Beiträge von Nyriah

    Emil läuft bei mir immer frei, weil ich halt meine Umgebung im Blick habe. Ist ein Hund zu sehen, leine ich an. Das ist auch gar kein Ding, Emil ist froh, wenn ich das manage, durchstarten bei Hundesichtung tut er eher nicht.

    Mein Mann hat Emil immer an der Leine, weil das kleine Plüsch auf ihn pfeift. Und mein Mann geht auch immer mit Kopfhörer und hört Musik. Würde ich nie machen, aber er lässt sich nix vorschreiben und genau wie du bin ich ja froh, wenn er geht.

    Emil unterscheidet aber sehr genau mit wem er unterwegs ist. In allen Belangen. Beispiel Losgehen zum Gassi. Ich verlasse das Haus erst, wenn beide anständig und ruhig neben mir warten, (...)

    Also was ich sagen will, Dein Hund weiß sehr genau wer an der Leine hängt. Und wenn du wieder fit bist hat euch das nicht um Lichtjahre zurück geworfen, so ist das hier jedenfalls. An die Regeln erinnern und fertig.

    Kastra wird da nix dran ändern, wenn es der Chip nicht getan hat. Emil hat unter dem Chip auch weiter rumgeprollt. Jetzt ist er kastriert und ich bin mir sicher, es wird sich genau gar nichts ändern.

    Ja, das denke ich auch. Wenn ich mit ihm das Haus verlasse, dann geht er immer hinter mir. Da wird gar nicht diskutiert. Meinem Mann ist das egal, da geht der Hund als erster.

    Durchstarten bei Hundesichtung täte er glaube ich schon. Da er selten frei läuft und nur wenn ich bis zum Horizont blicken kann und niemanden und nichts sehe, hab ich das lange nicht getestet. Und weiß auch nicht, ob ich das testen möchte, könnte ja schief gehen.

    Das mit der Kastra sehe ich genauso...

    Die sehen das in den allermeisten Fällen gar nicht. Emil hasst das auch ganz besonders. Und wenn er dann anfängt zu brüllen werde ich gerne gefragt, warum mein Hund so aggressiv ist, der eigene guckt doch nur. Naja, gucken ist nicht gleich gucken.

    Oh doch, das sehe ich, dafür habe ich den Blick, eben weil ich weiß, dass Bucky da so drauf reagiert. Ich unterbinde das andersrum sofort, auch wenn das gerne Diskussion gibt. Aber ich finde es einfach unhöflich, da nicht drauf zu achten bei seinem Hund, weil man ja nie weiß, wie der Gegenüber reagiert. Und man muss es anderen ja nicht unnötig schwer machen.

    Aber hast du einen Hund, der zwar fixiert, aber sonst nichts, ist es scheinbar den meisten egal. Die sehen das Proble einfach nicht.

    Hier treffen wir oft zwei Jagdhunde. Die gehen ganz brav bei Fuß, aber wenn sie Bucky sehen, dann fixieren die wie Sau. Beide. Man sollte meinen, als Jäger erkennt man das, aber die Besitzer wundern sich immer nur über Bucky. Wobei wir das inzwischen ganz gut bewältigt kriegen ohne dass Bucky ausrastet. Übung und so...

    Uiuiui, das ist ja schon ein ganz schönes Geschoss. Lucifer hat 65cm und 25 kg, das ist schon nicht immer ohne. Wobei der kein Artgenossenproblem hat, aber gerne mal ein Reh erlegen würde und das auch ganz Brandenburg wissen lässt :roll: .

    MK würde ich auch auftrainieren. Macht generell Sinn.

    MK kennt er, hat er. Haben wir schon in jungen Jahren wegen Urlaub in Österreich auftrainiert. Da erstmal nur, weil es in den Gondeln benötigt wurde, nicht weil er grundsätzlich musste.

    Und ja, wenn der eskaliert, dann bin ich oft froh, kein 55 kg Püppchen zu sein :rolling_on_the_floor_laughing:

    Aber man wächst mit den Aufgaben, inzwischen weiß ich, wie ich ihn halten muss und hab auch das Vertrauen in mich, dass ich es kann. Schön ist es trotzdem nicht. Das einzig Gute ist, dass er NUR nach vorn, also zum anderen Hund, zieht und sobald wir den passiert haben, ist er sofort wieder ruhig, schüttelt sich einmal und tut als wäre nie was gewesen.

