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1. Kann es passieren das sich der Charakter verändert??
kann, kann aber auch nicht - nach meinen Erfahrungen kann man sagen, je älter und selbstsicherer der Hund ist, desto eher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich am Charakter/Verhalten nichts mehr ändert
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2. Was für komplikationen können bei der OP auftreten??
Alle möglichen und keine.
Es gibt Hündinnen, da geht alles reibungslos. Das ist der weitaus grösste Teil.
Andere haben Probleme mit der Narkose - meine eigene Hündin hatte zwei Zwischenfälle während ihrer Kastration, das wussten wir aber schon vorher, dass bei ihr ein extrem erhöhtes Narkoserisiko besteht, sie wäre uns beinahe schon bei der Narkose zum HD-Röntgen auf dem Tisch liegengeblieben.
Eine Hündin bei uns aus dem Verein wurde mit 16 Monaten just for fun kastriert - Narkosezwischenfall, nicht mehr aufgewacht.
Dann gibt es Hündinnen, die haben zwar keine Probleme mit der Narkose. Dabei aber evtl. eine erhöhte Blutungsneigung. Aktuell ist es ja beim Hund noch nicht unbedingt üblich, Gerinnungstests etc. machen zu lassen - wenn dann die Hündin unerkannter Bluter ist .......
Dann gibt es alle möglichen Varianten von anatomischen Veränderungen an den Organen, die Komplikationen hervorrufen können. Selbstverständlich hängt das auch etwas damit zusammen, ob nur die Eierstöcke entfernt werden oder auch die Gebärmutter.
Im Nachhinein kann es zu Komplikationen bei der Wundheilung kommen, Nachblutungen und solche Sachen.
And last but not least kann es auch zu Fehlern durch den TA kommen. Muss man ganz ehrlich sagen, selbst der beste Operateur kann mal einen Fehler machen.
Bei einer Hündin eines Vereinskollegen, die auch nur just for fun kastriert wurde, stellte sich Jahre später heraus, dass ein Harnleiter verwachsen war. Der Verdacht liegt nahe, dass das durch eine Verletzung des Harnleiters während der Kastration geschehen ist. Ob dem so tatsächlich so war oder nicht, konnte man im Nachhinein nicht mehr feststellen (ok, durch eine Obduktion hätte man das eventuell gekonnt, aber nun ja .... wer will es dem Halter verdenken, dass er seinen Hund nicht noch obduzieren lassen will). Auf jeden Fall musste die Hündin im Alter von etwa 8 Jahren wegen hochgradigen Nierenschadens eingeschläfert werden.
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3. Wielange ist sie ausser gefecht gesetzt??
Das hängt individuell vom jeweiligen Hund, seiner Konstitution und seiner Kondition ab.
Die einen wachen aus der Narkose auf und würden am liebsten sofort wieder Bäume ausreissen. Die anderen sind erst mal ein paar Tage platt.
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4. Wie war das bei euch so?
Bei Tessy ist es zu lange her um noch genaues sagen zu können, allerdings war es bei ihr eine echte Not-OP (hochgradige Pyo kurz vorm Platzen) und soweit ich mich erinnere, war sie die nächsten Tage etwas schlapp und ko. Da sie allerdings schon die Tage davor ebenfalls sehr krank war .... nicht weiter verwunderlich.
Bei Nele war es zwar medizinisch angezeigt, aber keine Not-OP. Sie hatte nach jeder Läufigkeit Gebärmutterentzündungen. Da konnten wir erst mal behandeln und dann den "gesunden" Hund operieren. Sie meinte bereits am nächsten Tag, dass Springen und Toben adäquate Beschäftigungen für einen Hund mit Bauchschnitt sind 
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5. Was kann ich gegen meine angst machen??
Nichts - da es medizinisch wohl notwendig ist, Augen zu und durch. Frag mich nicht, wie ich gezittert habe bei meinem weissen Chaostier - da wussten wir ja, dass ein extrem erhöhtes Narkoserisiko vorliegt. Steht auch bei unserem TA ganz gross mit Warnzeichen etc. im Computer drin. Trotzdem wurde es zweimal sehr sehr knapp - hatten allerdings den Vorteil, dass das eine Tierklinik ist in der alle möglichen Überwachungsgeräte vorhanden sind. Und auch das Personal dazu, diese Überwachungsgeräte zu bedienen.
Allerdings muss ich gestehen, ich hätte da nicht mit im OP-Saal sein dürfen.