Zitat
ich finde, man sollte in dieser hinsicht eher das studium umgestalten und einen zusatzpraktikumskurs für angehende tierärzte anbieten, welche nicht ausschließen möchten, dass sie vielleicht in schlachthöfen arbeiten werden (natürlich mit zusätzlicher zertifikation).
Ganz klares NEIN. Wer damit ein Problem hat, soll was anderes studieren. Punkt, Aus, Ende. Es gibt genügend Bewerber um Studienplätze, da braucht es derartige Dogmatiker nicht.
Der gesamte Lebensmittelbereich ist ein WICHTIGER Bestandteil des Berufsbildes Tierarzt. Und entsprechend gehört das in die Ausbildung mit dazu. Ohne Wenn und Aber. Und schon gar nicht nur weil ein paar verquere Dogmatiker damit ein Problem haben. Dann haben sie nämlich auch ein Problem mit ihrem Beruf an sich. Weit über ein Drittel aller TAs sind heutzutage direkt oder indirekt, ganz oder teilweise im Lebensmittelbereich tätig. Weisst Du, was andere Berufszweige sagen würden, wenn da plötzlich ein paar Fanatiker meinen, ein derart wichtiger Teil des Berufs aus der eigentlichen Grundausbildung völlig auszuklammern? Die würden die betreffenden Personen auslachen - und zwar völlig zu recht. Derart alberne und kindische Vorstellungen, so was kann man nicht ernst nehmen. BTW, auch der komplette Lebensmittelbereich ist während des Studiums NUR Grundausbildung. Aber die gehört dazu. Die eigentliche Qualifizierung für diesen Bereich folgt, wie bei allen anderen Bereichen auch, NACH dem Studium.
Was hat die Dame denn in Anatomie gemacht? Da sind Tiere IHRETWEGEN gestorben. Ok, zugegeben, die wären ansonsten im Schlachthof oder beim Abdecker gelandet, aber trotzdem ....
Hat sie das völlig übersehen? Da hatte sie wohl keine Probleme, diese Tiere auszunutzen?
Zitat
aber wenn ein trockenfutter keine schädlichen stoffe enthält, sollte doch auch nicht gesundheitsschädlich sein, oder?
Selbst wenn KEINE schädlichen Stoffe drin sind, wird der Organismus falsch belastet. Die Stoffwechselprozesse werden nicht so angesprochen, wie es die NATUR, die ihr ja für so wichtig haltet, braucht. Einfach weil die Zusammensetzung, Konsistenz etc. nicht der Natur entspricht. Und damit ensteht vielleicht auf Dauer keine Mangelernährung. Aber wenn der individuelle Hund Pech hat, kann sein Organismus auf Dauer die Fehlernährung nicht kompensieren.
siehe Hummels Erklärung. Das betrifft nicht nur die Bauchspeicheldrüse, sondern den kompletten Stoffwechsel. TroFu im Allgemeinen ist keine artgerechte Ernährung.
Ist wie bei Fertigtüten. Da sind es auch nicht die "schädlichen Substanzen" (dürfen ja nicht drin sein). Sondern das, was im Gegensatz zu natürlicher Nahrung fehlt.
Es gibt Hunde, die können das auf Dauer kompensieren. Ok. Aber es gibt auch Hunde, die können das nicht.
Und glaub mir, von denen wirst Du von "Vegan funktioniert"-Seite her NICHT zu hören bekommen.
Aber es ist wie mit allem anderen auch. Der einen trinkt jeden Abend seinen Schnaps und wird 100 Jahre alt, der andere trinkt vielleicht einmal im Monat ein Glas Rotwein und stirbt mit 70. Der eine ernährt sich zeitlebens gesund, treibt Sport und und und - und ist mit 80 tattrig und senil. Der andere treibt zeitlebens Raubbau mit seinem Körper und ist mit 90 noch fit.
Logischerweise gibt es auch die umgekehrten "Lebensläufe".
Man kann nur leider nicht im Vorfeld sehen, zu welcher Sorte Hund der eigene gehört.