    Um jetzt von mir zu sprechen:

    Ich geb den Hund ja nur Leuten mit bei denen ich wirklich weiß dass die das hinbekommen, und wenn ich da Zweifel hab nur mit Führleine und Maulkorb oder eben garnicht.

    Jemand der da nicht beim Hund ist oder irgendeine meiner Anweisungen nicht beachtet, bekäme je nachdem meinen Hund garnicht erst mit oder darf sich ordentlich was anhören.

    Ja, das ist leicht gesagt. Mein Mann ist der einzige außer mir, der Bucky führt. Noch ein Freund, der selber mal einen rüdenaggressiven Rottweiler hatte, da weiß ich, der kriegt das hin und kennt Bucky gut.

    War auch mal anders gedacht, Unser Plan B und C hat sich mit zunehmender Größe etwas verflüchtigt. Deswegen bin ich froh um besagten Freund, der sich dann aufgetan hat. Damit Bucky wirklich nur im allergrößten Notfall zu Plan B oder C müsste. Zu Menschen ist er ein Schatz, zu Hause total unkompliziert, aber draußen die Rüden halt...

    Mein Mann ist schon echt ein Lieber, das soll hier nicht falsch rüber kommen. Und bisher war ja auch immer alles okay. Er kennt Bucky ja nun auch von Welpe an und kommt generell mit den 35 kg klar. Tja, wenn er nicht mit dem Kopf in den Wolken schwebt. Also ja, ich werde ihm sagen, dass das mit den Kopfhörern nicht geht und er mehr beim Hund sein muss.


    Und übrigens trägt Bucky stets beides, Halsband und Geschirr. Ans Geschirr kommt er nur, wenn wir in Wald und Wiese unterwegs sind und die Schlepp dran ist. Sonst wird er kurz am Halsband geführt. Übrigens bei Flexi und Schlepp habe ich immer einen Kurzführer (integriert in den Stoßdämpfer) mit dran, damit ich bei Hundebegegnung den Hund gescheit halten kann. Schlepp ist ja so eine Sache beim Kurzhalten.

    Glaub das macht mein Mann auch anders, der nutzt das Halsband nicht. :thinking_face:

    Hätte in der Situation ja aber auch nicht geholfen, weil er ja in dem Moment an der Flexi war und dann natürlich am Geschirr.

    Aber er musste lernen, das ich eine heftige Reaktion seinerseits nicht toleriere.

    Und wie hast du das gemacht? Wie machst du ihm das deutlich?

    Ich hab ja am Anfang oft versucht die seichte Schiene zu machen. Abseits absitzen lassen, mich davor stellen, mit Leckerchen ablenken etc. pp. Das hat gar nicht gebracht. Irgendwann (wahrscheinlich wear ich mal echt stinkig auf ihn) hab ich dann festgestellt ein scharfes, deutliches Ansprechen (eher ein aus der Not heraus, nicht wirklich aufgebautes Abbruchsignal) hilft viel mehr, als diese Wattebäuschchen.

    Was ist Bucky für ein Hund? Wie alt? Wie groß? Welche Rasse? (Oder was vermutet ihr?)

    Er ist 3,5, knapp 70 cm, 35 kg, ein Appenzellermix. Was sonst noch drin ist? Keine Ahnung, hab mal so einen DNA Test gemacht, da stand noch Labrador, Deutscher Schäferhund, Berner Sennenhund (was ich gern glaube, da einige Geschwister längeres Fell haben) und Eurasier. Ob man sich darauf verlassen kann? Keine Ahnung. Ich finde schon, er hat viel Appenzellergene im Blut. Er ist sehr wachsam und eigenständig. Nur das Verfressene, das scheint vom Labbi zukommen...

    Ich kann aber ja jetzt nicht meinem Mann die alleinige Schuld geben. Vor allem bin ich ja froh, dass er das so bereitwillig macht, auch wenn er eigentlich Stress genug hat.

    Ich denke halt auch, die Erziehung war noch nicht richtig.

    Es ist so deprimierend zu lesen, wenn andere das scheinbar easy hinbekommen, dass ihr Hund auch bei Hunden, die sie sch... finden, trotzdem so gut erzogen sind, dass sie diese zumindest ignorieren können.

