Beiträge von yane

    Hi,

    ein Hund aus Leistungslinien sollte kein "Hypersensibelchen" sein. Denn dann taugt dieser Hund idR als Leistungshund nichts.

    Und ob ein HF für so einen Hund taugt hängt mE weniger mit der Erfahrung des HF zusammen als vielmehr mit den charakterlichen und wesensmässigen Eigenschaften besagten HF. Es soll HF geben, die auch den 20. Hund in Folge noch versauen. Und es gibt HF, die beim ersten Hund schon gute Arbeit leisten. Wobei letzteres sicher auch von der Kompetenz des Trainers abhängt.

    @Ana

    warum ich so an der "Aufmerksamkeit" festhänge ist einfach. Ähnlich wie mit dem "1 Schritt". Vielen Leuten ist nicht klar, dass Fußgehen Aufmerksamkeit und Konzentration von beiden Partnern des Teams verlangt. Sie wollen das prüfungsmässige Fuß mit der entsprechenden Konzentration des Hundes auch dann, wenn sie selbst quasi nur irgendwie dahinschlendern.

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    Wo ist das Problem den Hund langfristig jeden Tag ein paar Minuten korrekt Beifuß laufen zu lassen ? Ist doch ganz normale Unterordnung, wie viele andere Übungen auch....

    ich würde mal tippen, dass wir einfach grundlegend unterschiedliche Ansichten haben. Bsp. sehe ich Fussgehen, Sitz, Platz usw. nicht als "Unterordnung". Sind für mich einfach genauso Kunststückchen, Übungen etc. wie Pfötchen geben, Männchen machen, Rückwärtsgehen usw.
    Manche der Übungen sind sinnvoller, andere haben nicht wirklich einen Sinn dahinter. Mit Unterordnung im Sinne von "Hund ordnet sich Mensch unter" hat das Ganze aber nichts zu tun.

    Im normalen Alltag reicht es meiner Meinung nach völlig, wenn Hund an lockerer Leine neben Hundehalter mitläuft. Da brauche ich mich als Mensch nicht gross zu konzentrieren, und Hund braucht sich auch nicht gross zu konzentrieren. Wenn da mal etwas seitlich weggeprellt wird, Hund ein paar cm zu weit vorne oder hinten läuft - was soll's.

    So was möchte ich aber bei der Fußarbeit nicht. Wenn ich während eines Spaziergangs mal nebenbei Fuß gehen trainieren will, dann ist meine Konzentration auch wieder komplett beim Hund. Wenn ich komplett sage, meine ich komplett. Da bekomme ich auch nicht mit, dass sich da Jogger, Radfahrer etc. nähern. Solange ich mich also auch noch auf meine Umwelt konzentrieren muss (Steward im Obi ausgenommen, der gehört dazu!), solange ist meine Konzentration nicht völlig beim Hund. Und solange kann ich auch keine völlige Konzentration des Hundes auf mich verlangen.

    Fußgehen ist für mich wie Tanzen - wenn da nicht beide Partner voll bei der Sache sind, geht ganz schnell was schief.

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    Obwohl wir seit Start dieses Threads auf Murmelchens Tip (Dank dir dafür) hin schon etwas erfolgreicher fahren mit der Taktik Blickkontakt im Fuß zu bestätigen (Leckerli).

    Die Gefahr dabei ist allerdings, dass dein Hund lernt "wenn ich immer mal wieder schaue, bekomme ich ein Leckerlie".
    Ich würde das Schauen von Anfang an "einfordern" und komplett mit Schauen aufbauen.

    Also Hund sitzt neben Dir in Grundstellung und schaut Dich an - Bestätigung. Wenn Hund zunächst mal wegschaut, würde ich persönlich die Übung sofort abbrechen und neu anfangen - zumindest wenn Du durchgehendes Schauen erreichen willst.

