Beiträge von Limetti

    Gäbe es eine vernünftige einheitliche überregionale Plattform, die z.B. vom deutschen Tierschutzbund evtl. gemeinsam mit anderen Verbänden betrieben wird, dann bräuchte es auf der eigenen Webseite gar keine umfangreiche separate Vorstellung der eigenen Tiere mehr. Es gäbe stattdessen eine zentrale Zugriffsmöglichkeit auf alle in ein System eingepflegten Tierschutzhunde deutschlandweit

    Klingt für mich nach: Ich möchte bitte einen Onlinesupermarkt für Tierschutzhunde, damit ich keine Mühen habe.

    Leider total im Trend der Zeit, die Arbeit verlangt man von anderen, selbst ist man zu bequem

    Wir diskutieren hier ja über die Vermittlung schwieriger oder grundsätzlich schlecht vermittelbarer Hunde.

    Das Thema ist, ob wir ein systemisch Problem mit dem Tierschutz haben, vor allem, aber eben nicht nur, mit gefährlichen Hunden

    Ich bin mir aber ganz sicher, dass ich nicht stundenlang recherchieren werde und das dann immer mal wieder, ob nicht vllt dann irgendwo. Nee, dann eben nicht, es sei denn der Zufall erreicht mich irgendwie.

    Meine Meinung: Einen TschHund nimmt man aus Überzeugung, nicht, weil die Suche bequem ist. So wie ich auch aus Überzeugung keinen Züchter unterstützen würde, selbst wenn das mein Nachbar wäre. Weil das meine Lebensphilosophie ist. Ein Züchterwelpe passt nicht in mein Leben und widerspricht so ziemlich allem was ich möchte und wovon ich überzeugt bin.

    Genauso, wie ich keinen Auslandshund möchte. Weil es in Deutschland genug Elend gibt. Es gibt auch keine Seite, die mir bequem nur deutsche Notfälle auf eine Website schnalzt. Ich mußte tatsächlich lange suchen. Das war nicht einfach, ich hab Monate geschaut. Weil es meine Überzeugung ist und ich brauche es nicht bequem. Muß jeder für sich selbst entscheiden. Aber zu sagen, ich nehm keinen TschHund, weil mir die Suche danach zu umständlich ist... naja

    Zudem würde ich dringend dazu raten, ein entsprechendes Online-Portal aufzubauen, evtl. könnte man damit schon einige erfolgreiche Zusammenführungen erreichen. Mir wäre es so jedenfalls zu mühselig, wenn ich eine explizite Vorstellung von meinem Hund habe. Soll man da jetzt alle Tierschutzvereine ausfindig machen und durchklicken oder muss man die Leute auf Facebook oder im Forum für eine Suche involvieren. Dass es ein solches Portal nicht gibt, das schockiert mich wirklich.

    so ein bisschen zumindest. Vermittlungsportal | Hilfe für HSH e.V. (herdenschutzhundhilfe.de)

    Nein, ich finde ein solches Portal nur bedingt hilfreich. Viele TschVereine vermitteln nur in einem bestimmten Umkreis und es gibt für seine Rasse oder Mix oder handicap oder Senior oder oder überall Websites und FB etc.

    Wer schreibt schon, "ich habe einen Auslandshund, der sich wunderbar in unsere Familie einfügt. Ich habe keine Probleme mit ihm, muss deshalb auch nichts fragen."

    Cindy war aus der Tötung und war der einfachste Hund, den man sich vorstellen kann. Total normal, freundlich, brav, lief immer ohne Leine (und leider war das nicht mal mein Verdienst meiner tollen Erziehungskünste, sie war einfach so), konnte alleine bleiben, fuhr im Auto mit, war verträglich, bescheiden.


    Ein Problem, das der deutsche Tierschutz hat, ist sein Ruf. Daß Tierheime angeblich nicht vermitteln möchten, daß sie zu hohe Ansprüche haben. Daß nur gestörte Hunde in deutschen Tierheimen sitzen.

    Das nächste Problem ist der Online Wahn der Hundesuchenden. Was nicht auf irgendeiner Website gemütlich von der Couch aus ausgesucht werden kann, existiert nicht. Ich kenne ein tolles kleines Tierheim, dessen Website ist eine Katastrophe. Optisch und von der Aktualität. Was macht man? Ganz einfach, man fährt persönlich zu den Öffnungszeiten ins Tierheim. Aber das empfinden einige ja schon als Zumutung. Und dann spricht man dort mit den Mitarbeitern. Oder schickt vorher eine Mail (mein Weg). Und es sitzt da halt vielleicht nicht grad ein passender Hund, aber zumindest ich wurde informiert, als später ein passend erscheinender Hund zur Vermittlung stand. Man muß halt reden mit den Leuten.

    Ein weiteres Problem: Menschen sind so manipulierbar. Aus welchen Gründen auch immer sind derzeit rumänische Tierschutzhunde "in". Mit "in" meine ich, daß sie aus welchen Gründen auch immer im Fokus stehen, wenn Leute einen TschHund haben wollen. Die anderen Länder, die früher "in" waren, sind irgendwie vergessen, Spanien, Griechenland.