    Das klappt bei uns mal, aber lange nicht immer. Sehe ich die Hunde früh genug, reagiere entsprechend und deckel Bucky gut, dann klappt das. Trotzdem schaffe ich das einfach nicht immer. Genauso oft gehe ich drei Schritte auf die Seite und halte ihn am Geschirr, damit er nicht ausrastet. Auf Fixieren von anderen reagiert der so extrem, dass findet er einfach empörend.

    Mich ärgert das auch immer, das andere so langes und heftiges Fixieren bei ihren Hunden nicht unterbinden. Aber klar, wenn der eigenen Hund trotzdem ruhig dabei bleibt, ist es einem wahrscheinlich egal, weil man selbst ja kein Problem hat und das bei anderen nicht sieht.

    Ich hab jetzt nicht den ganzen Thread gelesen, sorry dafür!

    Aber ja, ich habe oft Zweifel ob ich alles richtig mache, das hinbekomme, was zu einem gut geführten Hund dazu hört.

    Bucky ist ein Mischling und irgendwie 15 cm größer und 10 Kilo schwer geworden, als alle seine Geschwister und vor allem, als geplant war. Ich wollte nicht mit so einem großen Hund starten. Aber er wuchs und wuchs und naja, er war halt dann da.

    Und Liebe ist ja nicht an Größe gekoppelt :relieved_face:

    Dann wurde er rüdenaggressiv, jagdlich motiviert etc.

    Und ich kann eins einfach nicht gut, ihn körpersprachlich begrenzen oder erziehen. Das fehlt mir einfach.

    Und so entspannt, wie manch andere Hundehalter, die nach dem Motto leben, der tut nix oder die klären das schon unter sich, bin ich einfach nicht. Ich habe einen großen Hund, der durchaus beschädigen könnte. Da möchte ich nichts dem Zufall überlassen.

    Ja, natürlich bin ich mit der Zeit geübter im Umgang mit ihm, hab viel Trainiert, mir Hilfe geholt etc. pp.

    Aber ich fühle mich weiterhin noch als Anfängerin und habe deswegen oft Zweifel. (siehe auch meinen grade erstellten Thread.

    Ich hatte die Idee von einem freundlichen Hündchen, das alles und jeden liebt und das ist er nicht. Gut, inzwischen hab ich akzeptiert, dass die Gene da halt einfach auch viel machen (er ist ein Appenzellermix) trotzdem denke ich oft, ich schaffe das mit der Erziehung nicht und er wird nie in seinem Leben entspannt frei laufen können, weil ICH es nicht hinbekomme.

    Also ja, ich habe oft und viel Zweifel. Und ich beneide die, die da so entspannt damit umgehen können. Aber das sind auch meist die erfahrenen Hundebesitzer, wo es wahrscheinlich eher Kleinigkeiten und nichts grundlegendes ist, schätze ich mal.

    Die auch wissen... es gibt schlimmeres :woozy_face:

    Wir hatten heute eine nicht so schöne Episode mit Bucky. Sorry, wird etwas lang.

    Ich muss etwas ausholen. Die letzten Wochen und Monate mit Bucky waren richtig toll. Man hat gemerkt, dass er endlich erwachsen ist. Er ist viel leichtführiger geworden, hat weniger Flausen im Kopf, ist aufmerksam, und unterwegs ist einfach nur entspannt und schön.

    Dennoch hat er weiterhin eine gewisse Rüdenaggressivität (ggü anderen großen, vor allem dominaten Rüden, die ihn fixieren etc.), an der mMn auch der eingesetzte Chip nichts geändert hat. Wir hatten diesen vor einem Jahr gesetzt, weil er so extrem an Pipistellen festklebte und Hündinnen ständig bedrängt hat. Und klar, einen Funken Hoffnung hatten wir auch, dass er dann etwas angenehmer im Umgang mit Geschlechtsgenossen wird. Ich persönlich kann da aber nicht wirklich einen Unterschied feststellen, für mich ist das also kein Hormonproblem, eher territorial. Jedenfalls läuft der Chip jetzt langsam aus. Seit ca. 6 Wochen merkt man das schon deutlich. Da wir das Pipilecken und seinen Umgang mit Hündinnen trotzdem gut im Griff haben, sehe ich keinen Grund nun den Chip zu verlängern oder aber gar zu kastrieren. Ich wollte den Chip immer in erster Linie nutzen um erziehungstechnisch besser voran zu kommen und das hat ja gut geklappt. Naja, außer bei anderen Rüden, wobei er da auch ruhiger geworden ist, und auch ich besser damit umgehen kann. Hab mich da auch etwas mit abgefunden, dass er die nie toll finden wird.