    Wenn Hund in Grundstellung sicher vom ersten Moment an schaut, dann würde ich angehen. Und auch hier - sobald Hund das erste Mal mit dem Blick weggeht - Abbruch der Übung, neu Anfangen, dafür dann nicht mehr so weit gehen oder bereits in der Grundstellung bestätigen. Und sowieso am Anfang max. 1-2 Schritte.

    *gggg* besonders witzig dabei ist, dass ja alleLeute auf dem Hundeplatz irgendwann mal in der Schule waren. Aber irgendwie war die Grundschulzeit doch schon so lange her, denn es fällt eigentlich allen schwer, auf 1 zu zählen :lol: . Auf 50, 60, 300 usw. können sie alle zählen. Aber auf 1 - no chance :???:

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    Auch die Arbeit mit der Beißwurst, die wir ja erst seit ein paar Tagen konsequent und ernsthaft mit dem nötigen Hintergrundwissen betreiben ist erfolgreich.

    Problem bei Spielzeug ist, v.a. wenn es als Motivationshilfe/Locken verwendet wird, dass dies eine sehr grosse Sichthilfe ist. Und der Abbau sich dementsprechend häufig langwierig gestaltet.


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    Er springt darauf viel mehr an als auf Leckerli, aber in meinen Augen ist die Abwechslung von Leckerchen und Spielzeug je nach Situation sehr sinnvoll (also Blickkontakt im Fuß lässt sich mit Leckerchen viel besser bestätigen als mit einem Spiel).

    nö, muss nicht sein. Kommt auf den Hund an. Man kann Blickkontakt sehr gut mit Spielzeug bestätigen *gggg* einmal haben wir das sogar mit einem anderen Hund als Spielpartner durchgezogen. War allerdings in dem Fall dann schon etwas schwierig. Das kann man nur in Einzelfällen/im Einzeltraining. Andernfalls würde das ganz schnell chaotisch werden.
    Wichtig bei Bestätigungen mit Spielzeug finde ich persönlich, dass man das Spielzeug nicht zum Locken benutzt, also das Spielzeug erst sichtbar wird, wenn es auch als Bestätigung eingesetzt werden soll. Und dass man ein Markersignal einführt, wofür nun genau die Bestätigung ist. Das kann ein Clicker sein, aber auch ein Wort.

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    Aber um nur mal einen "Eindruck" von der Sportart zu bekommen, ist ein Einzeltraining bei jemandem, der sehr erfolgreich ist, doch nur von Vorteil, oder nicht?!

    Wo siehst Du da einen Vorteil? Sie würde 25 Euro dafür zahlen, einen jungen Hund ein paar Mal durch nen Tunnel zu schicken. Evtl. mal auf das Abgangsende der Kontaktzonen zu setzen und mit Müh und Not durch einen Gassenslalom zu schicken - etwas, das sie bei jedem Verein in einem Schnuppertraining auch haben kann. IdR sogar kostenlos. Zumal viele Anfängerhunden in den ersten 2-3 Stunden Unsicherheiten zeigen, sich von der fremden Umgebung beeindrucken lassen usw. Und man da sowieso noch nicht wirklich beurteilen kann, ob Hund Spass am Agi hat oder nicht.

    Wir hatten bsp. einen Hund im Agi, der fand das Training von Anfang an klasse - bis zu dem Zeitpunkt als es nicht mehr nur geradeaus, im Kreis oder in grossen Bögen über den Parcours ging, sondern immer engere und "eckigere" Sequenzen zu absolvieren waren. Dieses ständige "abbremsen" und "beschleunigen" fand dieser Hund nur doof, wurde immer langsamer, unmotivierter und wollte irgendwann überhaupt nicht mehr.
    Das war dann die Geburtsstunde der Sparte THS in unserem Verein. Und das Ergebnis war, dass dieser Hund wieder mit Begeisterung bei der Sache war. Und wir inzwischen eine stetig wachsende THS-Gruppe im Verein haben.

