Beiträge von Schäferterrier

    Ich kann Dösen und Schlafen bei meinem Hund nicht mal wirklich unterscheiden.

    Der ist quasi immer im Standby Modus. Selbst wenn er intensiv träumt, ist er noch so "on", dass er innerhalb einer Millisekunde hellwach ist, wenn irgendwas passiert.

    Ich habe mir da lange Gedanken drüber gemacht, dass er nie so richtig abschalten kann, eben wegen solcher Aussagen. Anfangs habe ich uns da richtig unter Druck gesetzt...

    Inzwischen glaube ich aber, dass das einfach an den Wachhund-Genen liegt. Wär ja auch ziemlich sinnlos, nen Wachhund zu haben, der 18+ Stunden am Tag nicht funktioniert, weil er schläft.

    Wie bei eigentlich allem bin ich da einfach kein Fan von Pauschalisierungen. Mein Hund döst/ruht/schläft (wie gesagt, ich krieg das kaum auseinandergehalten) schätzungsweise um die 17 Stunden am Tag. Mal mehr, mal weniger.

    Auf 20 Stunden kommen wir aber höchstens, wenn ich mal wirklich krank bin und den ganzen Tag im Bett verbringe.

    Jetzt bleibt er erstmal Welpe mit höchstens einer kleinen Session (5min) pro Tag. Das kann jetzt das Hochheben werden, oder was anderes sinnvolles. Ich möchte nur klarstellen, dass Sitz/Platz nicht da war um es im Alltag nonstop zu benutzen. Es war sein Training, es hat ihm Spaß gemacht und es war einfach zum Lernen

    Fünf Minuten am Stück könnten je nach Hund sogar schon zu lang sein. Euer Hund ist ja wirklich noch mini und dementsprechend kurz ist vermutlich die Aufmerksamkeitsspanne. Ich würde eher zu insgesamt 5 Minuten, aber in mehrere Einheiten über den Tag verteilt, raten.

    Alle haben uns aber dasselbe gesagt - Kooiker sind Streber. Die wollen lernen und sind unglaublich stolz darauf. Deswegen Sitz und Platz.

    Und die Züchter hatten Recht, er ist so unglaublich froh und stolz wenn er es richtig macht. Es ist nicht mein erster Hund, aber der wohl speziellste. Ich kenne diese Sitz/Platz Diskussion schon länger und es ist anstrengend, auch wenn ich es meistens nur mitlesen muss.

    DIe Kritik hier aus dem Forum bezieht sich glaube ich nicht darauf, dass trainiert wird, sondern was.

    Sitz und Platz sind einfache Tricks, die total Spaß machen, keine Frage. Aber das Hirn von Welpen ist in dem Alter schon sehr damit beschäftigt, die Welt kennenzulernen und neue Eindrücke zu sammeln und zu verarbeiten.

    Da macht es Sinn, die wenige Hirn-Kapazität, die danach noch übrig bleibt, für wirklich sinnvolle Dinge zu nutzen. Also keine Tricks, sondern richtige Erziehung.

    Du hast jetzt die Chance, die paar Cents, die euer Hund neben dem ganzen Welt-kennenlernen noch übrig hat, dafür zu nutzen, die Grundsteine für euer Zusammenleben zu legen. Orientierung an euch beim Gassigehen, der Umgang und die Rückorientierung bei bestimmten Reizen (z.B. Fremdhunden), das Nachfragen, bevor Hund irgendwo hin brettert, das Schutzsuchen bei gruseligen Dingen usw., das sind die Dinge, die gerade Priorität haben sollten. Denn die sind später nicht mehr so einfach aufzuholen wie ein Sitz oder Platz.

    Wenn du mit einem Welpen schon die Chance hast, genau solche Dinge von kleinauf zu trainieren, dann nutze das!

    Du wirst sehen, euer Hund hat da, wenn du das spielerisch aufbaust, mindestens genauso viel Spaß dran wie am Erlernen von Sitz oder Platz - nur dass du dann schon ganz viel wichtige Vorarbeit für die anstehende Pubertät leistest.

    Golden Retriever hatte ich ja sowieso Interesse. Wobei ich doch sagen muss, dass ausnahmslos alle die ich kenne echt Schlaftabletten sind. Und nun mal verfressen wie sonst was.

    Viele Retriever sind leider einfach untrainiert und pummelig - das muss aber nicht sein!

    Gerade dank der Verfressenheit kann man die ordentlich anspornen, wenn man will.