    Nun bin ich seit einer knappen Woche krank und mein Mann hat die Gassirunden komplett übernommen. Da er arbeitsmäßig viel zu tun hat, bekommt Bucky aber nur das nötigste. Morgens und abends eine 45 min. Runde, immer die gleiche und mittags nur eine kurze Pipirunde um den Block. Zudem nutzt mein Mann die Gassizeit um gleichzeitig über Kopfhörer Podcasts, Nachrichten etc. zu hören, also gesprochenes Wort, keine Musik. Heißt für mich, er ist nicht voll beim Hund. Da er aber ausschließlich angeleint geht (Flexi), empfand ich das zwar als schade für den Hund, aber nicht als Problem.

    Jedenfalls ist es nun gestern auf der Abendrunde zu einem unschönen Vorfall gekommen. Die beiden waren auf einer ca. 4-5 m breiten wenig befahrenen, unbeleuchteten Straße (zwischen 2 Feldern, mit Bäumen am Rand) ohne Bürgersteig unterwegs, Bucky so 3 Meter vor ihm, eigentlich entspannt. Es war schon dämmerig und mein Mann sagt er hat den entgegenkommenden GR nicht gesehen und auch nicht an Bucky gesehen, dass der nervös wurde oder so. Bis Bucky dann plötzlich auf den GR auf der anderen Straßenseite losgeprescht ist, meinem Mann die Flexi aus der Hand gerissen hat und auf den anderen Hund los ist.

    Jetzt ist mein Mann nicht so oft mit dem Hund unterwegs und beschäftigt sich auch nicht unbedingt intensiv mit so Dingen wie Körpersprache etc. ER sagt, Bucky hätte die Zähne eingesetzt und wäre richtig aggressiv auf den anderen Hund los, der eher versucht hätte sich hinter seinem Frauchen zu verstecken, denn zurückgepöbelt hätte. Vielleicht war es auch "nur" ein Kommentkampf, ich weiß es nicht, der kann ja auch schlimm aussehen.

    Der andere Hund wurde von seinem Frauchen untersucht, sie hat nichts gefunden, keine offensichtlichen Verletzungen.

    Jedenfalls bin ich richtig geschockt. Ja, ich weiß, dass Bucky ein echter Kotzbrocken bei anderen Hunden sein kann und auch drauf geht, wenn er die Gelegenheit hat, die er aber selten bis nie hat, da wir ja um die Problematik wissen und ihn entsprechend umsichtig führen. Er läuft immer noch mind. mit Schleppleine und und wenn ich nicht 100% bei ihm und der Umgebung sein kann, ist die auch in der Hand. Bei Hundebegegnungen, wird er kurzleinig direkt am abgewandten Bein geführt. Da bin vor allem ich echt super vorsichtig, weil zwei so große Hunde trennen, wenn was ist, ist nicht witzig. Und ich hab halt auch immer schiss, dass es mal zu einer Anzeige kommt. Oder gar ernsthaften Verletzungen.

    Es kam in seinem Leben 2 x zu einem körperlichen Aufeinandertreffen mit anderen Rüden, die zu einem Kampf führten. Das erste Mal, war sein erstes Mal überhaupt, da waren wir einfach nicht drauf vorbereitet, das war schlicht Anfängerfehler. Ich sag nur Hundewiese in jungen Jahren. Und das zweite Mal lief der andere Hund frei und ist auf meinen mit (festgehaltener) Schleppleine getroffen. Beide Male hat Bucky letztlich angefangen, aber es waren "nur" Kommentkämpfe und Bucky hat bei beiden schnell den Rückwärtsgang reingelegt, als es ernst wurde und der andere seine Meinung klar gemacht hat. Er prollt zwar gern, aber bei Kämpfen zeiht er schnell den Schwanz ein. So meine bisherige Einschätzung.

