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Ich will erstmal, daß er einfach irgendetwas gerne irgendwie zu mir bringt.
etwas irgendwie zu bringen hat aber nichts mit Apportieren zu tun.
Gerade Hunde, die ursprünglich mal nur "irgendwie was zurückbringen" gelernt haben, haben es später sehr sehr schwer, prüfungsmässiges Apportieren zu lernen. Habe diese Erfahrung selbst machen dürfen. Und nicht nur mit meinem eigenen Hund. Deshalb trenne ich inzwischen prüfungsmässiges Apportieren von "einfach nur irgendwie zurückbringen" komplett. Und trainiere idealerweise zuerst das prüfungsmässige Apportieren.
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Er hat halt Streß egal was zu bringen, weil er weiß, daß dann das Spiel vorbei ist, er abgeben muß.
und warum weiss er das?
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Richtig gute Leckerlis funktioniert auch nur bedingt, weil er das Wegnehmen vom Spielzeug schlimmer findet, als daß er das Leckerli gut findet.... Also ist Bringen für ihn "Abgeben-müssen".
Nun, das "spielerische Aus" habe ich mit meinen Hunden komplett anders trainiert. Und würde es immer wieder so machen. Kommt von Lindt. Zwei gleiche Spielzeuge, Hund bekommt eines zugeworfen, ich bleibe etwas weg, da v.a. für junge Hunde eine sich bewegende Beute idR interessanter ist als die, die man bereits "totgeschüttelt" im Fang hat, habe ich dem jeweiligen Jungspund das zweite Spielzeug vor die Nase gerollt. Jungspund sieht das zweite Spielzeug, das bewegt sich, eigene Beute wird fallenlassen und auf das zweite Spielzeug "losgegangen". Während Hund mit dem zweiten Spielzeug zugange war, habe ich das erste still wieder eingesammelt. Und nach 20-40 sec. dem Jungspund wieder vor der Nase vorbeigerollt/geworfen. usw.
Nach mehreren Übungseinheiten, gut und gerne eine Woche später, habe ich dann in etwa ein Feeling dafür gehabt, in welchem Moment der Jungspund das Spieli loslässt. Merkt man einfach im Laufe der Zeit, wenn man Hund genau beobachtet. Und da kam dann das Signal "Aus" dazu.
Das Ganze habe ich gut 2 Wochen lang mit "Aus" gemacht. Und dann einfach mal "Aus" gesagt, ohne das zweite Spieli zu werfen. Hund wusste zu dem Zeitpunkt schon "Aus" da muss dann das zweite Spieli irgendwo sein, spuckte das Spieli aus dem Fang aus und suchte das zweite, das auch wirklich sofort angeflogen kam.
Auf diese Weise habe ich ein "Aus" bekommen, das nicht mit dem "Beute hergeben müssen" verknüpft ist. Im Gegenteil, selbst tote Mäuse, Wurstbrote und ähnliches werden auf "Aus" ausgespuckt, da ja ggf. was besseres kommen könnte.
Im Laufe der Zeit habe ich das dann auf Zerrspiele etc. ausgeweitet. Und auch auf das "spielerische Zurückbringen". Einfach weil das "Aus" für Hund nicht automatisch heisst "muss Beute hergeben" sondern "Chance auf bessere Beute ist gegeben".
Wichtig ist am Anfang, wenn Hund die Beute jeweils neu hat, etwas abzuwarten bis die Beute schon etwas "langweilig" wird, also der erste "totschüttel-Reflex" weg ist und die Beute "nicht mehr lebt".
Vorteil ist dabei auch, dass der Hund nicht in Konflikt mit dem Menschen kommt von wegen "muss Beute hergeben". Sondern es ist seine Entscheidung, ob Hund die Beute hergeben will.
Deshalb auch gleiche Spielzeuge, dann ist die Wertigkeit nicht so unterschiedlich.
Beendet habe ich das Ganze zu Anfang damit, dass ich einfach aufgestanden und weggegangen bin. Hatte allerdings bisher auch das Glück, dass meine Hunde keine "Zerstörer" waren und das jeweilige Spielzeug dann eben nach ein paar Minuten entweder irgendwo im Haus rumlag oder eben im Garten, je nachdem wo wir trainiert hatten.