    Falls du Instagram hast, schau dir mal dogtrainingwithlaura an. Zu ihrem Trainings-Content kann ich nicht so viel sagen, will ich also nicht als Quelle empfehlen, aber die hat meine ich neben nem Mali auch nen recht sportlichen Golden Retriever.

    Wie klingt das?

    Ich finde, das klingt nach nem richtig guten Plan!

    Ihr werdet da in den nächsten Tagen/Wochen/Monaten sicher noch viel justieren müssen, einfach weil euer Hund natürlich älter wird und sich dann die Bedürfnisse ein wenig verschieben. Und manche Welpen brauchen auch direkt morgens ein bisschen Action, nachdem sie so lang geschlafen haben, während andere gar kein Problem damit haben, bis um 10 nochmal zu entspannen.

    Probiert es einfach mal eine Zeit lang aus und schaut, wie euer Hund darauf reagiert. Ein guter Richtwert ist immer: Ist das Hundchen entspannt und ansprechbar (von den Welpen-Flusen mal abgesehen), dann macht ihr es richtig.

    Also einfach, wenn die Zeit vorüber ist, warten bis er aufwacht und dann füttern?


    Ist jetzt eben aufgewacht, er liest wohl mit..

    Ja genau, dann einfach jetzt füttern.

    Ich finde feste Routinen gerade bei eher nervösen Hunden super, aber aus eigener Erfahrung: Ein Hund, der immer nach dem Nachmittagsspaziergang sein Futter einfordert ist auf Dauer weitaus angenehmer als ein Hund, der immer und jeden Tag, egal wo ihr gerade seid und was ihr macht, um Punkt x Uhr sein Futter einfordert. Ersteres ist im Alltag einfach deutlich praktikabler.

    Wie sieht es aus mit Essenszeit? Schlafen lassen oder doch immer pünktlich füttern? Für mich sieht beides aus wie ein Stressfaktor. Sowohl das Aufwachen als auch Abweichungen bei den Routinen

    Ich würde die Routinen weniger an der Uhrzeit als an den Abläufen festmachen. Welpi macht Mittagsschlaf? Gut, nach dem Aufwachen gibt's was zu Futtern. Damit erledigt sich das Problem von alleine.

    Lange Spaziergänge gibt es wirklich nicht, auf dem Feld geht‘s schon mal länger (20min), aber ich mag ihn auch nicht stoppen wenn er sich amüsiert..

    Ich find 20 Minuten (je nachdem wie sie ablaufen) gar nicht zu viel, möchte aber trotzdem was zu dem fett Markierten sagen: Auch wenn ich es absolut verstehen kann weil man will für seinen Welpen nur das Beste und will dass er Spaß hat und glücklich ist und die Welt entdeckt usw. - manchmal muss man halt einfach der Erwachsene sein und den Spaß beenden, bevor es zu viel wird.

    Ich weiß, Kindervergleiche sind hier verschrien, aber ganz blöd gesagt: Ein Kleinkind lässt du auch nicht bis spät in die Nacht vor dem Fernseher hocken, weil es da so viel Spaß dran hat. Einfach weil du als Erwachsener die Situation und die Folgen deutlich besser überblicken kannst als so ein Mini.

    Okay, also weniger spielen? Weniger Training jetzt?

    Ja und ja. Ich würde das erstmal deutlich einschränken. Sowohl beim aktiven Spielen als auch beim aktiven Training animierst du den Hund künstlich, hochzufahren. Das kann man mal machen, aber gerade bei so einem Zwerg macht es Sinn, das nur extrem dosiert zu tun. Du kannst ihm ja trotzdem Spielzeuge hinlegen, mit denen er sich dann selbst beschäftigen darf.

    Was ist mit dem Beissen? Aua und ignorieren? So hat das mit meinem Golden damals gut geklappt. Hier ist es schwieriger.

    Im Idealfall schaffst du es durch das Reduzieren der Reize, dass der Hund gar nicht mehr überdrehen muss und dann passiert das in dem Ausmaß gar nicht mehr.

    Also versteh mich nicht falsch, auch nicht-überdrehte Welpen beißen mal, aber die haben dann in der Regel noch so viel Hirn, dass man das gut in den Griff kriegt.

    Wenn das Hundchen aber total überdreht ist und deshalb beißt, passiert da gar nix mehr groß im Hirn. Da zu korrigieren ist oft total sinnlos, genauso wie "Aua" oder sonst was, weil das einfach gar nicht mehr ankommt. Dann heißt es einfach Schadensbegrenzung zu betreiben.