    Andere Hunde zeigten sich in den ersten Trainingsstunden derart unmotiviert, dass die jeweiligen Trainer schon drauf und dran waren, den Leuten nahezulegen, doch etwas anderes mit dem Hund zu machen. Und irgendwann machte es "Klick" im Kopf des Hundes und er war mit Begeisterung dabei.

    Deshalb ist es mE unsinnig, anhand einer einzigen Trainingsstunde feststellen zu wollen, ob Hund Spass am Agi haben könnte oder nicht. Egal wie erfolgreich der Trainer ist.

    Zumal sie dann ja doch nicht bei Mona Grefenstein weitertrainieren würde.

    Was Sinn machen würde, wenn sie jedes Jahr auf den Hof fährt, dann mit einem Hund, der bereits die Geräte kennt, Einzeltraining zu machen um ihre Führtechnik zu verbessern. Dann würde ich ihr sogar empfehlen, noch etwas länger zu bleiben, oder wenn möglich 2-3 Stunden zu nehmen.

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    Ich finde da 25,00 € wirklich nicht viel. Mir kommt es halt bei solchen Beträgen nicht auf das Geld an, sondern darauf, was ich davon habe.

    Es geht nicht ums Geld, sondern um Sinn oder Sinnlosigkeit des Ganzen.

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    weil ich für die Nächsten 3 Wochen kein Auto habe. Aber bitte was spielt das für eine Rolle?? wenn ich sage es geht nicht wird es schon stimmen

    debbi

    Du bist noch sehr jung, da sieht man die Welt häufiger mal noch schwarz-weiss.
    Aber Tatsache ist, man muss immer damit rechnen, dass was nicht so läuft wie geplant. Was wäre bsp. wenn dein Auto an genau dem Tag streikt, ihr einen Unfall habt, ..... . Dann muss es auch irgendwie anders gehen, oder?

    debbi

    ehrlich gesagt, ich würde den Hund auch nicht am Tag der Impfung holen. Es muss nicht zu einer Impfreaktion kommen, aber es kann. Und in seltenen Fällen kann eine Impfreaktion auch zu einem Schockgeschehen führen.

    Grundsätzlich ist eine Impfung eine heftige Geschichte für das Immunsystem eines Hundes. Speziell eines so jungen Hundes. Normalerweise sollte man dem Hund dann nicht noch am gleichen Tag den Stress einer 400 km langen Fahrt plus Besitzerwechsel zumuten.

    Ich hatte bisher bei keinem Hund grössere Impfreaktionen. Bis auf die letzte Impfung meiner Zwergpudelhündin (4 Jahre alt). Diese zeigte nach der Impfung mehrere Tage total lethargisches Verhalten, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Bewegungsunlust.
    Da wären derart grosse STressfaktoren wie lange Autofahrten und Besitzerwechsel nun mal sind, ganz sicher nicht toll gewesen.

    Und wie gesagt, diese Hündin zeigte vorher bei Impfungen nie Reaktionen. Man kann also nie wissen, ob ein Hund zu Impfreaktionen neigt.

    Ich würde den Hund noch 2-3 Tage beim Züchter lassen. Warum geht es nicht, den Welpen später zu holen? So was sollte immer eingeplant sein. Von beiden Seiten. Mir ist kurz vor dem Abholtermin meiner derzeit ältesten Hündin die damalige Althündin krank geworden. Und da wir nicht wussten, ob das Ganze ansteckend ist oder nicht, blieb die Kleine noch eine Woche länger beim Züchter. Ähnliches kann immer mal auch sonst passieren. Pech. So was passiert, deshalb sollte man immer mindestens einen Plan B in der Tasche haben.

    Allerdings hätte der Züchter mE euch schon früher darauf hinweisen sollen, dass das absolut keine gute Idee ist, den Hund am gleichen Tag an dem die Impfung stattfindet nach Hause zu holen. Oder hat er euch darauf hingewiesen und ihr habt das nicht Ernst genommen?