    Jetzt bin ich total verunsichert. Es lief soooo gut bei uns. Vor allem, weil ich nicht dabei war und das nicht genau analysieren kann. Mein Mann sagt, wir sollen ihn doch kastrieren. Ich denke aber, das wird das Problem nicht lösen, hat der Chip ja auch nicht. Jetzt sehe ich mehrere Probleme, die mitspielen: Hund nicht richtig ausgelastet, Mann nicht richtig beim Hund, Dämmerung (da verhält Bucky sich immer etwas nervöser, als tagsüber), Feindbild GR (einer, nicht der von heute, ist sein erklärtes und absolutes Feindbild, der von dem 2. Vorfall).

    Wie geh ich jetzt damit um? Mit mir ist grade wenig anzufangen, ich bin echt stark körperlich eingeschränkt zur Zeit, das heißt die Auslastung wird so schnell nicht besser. Vor allem wird mein Mann ihn nun ja noch enger führen. Ich hab grade das Gefühl, das ganze Training, was ich mit ihm durch hab, geht den Bach runter. Und wir waren so ein toll eingespieltes Team. Natürlich bin ich froh, dass mein Mann mich so unterstützt. Es ist mein Hund, alle Erziehungsarbeit mache ich. Und ich mach das gern, das wollte ich ja immer. Ich will meinem Mann da keine Vorschriften machen, wie er die Gassirunden gestaltet, er selbst hat dem Hund zwar zugestimmt, wäre ohne aber auch glücklich gewesen. Letztlich hat er mir zuliebe zugestimmt. Und vor allem weiß ich ja nicht wirklich, ob das mit Teil des Problem war gestern.

    Wie seht ihr das? Meint ihr Kastration bringt da irgendwas? Ich will das für mich nicht total ausschließen, sehe aber zur Zeit nicht, dass das an DER Sache was helfen wird.

    Soviel zum Thema Selbstzweifel beim Hund, gibt es da nicht auch einen Thread zu??

    Also richtig rammeln, Kissen, Beine, was weiß ich, das ist hier noch nie vorgekommen.

    Allerdings versucht er immer wieder bei Hündinnen, egal ob kastriert oder nicht, aufzureiten (wird natürlich unterbunden).

    Das nervt manchmal maximal.

    Ich bin nicht so der Experte, aber würde sagen, das ist auch eher Dominanzgehabe, denn bei souveränen Hündinnen passiert das nicht.

    Von daher sind die ersten paar Minuten von gemeinsamen Spaziergängen mit den uns bekannten, eher unterwürfigen Hündinnen immer wirklich ätzend, bis er gemerkt hat, ich meine das wirklich, also ganz wirklich ernst damit, dass er das zu lassen hat.

    Immerhin haben wir das inzwischen so weit im Griff, dass er sich verbal abbrechen lässt. Leider nicht nachhaltig genug, dass er es beim nächsten Treffen nicht wieder versucht.

    Da könnte er meinethalben lieber ab und an ein Kissen rammeln.

    Es kommt halt immer auf das Individuum und die Motivation sowie die Tagesverfassung drauf an. Snaedis hat die Angstaggression ihres Rüden gegen andre Hunde mit einer Mischung aus Bögen laufen, Zeigen und Benennen und Geschirrgriff in den Griff bekommen - erst, als eine gewisse Basis da war, konnte sie ihn dann auch mal aversiv daran erinnern, dass ein Auszucken in dieser Situation für ihn nicht mehr nötig ist. Wobei tatsächlich der Geschirrgriff bei ihm geholfen hat, einen Fuß in die Tür zu bekommen und ihn aus seinem "Wahn" herauszuholen.

    Wenn die Motivation aber anders liegt, der Hund es z.B. einfach nur geil findet, andre Hunde anzufahren (man hat ja auch immer Erfolg damit, weil der andre Hund dann abzieht - wäre er zwar auch so, aber darum geht's ja nicht ^^), dann wird's halt schwierig ein Verhalten aufzutrainieren, was der Hund noch besser findet. Dann kann ein klares "So nicht, Freundchen!" dem Hund sehr viel beser begreiflich machen, dass sein Verhalten unerwünscht ist.

    Natürlich kommt es immer auf den jeweiligen Hund und die Situation an. Ich hab ja nur von uns gesprochen.

    Das gilt doch bei allen Trainingsmethoden, die es gibt. Den ultimativen Leitfaden für alle Hunde gibt es leider nirgends.