    Vorurteile: Angeblich sind "die" im Ausland so furchtbar im Umgang mit Hunden und "wir" in Deutschland sind einfach so gut. Es wird so extrem ausgeblendet, welches Tierelend und Hundeelend es mitten in Deutschland gibt. Das hat mich früher schon genervt, vor 30 Jahren, als die Massenzucht in Niederbayern seine Hochkonjunktur hatte, unglaubliches, unbeschreibliches Hundeleiden, und viele, viele haben weggesehen und man hat nur den platten Satz gehört, man müsse auch über den Tellerrand schaun. Was häufig eher einfach ein "lasst uns nicht vor der eigenen Türe kehren, mit dem Finger auf andere zu zeigen läßt uns so gut fühlen"

    Daß Bonnie aus einem deutschen Keller mit 70 anderen verwahrlosten Hunden beschlagnahmt wurde, wollen mir viele gar nicht glauben. Weil in Deutschland gibt es das nicht. "Wir" sind doch die guten. (Die mit dem Finger auf andere zeigen)

    In Deutschland werden viele Freilaufkatzen halt immer noch nicht kastriert und die Kitten erschlagen, ertränkt, ausgesetzt, verrecken an Katzenseuche, überfluten die Tierheime, interessiert nur irgendwie kaum einen. Wo ist da der Aufschrei? Aber im Wegsehen, da sind "wir" gut. Nervt mich. Bringt mich zum weinen. Die unzähligen kranken Katzenbabies, so viel Elend und Leid.

    Ich habe nie gesagt, dass Vermehrer an allem schuld sind.

    Nur, dass sie zum Problem beitragen - je nach Vermehrer mal mehr mal weniger.

    Ich habe nie gesagt, dass VDH das Beste ist. Nur, dass Zucht nur dann Sinn macht, wenn sie bestimmten sinnvollen Regularien folgt und das geht eben nur via Verbandszucht. btw bin ich auch der Meinung, dass beim VDH viel zu viel Mist betrieben wird, gerade was Extreme und Qualzuchten angeht.

    Die eigentlich Frage (für mich zumindest) ist: Warum gehen wir mit Tieren so um, wie wir es machen?

    Betrachte das als rhetorische Fragen, als Gedanken. Die ich gar nicht diskutieren möchte:

    Warum empfinden wir das vermeintlich regulierte designen (züchten) von Tieren richtig, das vermeintlich ungeplante als falsch. Warum braucht es diesen Deckmantel der "wir achten auf Gesundheit", wenn es in Wahrheit auch bei der Rassezucht halt einfach nicht stimmt. Auch die Rassehundezucht legt den Grundstein dazu, wie wir mit Tieren umgehen. Was wir meinen, ihnen antun zu dürfen.

    Was bringt Menschen und eine Gesellschaft dazu, Tiere wie Ware zu behandeln. Wie Spielzeug. Auf Ausstellungen zu bewerten als wäre es kein Leben. Es in dunkle Ställe, Käfige zu sperren.

    Es gibt keine einzelnen Schuldigen oder Ursachen, warum jetzt gefühlt die Tierheime überquellen.

    Ist es wirklich dramatischer, daß Hunde eingeschläfert werden, wenn gleichzeitig tausende "Nutztiere" täglich abgeschlachtet werden? Ja es ist unsere emotionale Bindung zum Hund, daß wir ihnen mehr Recht auf Leben in unserer Gemeinschaft zugestehen als anderen Tieren.

    Manche Tierheime holen gezielt Hunde aus dem Ausland. Haben wir also tatsächlich ein "wir sind überlastet und voll" Problem?

    Ändern muss sich definitiv was, dennoch müsste man erstmal festlegen wo da die Grenzen sind und welche Rassen man noch gesundheitlich auf ein akzeptables Maß bessern kann, und welche so kaputt sind dass man die garnicht mehr züchten darf.

    solange Zucht so abläuft, daß die Optik vorrangig ist und dann erst der Charakter im Hund, wenn überhaupt, wird sich gar nichts ändern. Aber man ist ja so versessen auf Optik, daß doch in vielen Hunden gar nicht mehr das drinsteckt, was die Optik vortäuscht.

    Und plötzlich ist alles anders...

    Wie gesagt, ich mag die Veränderung an sich, aber ich bin auch wirklich verwirrt... :woozy_face:

    ich glaub, da können hier manche von "und plötzlich ist alles anders" berichten. Ich wollte zb keinen großen Hund mehr. Auf gar überhaupt keinen Fall. Ich wollte einen Hund, den ich im Notfall tragen kann, weil ich ja nicht jünger werde und so. Naja, Chilly wiegt 33 kg und ich kann den auf keinen Fall tragen, hab ein größeres Auto gebraucht und ein größeres Bett (weil meine Hunde mit im Bett schlafen).

    Und ich wollte keinen Angsthund mehr, weil ich ja nicht jünger werde. Und Bonnie ist ein Angsthund :D .

    Aber beide sind das Beste, was mir passieren konnte :herzen1:.

    Vielleicht wirds bei Dir ein Goldiwelpi, vielleicht ein TschHund :ka: :)