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Genügt die Gründung eines Clubs und die
Vermehrung innerhalb desselben um bei den Zuchtverbänden anerkannt
zu werden, oder kochen die da ihr eigenes Süppchen?
Gibt es einen Dachverband, dem alle Anderen nachgeordnet sind?
Und wer legt die Regularien fest?
Zunächst mal, es gibt verschiedene nationale und internationale Verbände.
Die internationalen sind idR Dachverbände, denen als Mitglieder wiederum nationale Verbände angeschlossen sind.
Der grösste internationale Dachverband für Hundezucht ist die FCI (die echte, nicht die F.C.I., die hier durch die Namensähnlichkeit eine Irreführung anstrebt). Dazu gibt es noch einige rein nationale Verbände, die keinem internationalen Verband angeschlossen sind. Wie bsp. der AKC (Amerikan Kennel Club), der rein von der Grösse her obwohl nationaler Zuchtverband die FCI mW "toppt". Dann wären da noch der CKC (Canadian Kennel Club, nicht der andere Verband, der sich mit diesem Kürzel "schmückt") und der UK (die Briten). Diese drei sind die wichtigsten nationalen Zuchtverbände, die keinem übergeordneten Dachverband angeschlossen sind.
Welcher Verband welche Regeln aufstellt, bleibt ihm überlassen.
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Und muss ich dann einen Balaka-Zuchtverband ins Leben rufen, oder ge-
nügt die Mitgliedschaft im Dachverband der Rassehundezüchter?
Im Prinzip musst Du schon sehen, dass Du zumindest eine Interessengemeinschaft oder etwas ähnliches auf die Beine stellst. Denn allein wirst Du zumindest die Anforderungen, die die FCI zur Rasseanerkennung (wurden ja schon aufgezählt) stellt, nicht erfüllen können. Soll heissen, Du brauchst zumindest Leute, die Dir helfen. Allein schaffst Du es wohl eher nicht, so viele Hunde zu halten und zu produzieren, die nötig sind, um die Anforderungen für eine Rasseanerkennung zu erfüllen.
Wenn ich mir die beiden mir bekannten "Designer-Rassen" so ansehe, Eurasier und Kromfohrländer, die von der FCI anerkannt wurden, so ging da bei beiden das Ganze etwa in den 40/50er Jahren los. Nur hatten diese es damals mW noch deutlich einfacher mit der Anerkennung.
Und dann musst Du immer noch bedenken, selbst wenn die Anforderungen erfüllt sind, heisst das noch lange nicht, dass eine Anerkennung auch tatsächlich erfolgt.
Es ist nämlich nicht einfach so, dass man mal eben einen Container "Altpapier" so von wegen Zuchtbuch, Ahnentafeln, Rassestandard usw. einreicht.
Mal ein kleiner dezenter Bericht darüber, wie es war, nur einen Farbschlag innerhalb einer Rasse anerkennen zu lassen:
http://redpoodlefcipetition.tripod.com/id2.html
wohlgemerkt, die ganze Arbeit das Material für die Petition zusammenzustellen, die Kontaktaufnahme mit den Leuten vom französischen Pudelklub, französischen Dachverband und der FCI, bis es überhaupt dazu kam, dass sie ihr OK für die Einsendung des ganzen Materials im November 2005 gaben - ging schon Jahre zuvor los. Und wir reden hier NUR über einen Farbschlag innerhalb einer Rasse, der bereits im 19. Jahrhundert in Ahnentafeln auftauchte. Selten, aber immer mal wieder. UND man muss dazu sagen, dass der Präsident des französischen Pudelklubs der Anerkennung dieser Farbe gegenüber positiv eingestellt war. Trotzdem steckte da eine Arbeit von JAHREN dahinter und eine weltweite Koordination. Wobei wir uns letztendlich entschlossen, nur mit den Hunden zweier Züchter nach Paris zu fahren, da es für die skandinavischen und russischen Züchter ein sehr grosser finanzieller Aufwand gewesen wäre und die Leute von der Standardkommission meinten, ihnen würden 4-5 Hunde als "Anschauungsobjekte" ausreichen.