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    An die, die die Krallen nicht schneiden müssen:
    Lauft ihr so viel auf Asphalt?

    das hat mit Asphalt oder nicht Asphalt wenig zu tun. Sondern, wie Cjalas schon bemerkte, hängt viel von der Pfotenform ab. Je besser aufgeknöchelt, rund und geschlossen die Pfoten sind, desto eher laufen sich idR auch die Krallen ab. Meine zwei Hunde laufen ja die gleichen Wege, die eine hatte früher absolut perfekte Pfoten, brauchte nie Krallen geschnitten bekommen. Erst seitdem sie sich ein paar der Zehenbänder gerissen hat und die betroffenen Zehen nicht mehr gut aufgeknöchelt sind, sondern nach vorne weggestreckt werden, müssen die Krallen an diesen Zehen ab und an mal nachgeschnitten werden. Aber nur minimal alle paar Monate, eigentlich könnte man das auch lassen, dann wären diese Krallen etwas länger.
    Die andere Hündin hat sehr flache, "platte" Zehen und läuft sich die Krallen nicht ab, egal wie viel wir auf Asphalt laufen.

    Dazu kommt mE, wenn man von Anfang an die Krallen schneidet, womöglich auch noch "falsch", dass die Krallen immer mehr dazu tendieren in der Horizontalen zu wachsen anstatt "nach unten". Was dann natürlich ein Schneiden erst recht erforderlich macht.

    Leela

    wie komplex waren die Übungen, die Du geshapt hast?

    Wie geschrieben, ich clickere ja nun schon bald 8 Jahre, sowohl mit meinen eigenen Hundenals auch als Trainer mit anderen Mensch-Hund-Teams. Und durch die Bank agieren die reinen Clicker-Hunde freier, selbstsicherer und auch mit deutlich höherer Frustrationstoleranz als Hunde, die v.a. konventionell oder sehr viel gemischt ausgebildet werden.
    Bei einfachen Übungen gibt es da noch nicht so den Unterschied. Aber je komplexer die Übungen werden, je detailierter die Feinheiten, desto eher kommt auch mal der Punkt wo man nicht jedes "Angebot" vom Hund clickert. Und dann eben zeigt sich idR der Unterschied ganz deutlich. Ein Hund, der sehr viel konventionell ausgebildet wurde, zeigt dann häufig eine nur geringe Frustrationstoleranz.
    Natürlich könnte man dann sagen "dann muss man die Schritte eben noch kleiner machen". Nur irgendwann geht es nicht mehr kleiner. Wenn ich bsp. will, dass mein Hund wirklich gerade in der GS sitzt, und wir auf einem gewissen Trainingsstand sind, dann kann man nicht mehr immer wieder zurückgehen in den Anforderungen, sonst kommt man nie vorwärts. Und da trennt sich das Ganze dann sehr schnell.

    Wie geschrieben, meine Erfahrung.

    Natürlich kann man mit einem Clickerhund auch mal konventionell über Locken eine Übung ansatzweise erarbeiten. Kein Thema. Aber wenn man über Shapen arbeiten will, muss der Hund das Prinzip wirklich gelernt und verstanden haben.
    Wie schwierig das gerade für konventionell ausgebildete Hunde ist, sieht man ja immer an den Cross Over Hunden.

    Leela

    nein, das funktioniert auch mit "Anfangs"- und "Schluss"wort nicht wirklich. Zu oft schon erlebt.

    Wie schon geschrieben, kommt auf die Definition "Clickertraining" drauf an, was man darunter versteht. Man kann kurzfristig über Locken ein Ansatzverhalten herbeiführen und dann darauf aufbauend über Verhaltensformung weitermachen. Aber komplett Grundgehorsam konventionell und nebenbei Tricks etc. über echtes Clickertraining ... nö, wirklich funktioniert hat das bisher bei keinem Hund, den ich so kenne. IdR "funktioniert" es nur deshalb, weil Herrchen/Frauchen auch beim Clickertraining mehr über Locken arbeitet als über Shaping.