Zu deiner Überschrift "wie sehen das die Richter?"
Das sieht jeder Richter anders. Und das fängt schon bei der Unbefangenheitsprobe, sprich Chipkontrolle, an. Es gibt zwar eine PO, aber jeder Richter hat so seine Prioritäten, auf die er in der Prüfung Wert legt.
Hörzeichen sind vorgeschrieben. Handzeichen nicht erlaubt, wurde ja schon erwähnt.
Loben: in den Grundstellungen darf gelobt werden. Und Ihr müsst danach keine neue Grundstellung mehr einnehmen. Aber Du musst einen deutlichen zeitlichen Abstand zwischen Lob und Angehen für die nächste Übung bringen. Also:
Abschlussgrundstellung einnehmen - Hund loben - dann "21,22,23" zählen - Angehen für die nächste Übung
Und nicht aus dem Lob heraus angehen.
Ich selbst ziehe es vor, die GS neu einzunehmen. Liegt aber daran, dass für meine Hunde die GS einnehmen so positiv verknüpft ist, dass es schon fast einem Lob gleichkommt. Leider wird die Einnahme der GS bei vielen im Training stiefkindlich behandelt. Man könnte fast meinen, die GS gehört nicht zu den Übungen.
Fußgehen: "sportliche Haltung" *gggg*, vielleicht sollte die PO auch erläutern, was nun genau eine "sportliche Haltung" ist. Letztendlich findest Du hier auch wieder eine ganze Reihe unterschiedlicher Meinungen. Das reicht von "mit 90° angewinkelten Armen und nach vorn geneigtem Oberkörper bulldozerhaft nach vorn stürmen" bis zum "mit 'locker' herabhängenden Armen und Bestenstiel als Wirbelsäule aufrecht daherschreitend" *gggg*. Kannst Dir also aussuchen, was "sportliche Haltung" ist.
In einem sind sich inzwischen aber die meisten Richter einig. Sie wollen locker und "natürlich" mitschwingende Arme sehen, sowohl bei herabhängenden als auch bei angewinkelten. Keine angewinkelten Arme, die bis zum Kopf hochschwingen und auch keine am Körper egal in welcher Stellung "festgeklebten Gipsarme".
Wenn dein Hund derart auf die Armhaltung reagiert, dann ist er rein auf den Arm fixiert. Nun, deswegen fliegt man idR noch nicht durch eine BH-Prüfung durch, wenn alles andere soweit gut gezeigt wird. Solltest Du aber weitergehende Ambitionen haben, solltest Du daran arbeiten.
Was euer zweites Team betrifft. Wenn Hund schon im Training nicht in der Ablage sicher liegenbleibt, braucht ein Team mE gar nicht in der Prüfung antreten. Die wenigsten Teams sind wirklich so gut, speziell bei Ersthundeführern, dass sie diese 10 Punkte verschmerzen können. Dir muss eines klar sein. Die meisten HF, v.a. die Ersthundeführer, sind bei der BH-Prüfung so nervös, dass das jeweilige Team maximal 80-90 Prozent ihres Könnens zeigt. Wenn man dann davon ausgeht, dass schon mal 10 Punkte weg sind von wegen Ablage versaut .........
Durchgefallen ist auf jeden Fall erst mal der Hund, der aus der Ablage aufgestanden ist und sich entfernt hat.
Rennt er zum anderen Hund und fordert diesen zum Spielen auf, kommt es zum einen auf die Reaktionen des zweiten Hundes an und zum anderen auf die Ansicht des Richters.
Das sind dann die Situationen in denen Richterermessen entscheidet.
Schema: Das Schema ist bei der BH des VDH/AZG vorgeschrieben. Da gibt es keine Grundstellung vor dem LAufschritt.
Bianca
Zitat
aber es ist doch öfters so, dass ein Richter einen VPG Hund anders bewertet als einen Agility Hund?
Das war einmal. Und es gibt auch Richter, die hin und wieder noch so drauf sind. Aber aufgrund der immer schlechter werdenden Leistungen in der BH-Prüfung gab es in den letzten Jahren immer wieder Diskussionen, dass die Richter gefälligst nach PO richten sollen und nicht nach Leistungskarte.
Zitat
Was wohl auch an den Trainingsmethoden hängt
Neee, nicht an den Trainingsmethoden, sondern an der Einstellung des Hundeführers. Eine VERDIENTE 58 Punkte BH kann man auch als 13jähriges Mädchen mit Airedale Terrier über Clickertraining hinbekommen. Wenn die Einstellung zum Training stimmt.