leine zu ziehen? Andere Sichtweise bedingt häufig auch anderen Trainingsansatz.
Und sei mir nicht böse, aber wenn Du 5,5 Jahre lang gut und viel trainiert hast, dann hast Du ganz sicher nicht richtig trainiert, so dass dein Hund verstanden hat, was Du von ihm willst.
Und wenn dein Hund das Ganze mit Halti in 6 Monaten recht sicher gelernt hat, dann hättest Du das mit entsprechendem Training ganz sicher auch ohne Halti hinbekommen.
Das Hauptproblem dürfte, wie es meistens der Fall ist, mal wieder beim Timing gelegen haben.
Die meisten Leute merken nämlich nicht, dass sie immer noch etwas nachgeben, wenn Hund an der Leine zieht. Und wenn es nur die Hand rsp. der Arm ist, der mitgeht. Und genau da liegt dann der Fehler, der bei Methoden wie "stehenbleiben", "rückwärtsgehen" usw. gemacht wird. Den meisten Leuten, auch mir, wird das gar nicht so bewusst, wenn sie nicht wirklich voll konzentriert bei der Sache sind. Und damit kommt es zu einer variablen Bestärkung. Mal hat Hund Erfolg beim ziehen und er kommt etwas weiter, mal ist Frauchen konsequenter, kommt mit dem Timing besser hin und dann kommt der Stop früher.
Allerdings wird kein Verhalten so fest zementiert wie das, was wir mit variabler Bestärkung "bestätigen".
Und dann muss man immer noch die allgemeine Inkonsequenz mit einrechnen. Mal hat man einfach nicht die Zeit, die man bräuchte, weil man nen Arzttermin hat oder so. Mal ist man abgelenkt. Mal stört es einen einfach nicht so. ........ .
Viele Grüße
Cindy