Mal ein komplett anderes Beispiel: Meine derzeit älteste Hündin hat mit Agi angefangen, da war sie noch kein Jahr. Sie ist jahrelang im Sport gegangen, wurde viel belastet und und und - und hatte mit 8 Jahren noch Gelenke, da meinte mein ehemaliger Chef "Gelenke, da könnte so mancher junge Hund neidisch werden". Astrein sauber, nicht mal den Ansatz eines Beginns einer Arthrose oder Spondylose. Ihr Onkel dagegen, der zeitlebens reiner Familien- und Spaziergehhund war, musste im Alter von etwa 8 Jahren wegen hochgradiger Spondylose mit Lähmungserscheinungen eingeschläfert werden.
Wäre es umgekehrt gewesen, ihr Onkel der "Sporthund" und meine Hündin die "Spaziergehhündin", dann wäre das ganz klar gewesen - das kommt vom Sport. So aber ..... - Veranlagung. Ganz einfach. Und so ist es auch mit der Ernährung - der eine Hund wird mit Aldi-Futter uralt. Der andere wird in jungen Jahren bereits schwer krank. Ob's letztendlich wirklich vom Futter kommt, gute Frage.
Soweit ist die Wissenschaft derzeit noch nicht.
ABER! Wir Menschen schaffen uns Tiere an und dann ist es unsere Pflicht und in unserer Verantwortung bestmöglich für diese Tiere zu sorgen. Und dazu gehört auch eine artgerechte Ernährung.
Hummel
Zitat
Es bedeutet: Sie sind keine reinen Fleischfresser. Aber eben zum größten Teil und nochmal: Schau dir die Anatomie an!
nicht ganz - die Tatsache, dass ein Tier als Fleischfresser klassifiziert wurde, an sich bedeutet schon nicht, dass dieses Tier sich ausschliesslich von Fleisch ernährt. Im Prinzip bedeutet es, dass sich dieses Tier zum grössten Teil von anderen Tieren, die seine Beutetiere darstellen, ernährt.
@all
Nehmen wir mal eine Katze, die hier schon als reiner Fleischfresser dargestellt wurde - auch eine Katze frisst nicht nur Fleisch. Was sind denn die Beutetiere der Katzen? Mäuse, Ratten, Vögel usw. - und was fressen die??????
ja glaubt hier jemand ernsthaft, dass eine Katze den Mageninhalt einer Maus ausspuckt? Oder dass besagter Mageninhalt nicht verwehrtet wird? Der wird sehr wohl genauso verwertet. Denn auch eine Katze braucht die im Mageninhalt enthaltenen Inhaltsstoffe.
So einfach ist das.
Fleischfresser bedeutet nicht, dass dieses Tier NUR Fleisch frisst, sondern dass dieses Tier andere Tiere als Beute frisst - idR komplett mit Fell, Knochen, Mageninhalt und und und.
Hunde fressen durchaus mal Äpfel, Gras usw. Leben können sie davon nicht, denn sie können keine Zellulose aufspalten. Weder haben sie das Gebiss dazu (Mahlzähne), noch die entsprechenden Enzyme in Speichel, Magensaft und Darmflora.
Tatsächlich ist die Grasfresserei von Hunden nichts anderes als "Magenreinigung" - das als Argument pro vegane Ernährung zu nehmen ist mE doch sehr gewagt. Wie gut Hund Gras verdauen kann, kann man sehen, wenn Hund exzessiv Gras gefressen hat. Da kommen die Halme der Länge nach so gut wie unversehrt mit dem Kot wieder raus.
Ein Omnivore dagegen ist absolut in der Lage, Pflanzen ohne Vorverdauung durch Beutetiere selbständig zu verdauen. Das fängt bei seinem Gebiss an. Die Backenzähne des Omnivoren sind als Mahlzähne angelegt - BTW die etwas grössere Kaufläche der Backenzähne des Hundes (in welcher Hinsicht ist die Kaufläche denn grösser, wenn ich mir bsp. die Zähne meines Zwergpudels mit einer gleichgrossen Katze vergleiche? Klar hat ein Hund in Relation etwas grössere Zähne, die Kauoberfläche aber ist trotzdem die eines Fleischfressers, nur eben eines Fleischfressers, der andere Beutetiere hat als eine Katze) - bedeuten trotzdem nicht, dass Hund deshalb als Omnivore eingestuft werden kann. Ich meine, man kann auch die Behauptung aufstellen, dass ein Delphin zwangsläufig an Land leben kann - schliesslich atmet er ja auch Sauerstoff an der Luft ein.