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Probleme haben wir in Sachen Leinenführigkeit (nur bei starker Ablenkung),
ein 8 Monate alter Hund lässt sich gern ablenken. Davon zu sprechen, dass das ein Anzeichen dafür ist, dass Hund die Rudelführung übernommen hat ist schlicht 
Wie man das abstellt? Einfach konsequent Baummethode - in dem Moment, in dem Hund anfängt zu ziehen, wird HF sofort und ohne jegliches Nachgeben zum "Baum".
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bei der Begrüßung ihm bekannter Menschen (diese springt er gerne an) und wenn wir am Stall sind, dann verbellt er jeden Fremden.
Anspringen zur Begrüssung ist erlerntes Verhalten - hat nix mit Rudelführung zu tun. BTW - übrigens genau einer der Punkte, warum ich das Buch "Mit Hunden Sprechen" nur lachhaft finde.
Jan Fennell behauptet einerseits, das Anspringen zur Begrüssung finde deshalb statt, weil Hund sich als Chef fühlt und erleichtert ist, dass seine Untergebenen wieder heil im Rudel angekommen sind. Andererseits empfiehlt sie, den anspringenden Hund nicht zu beachten, einfach weitergehen und ihn quasi durch das Weitergehen/Weggehen wegzustossen bzw. ins Leere springen zu lassen - also passive Handlung, nicht aktiv wegstossen.
Da passt ihre Erklärung vorne und hinten nicht.
Der Grund für das Anspringen ist einfach - Klein Welpi lernt Futterbetteln bereits bei der Mama. An Mama's Gesicht hochstehen, mit Pfoten gegen Fang stubsen usw.
Bei Menschen als Zweibeiner geht das schlecht mit "gegen Fang stubsen". Aber Hochstehen, das geht. Und bringt idR auch bei den zuständigen Zweibeinern sofort eine Reaktion hervor. IdR runterbücken und Welpi streicheln, füttern, kraulen, spielen. Du stimmst mir doch sicher zu, dass das so ziemlich die erste Reaktion ist, wenn Welpeninteressenten zu einer Horde Welpen kommt. Genauso ist es mit Freunden und Bekannten - und wehe man sagt, dass man nicht möchte, dass Klein Welpi gestreichelt wird, wenn Klein Welpi so drollig angewackelt kommt und hochsteht. Dann ist man gleich der ganz böse Mensch.
Das geht so lange, bis Klein Welpi nicht mehr Klein Welpi ist, sondern ein verhältnismässig grosser Jungspund - und dann ist auf einmal das Geschrei gross, wenn das Hundi auf einmal nicht mehr auf wackeligen Welpenbeinchen drollig angewackelt kommt, sondern da ein schlacksiger Jungspund mit deutlich mehr Masse, Grösse und Tempo gegen einen hüpft.
Dann auf einmal soll Hundi etwas unterlassen, für das er vorher wochen- bis monatelang bestätigt wurde - wie soll Hundi das verstehen
- frei nach Obelix "die spinnen, die Menschen".
Das Verbellen am Stall würde ich als Unsicherheit interpretieren, nicht als Rudelführung. Dazu mal eine Beobachtung von meinen Hunden - unsere Jungspunds haben bei ankommenden Personen, ihnen seltsam vorkommenden Situationen usw. auch immer wieder verbellt. Die typische Reaktion unserer echt dominanten Althündin war dann "mal kurz Kopf in die Richtung und schauen, was los ist - aha, nix weltbewegendes, also desinteressiertes Weitergehen/schlafen/liegen........". Und Jungspund hat gesehen "aha, Chefin signalisiert 'kein Problem', also brauche ich nicht weiterzubellen".
Hat die "Chefin" in irgendeiner Form verstärktes Interesse gezeigt, also längeres Hinschauen, evtl. in die entsprechende Richtung gehen oder gar knurren/bellen - dann gingen die Jungspunds erst so richtig ab.
Und wie ist die typische Reaktion von Mensch auf bellenden Jungspund? Ganz klar - volle Aufmerksamkeit, lautes Rufen/Gebrüll von wegen "sei still" usw. Also komplette Bestätigung des Verhaltens des Jungspunds.
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Wie gewöhne ich ihm das Anspringen bei der Begrüßung ab?
Siehe oben, eigentlich durch komplettes Ignorieren. Allerdings nicht durch Dich, sondern durch die angesprungene Person. Nur wird das schwierig, da die Menschen idR äusserst lern- und beratungsresistent sind.