    Mal abgesehen davon, dass ich einen selbstsicheren Pöbler nimmer am Geschirr führen würde.

    Im Alltag tue ich das auch nicht. Aber im Wald ist halt noch immer eine (Rest-)Schleppleine dran und die natürlich am Geschirr. Und auch da kommt einem ab und an ein anderer Hund entgegen. Dann nehme ich die Schlepp halt kurz auf und fasse ggfl. ins Geschirr.

    Naja, ich schätze mal für ein ordentlich positiven Aufbau ist es jetzt eh schon zu spät bei uns :)

    Aber danke für den link, ich schau mir das mal an.

    Ich kann bei uns klar sagen, ich hab ewig versucht, Bucky andere Rüden "schön" zu reden.

    Immer brav positiv bestätigen, abwenden, pendeln, Klick für Blick, Kekse, etc. pp, alles probiert, war dem Hund total egal.

    Irgendwann ist mir dann mal die Hutschnur geplatzt und ich hab ihm einen verbalen Anschiss gegeben. Und siehe da, das was monatelanges positives Training nicht gebracht hat, hat ein kleiner Wutausbruch von mir in 3 Sekunden geschafft.

    Noch heute kommen wir deutlich besser klar, wenn ich ihm ein scharfes "lass es" gebe, statt einen Keks.

    Klar, anschließend, wenn er es wirklich gelassen hat, kommt die verbale Bestätigung und ev. auch der Keks, aber nachdem ich aufgehört habe mit Wattebäuschchen zu werfen, hat der Hund geschnallt, was ich von ihm will.

    Ich sage es mal so. Hunde lecken sich untereinander auch nicht freundlich die Ohren, wenn ihnen was nicht passt. Da gibt es auch mal knackige Ansagen.

    Wir reden hier ja nicht von körperlicher Gewalt gegen Tiere. Das ist ja nochmal eine ganz andere Kiste.

    Geschirrgriff? Total super! 2x beim Junghund (Whippet) angewendet, der gerne mal aus dem Nichts auf den Althund (Chinese Crested) hüpfte - Junghund hat gelernt: Mobben von Kleinhunden führt zu Geschirrgriff, dann erhalte ich super-duper Belohnung (Frisbee). Hat 3 Jahre und schließlich einen kompletten Ausraster meinerseits gebraucht, bis der Hund nicht mehr auf dieses Verhaltensmuster zurückgegriffen hat. Natürlich hätte ich Gassi mit Kleinhunden komplett vermeiden können oder den Whippet derweil nur an der Leine führen können. Nachdem die Kleinhunde zur Familie gehören, war das erste keine Option. Das zweite führt zu mehr Einschränkungen für den Whippet als ein angemessener, aversiver Abbruch - 3 Jahre dauerte es nur, weil ich nie so heftig mit meinem Hund umgehen wollte, wie ich es Dank Geschirrgriff musste (der mir übrigens von einer Trainerin für diese Situation empfohlen wurde!). Hätte ich beim Junghund statt des Geschirrgriffs einen aversiven Abbruch gesetzt, wäre das Thema nie bis ins Erwachsenenalter geblieben und ich hätte bei Weitem nicht so massiv werden müssen. Jin ist mein erster eigener Hund, sie hat hin und wieder meine Fehler ausbaden müssen (oder für sich genutzt |) )

    Jetzt muss ich mal kurz eine OT-Zwischenfrage stellen. Thema Geschirrgriff. Ich nutze den, wenn Hund bei anderen Rüden mal eskaliert. Einfach draus geboren, dass ich ihn so besser halten kann. Hab das gar nicht aufgebaut oder so, sondern einfach irgendwann mal gemacht, wusste gar nicht, dass es das als Trainingsdings gibt. Gibt es da eine Trainingskette, die ich hätte aufbauen sollen/müssen?

    Belohnt hab ich den Hund dafür noch nie, außer verbal gelobt, wenn er sich schnell wieder beruhigt hat oder gar nicht erst komplett ausgerastet ist. Dann gibt es auch mal einen Keks, aber das hat für mich nichts mit dem Geschirrgriff zu tun, sondern bezieht sich auf den nicht stattgefundenen Ausraster. Also dachte ich.

    Der Griff ins Geschirr ist für mich echt nur eine Sache der besseren Kräfteverteilung :thinking_face: