Beiträge von Jali

    Deshalb wollte ich den Thread noch mal hoch holen und mal nachfragen ob es denn mittlerweile wieder mehr Züchter gibt die den ursprünglichen Chi züchten?


    Unter dem VDH wohl nicht. Ich schaue immer wieder mal, was die Züchterseiten so hergeben. Da sind nur vereinzelt mal Chis dabei, die relativ "gut" aussehen.

    Die meisten gehen in Richtung immer rundere Köpfe, immer kleinere und kürzere Schnauzen, längerer Rücken und sehr kurze Beinchen im Verhältnis.

    Wenn, muss man außerhalb suchen. Oder Mixe aus dem Tierschutz nehmen.

    würde ich genauso unterschreiben 😊

    Ich habe/hatte beide Rassen - Papillon und Chihuahua. Mein Papillonmädchen leider nicht lange, da sie schwer krank war. Charakterlich war sie total toll und super motiviert und begeistert von allem was ihr Köpfchen beschäftigt hat. Sie wäre sicherlich mit Agility usw. sehr glücklich gewesen.

    Chihuahua habe ich seit 18 Jahren, den ersten vor 18 Jahren von einer VDH Zucht, da sahen sie generell noch bedeutend besser aus als heute finde ich. Mein erster Chi starb mit 16 1/2 Jahren, war in dieser Zeit nie krank, ein robustes Kerlchen, immer begeistert dabei, wandern usw, hat er geliebt, je schwieriger das Gelände desto besser. Agility usw. hätte er im kleinen Rahmen Spaß dran gehabt, aber er hätte sicher nicht so "funktioniert" wie mein Papillon.

    Ich habe schon einen deutlichen Unterschied gemerkt was das angeht, ich habe meine Chi´s da als (weit) weniger ehrgeizig und spritzig erlebt als das Papillon-Geschoss😂

    Mein zweiter Chi ist jetzt 14 ein "second Hand" Hund, aus nicht VDH-Zucht, groß und mit schönem Kopf. Auch er ist bisher wirklich robust und gesund, wandern, überall mit dabei sein alles super und dazu in jeder Situation unglaublich brav und in sich ruhend. Dafür kann man ihn jagen mit jeder Art von "Arbeit"😅 Er mag das einfach nicht, er kann ein paar kleine Tricks, das reicht ihm.

    Mein Jungspund ist jetzt fast ein Jahr alt, aus Dissidenzzucht (bewusst so ausgesucht, da die Züchterin Chi´s ohne Qualzuchtmerkmale und auch größer als Standart züchtet). Ich finde es ganz grausam wie die Rasse heutzutage überwiegend gezüchtet wird, das waren urprünglich russische Linien mit der extremen Kurznasigkeit usw., die haben sich aus welchem Grund auch immer wohl stark durchgesetzt. Ich habe bei meiner Suche vor einem Jahr jedenfalls keinen einzigen VDH/FCI-Züchter gefunden mit Hunden die mir diesbezüglich gefallen hätten.

    Mein Junger ist wieder total anders als die anderen, mehr Terrierartig, starker Jagdtrieb, hat (noch?) keinen großen Bock was zu lernen, da sind andere Dinge vieeel wichtiger, aber auch er ist ein toller Begleiter, müde bekommt man ihn nicht so schnell, ein superliebes und witziges Kerlchen, hat keine Angst vor gar nichts, ist toll mit anderen Hunden und Menschen, freundlich zu jedem und auch generell ein total unkomplizierter Begleiter.

    Beim Papillon bin ich von der Gesundheit nicht mehr so überzeugt und würde mir keinen mehr holen, nicht nur wegen dem was mir passiert ist, ich habe seitdem viele Krankheiten und Probleme bei der Rasse mitbekommen. Ist aber nur mein Umkreis und natürlich nicht objektiv. Dazu fand ich es gar nicht leicht einen Züchter großer Papillons zu finden, ich hätte gerne einen 4-5Kg Hund gehabt, aber die meisten mit denen ich Kontakt hatte waren eher so Bereich um die 3 Kilo angesiedelt.

    was es für mich bei meinem Oldie irgendwie auch besonders schwer macht ist dass er einfach der bravste und liebste Hund der Welt für mich ist. Er war sein Leben lang so, trotz unschöner Aufzucht bei seiner Vorbesitzerin. Er ist einfach so unglaublich unkompliziert egal was wir machen, egal wo wir sind. Und ich habe das nicht "aus ihm gemacht", er ist einfach so, ich habe im Prinzip nie was mit ihm trainiert/trainieren müssen. Es sind so subtile Kleinigkeiten, er läuft im perfekten "Fuß" wie angeklebt neben meinem Bein wenn wir in einer Situation sind die das angenehmer macht, letztens im Möbelhaus z.B. Da könnte man vergessen dass er überhaupt da ist. Beim wandern wenn er angeleint sein muss und es mir angenehmer ist wenn er vor mir läuft, macht er das konstant und völlig von sich aus ohne dass ich ihm das sage muss. Im Restaurant rollt er sich zusammen und schläft, egal was um ihn rum los ist. Anderen Hunden und Menschen begegnet er ruhig und höflich. Im Hotel/Urlaub kann man ihn vom ersten Tag an alleine im Zimmer lassen, er geht dann in sein Körbchen und schläft solange wir weg sind und es juckt ihn nicht mal wenn im Nebenzimmer ein Hund bellt, das ignoriert er einfach. Er geht gerne spazieren, aber wenn mal ein paar Tage nichts geht außer Garten ist ihm das auch Recht. Er bellt eigentlich fast nie. Bei meinem Tierarzt hat er den Titel "bravster Minihund der Praxis" bekommen, er ist auch da einfach nur brav, lässt alles machen, hat nicht mal groß Stress, nimmt Leckerli usw. Er ruht so in sich, ist immer im reinen mit fast jeder Situation. Er war in seinem Leben auch nie krank oder hat sich verletzt. Dazu ist er ein totaler Schmusebär und lustiger Clown, er liebt es wenn man sich mit ihm beschäftigt. Er hat mir nie einfach nie Sorgen oder Stress gemacht.

    Wir hatten immer zwei Hunde, auch jetzt lebt er mit einem jungen Kumpel zusammen und er nimmt sich da immer zurück, lässt dem anderen immer den Vortritt. Sodass sowohl sein langjähriger leider verstorbene Freund und auch der jetzige Nachwuchs, die beide vom Charakter her deutlich fordernder und präsenter waren/sind oft im ersten Moment irgendwie mehr Aufmerksamkeit bekommen als er. Ich achte zwar immer sehr darauf dass er die selbe Aufmerksamkeit bekommt, aber er hat sich glaube ich trotzdem oft zurückgesetzt gefühlt. Und das tut mir einfach so leid. Ich habe immer den Drang ihm irgendwas besonderes zurückgeben zu wollen, ihm sagen zu wollen wie toll er eigentlich ist und irgendwie wird die Zeit langsam knapp und ich habe das Gefühl ihm einfach nicht genug zurückgegeben zu haben.

    Vielleicht hätte ich ihm den Nachwuchs ersparen sollen, vielleicht hätte er ein paar Jahre als verwöhnter Einzelhund der mit niemandem teilen muss total schön gefunden. Ich wollte so gerne dass der neue Hund ihn noch kennenlernt, von ihm lernt und vielleicht ein paar Eigenschaften von ihm übernimmt. Das ist jetzt auch so und funktioniert wie gedacht, aber das war ja trotzdem nur mein Wunsch, nicht seiner.

    Ich habe mich sehr in deinem Text wiedergefunden, inklusive der drei Phasen :D. Ich habe einen 14 Jahre alten Senior hier, der zwar fit ist und auch gut frisst, aber ich weiß wie schnell das kippen kann und dass er in seinem letzten Lebensabschnitt angekommen ist.

    Ganz schlimm ist es wenn ich drüber nachdenke wie knapp unsere Zeit wahrscheinlich noch bemessen ist, das ist fast nicht zu ertragen. Deshalb versuche ich da nicht groß drüber nachzudenken und im Moment zu leben. Ich nehme mich auch ein Stück weit raus "aus der Verantwortung" indem ich mir immer wieder bewusst mache dass ich immer tue was ich kann für meine Tiere, alles darüber hinaus müssen sie/muss ihr Körper und ihr Lebenswille selbst schaffen. Ich kann nichts und niemanden zwingen zu leben, das liegt nicht in meinem Bereich, das kann ich einfach nicht möglich machen.

    Ich versuche so Druck rauszunehmen und versuche alles zu akzeptieren was kommt. Ich weiß nicht ob es so rüberkommt wie ich es meine, ich kann es so schwer in Worte fassen:see_no_evil_monkey:.

    Ich habe lange überlegt ob ich meinen "Weg" dazu schreiben soll, weil das wahrscheinlich den gängigen Lehren total widerspricht, aber da ich auch kleine Gesellschafts- und Begleithunde habe (Chihuahua), die dazu neigen an einem zu kleben hilft es vielleicht 😊

    Und zwar habe ich das alleinebleiben einfach gar nicht aktiv geübt 🙈 Hund 1 kam als klebender Welpe, ich habe ihn solange kleben lassen wie er es wohl brauchte und hab aktiv gar nichts gemacht. Sobald er sich zuhause gefühlt hat (und das hat bei ihm schon ein paar Monate gedauert) wurde das von allein immer weniger und er konnte irgendwann super allein sein bzw. bleiben.

    Hund 2 kam mit 8 Monaten zu mir, ihn habe ich Anfangs Kaugummi genannt, er war wirklich ein an mir klebender Kaugummi. Er war aufgrund blöder Vorgeschichte einfach auch sehr unsicher. Auch ihn habe ich kleben lassen solange er wollte und auch er (jetzt ist er 14) hat damit nach einiger Zeit von allein aufgehört als er diese starke Nähe einfach nicht mehr brauchte. Auch er kann völlig entspannt allein daheim bleiben.

    Hund 3 ist jetzt 10 Monate alt, bei ihm ist meine Erinnerung also am frischesten und da er ein ganz anderer Typ ist als meine anderen beiden (viel frecher und selbstbewusster) klebte er nie so sehr an mir, aber fand es richtig doof wenn er wo nicht mithin durfte. Er hat sich da als Welpe auch richtig reingesteigert. Dann habe ich ihn die erste Zeit halt überall hin mitkommen lassen. Auch bei ihm hat es von alleine nachgelassen als er älter wurde und mittlerweile kann er schon gut 1 1/2 Stunden allein bleiben, bzw. ich kann ihn auch mittels Türgitter mal aussperren wenn er den Senior mal nervt ohne dass er Theater macht. Oder ihn nicht überall in jeden Raum mitkommen lassen, ist auch kein Problem mehr.

    Also bei mir ist das sozusagen "organisch gewachsen", ich hab mir da gar keinen Stress gemacht und finde es auch irgendwie normal dass ein Welpe nicht ganz allein bleiben will.

    Dein Verlust tut mir sehr Leid, es ist einfach unglaublich schmerzhaft und schockierend wenn man einen Hund gehen lassen muss.

    Ich hatte 2 Senioren (jetzt noch einen) und wusste schon vor dem Tod meines ältesten Hundes dass ich, nach ihm, wieder einen (Zweit) Hund möchte. Irgendwie hat mir der Gedanke daran -an diesen zukünftigen Neuanfang- geholfen meinem Senior beim Altwerden zuzusehen.

    Sein Tod war für mich eine der schlimmsten und traurigsten Erfahrungen in meinem Leben, es hat mich zutiefst erschüttert. Obwohl ich dachte mich innerlich so gut es geht vorbereitet zu haben...

    Aber trotzdem ist ein paar Monate später ein Welpe hier eingezogen und ich hatte niemals den Gedanken eines Verrats. Die Beziehung zu meinem verstorbenen Hund ist so eng und so tiefgreifend persönlich gewesen, dieses Gefühl für ihn bleibt und wird nicht angetastet von einem anderen Hund. Genauso hat jeder meiner anderen Hunde so ein ganz persönliches Gefühl, einen eigenen Platz in mir, den kein anderer einnehmen kann. Als hätte jeder sein eigenes großes Zimmer in meinem Herzen, da wird nichts ersetzt. Aber ein Zimmer dazu "gebaut" für einen potentiellen neuen Hund.

    Und mir hat es so sehr geholfen wieder einen Welpen zu haben, dessen Leben erst beginnt und der eine ganz eigene Leichtigkeit und Lebenslust mitbringt.

    Ich glaube aber übrigens schon dass es immer einen Grund gibt wenn meiner mäkelt, also ich bin sicher er wartet nicht auf "was besseres". Deshalb bin ich immer auf seine Vorlieben eingegangen und das mäkeln wurde dadurch nicht schlechter sondern besser, was auch dafür spricht dass es (bei uns) kein "Spielchen" ist.

    Er bekommt auch was für den Darm (Sivomixx), obwohl er da nie Probleme angezeigt hat. Es tut ihm, habe ich das Gefühl, trotzdem gut.