    Was eurem Hund hilft, um dann wieder runterzufahren, ist ganz individuell. Da müsst ihr euch ein bisschen durchprobieren.

    Manche Welpen reagieren gut auf ruhigen Körperkontakt und sanftes Festhalten, andere drehen dann erst nochmal auf und bräuchten eher einen abgesperrten Bereich (Kindergitter, Auslauf), in dem sie sich abreagieren können. Manchen hilft was zu Kauen, anderen irgendwas zum Zerlegen, dem Nächsten eine sanfte Massage oder oder oder...

    Wenn der Hund zuverlässig gegen Ende oder nach einem Spaziergang überdreht, dann ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich groß, dass der Spaziergang zu viel war.

    Das muss nicht unbedingt an Unsicherheiten liegen. Viele Reize wahrzunehmen kann auch für einen sehr sicheren Welpen echt aufregend und damit anstrengend sein. Zumal die Kooiker nach dem, was ich so gehört habe, leider häufiger ein etwas dünnes Nervenkostüm haben (Rassekenner dürfen mich gerne berichtigen, falls ich da falsch liege).

    Ich würde mal schauen, ob ihr zum Lösen immer (an der Schleppleine) an dasselbe ruhige Fleckchen Grün gehen und die richtigen Spaziergänge vielleicht etwas "langweiliger" gestalten könnt. Für so einen Pimpf ist jedes Blatt aufregend, da braucht es erstmal kein Training und zusätzliche Bespaßung, ganz egal wie viel Spaß es ihm macht. Nicht jeder Welpe weiß, was ihm gut tut. Zumal du nicht unterschätzen solltest, wie schnell man so ein kleines Hundchen unabsichtlich dazu animiert, über die eigenen Grenzen zu gehen.

    Zusätzlich würde ich auch im Haus die Beschäftigung etwas runterfahren. Welpen können kleine Hibbel sein, die wie gesagt viel mehr Bespaßung einfordern als ihnen gut tut. Wenn ihr da jedes Mal drauf eingeht, zieht ihr euch eine echte Nervensäge heran. Im Idealfall lernt euer Hund jetzt schon, dass er eben nicht immer bespaßt wird, wenn es ihm gerade passt, sondern dass es feste Ruhephasen (z.B. den Vormittag über) gibt, wo eben gar nichts passiert. Das erleichtert später den Tagesablauf mit Homeoffice etc. extrem.

    Außerdem würde ich dem Hund die Zeit zum Beobachten geben, die er eben braucht. Wenn er liegen und gucken will, warum denn nicht? Es gibt doch eigentlich nichts Besseres, als dass das Hundchen jetzt schon lernt, dass ruhiges Rumliegen und Beobachten absolut super ist.

    Das Laufen und Welt erkunden wird schnell genug kommen. Spätestens wenn der Kleine mal ein Junghund ist, wirst du verdammt froh drum sein, wenn er ruhiges Beobachten draußen schon mal kennengelernt hat.

    Er ist nie allein zu Hause, wir spielen oft mit ihm, lassen ihm seine Ruhe wenn er sich irgendwo hinlegt, gehen oft mit ihm raus (Wiese, Wald, Wasser) und trainieren jeden Tag ca 6-7x 5min (Sitz, Platz, Komm, Leine).

    Klingt ein bisschen nach zu viel des Guten, aber um das genau zu beurteilen: Wie schaut denn euer Tagesablauf aus?

    Mein Hund ist hier auch mitten im Studium eingezogen. Coronazeit, Innenstadt, WG...

    Ich hab Absagen über Absagen kassiert, sowohl bei Züchtern als auch beim Tierschutz. Und ja, viele haben schon dann, als sie das Wort "Studentin" gehört haben, pauschal abgelehnt.

    Ich finde das immer ein bisschen schade, denn Student ist einfach nicht gleich Student, ganz egal ob es um das Finanzielle oder um die Zukunftsplanung oder um das Alter geht. Natürlich gibt es auch Studenten, bei denen ein Hund eher nicht so gut aufgehoben wäre, aber aus den typischen Studenten-Vorurteilen mal pauschal auf alle Studenten zu schließen, halte ich trotzdem für grundlegend falsch.

    Ich habe das zumindest als sehr frustrierend erlebt. Ich war finanziell abgesichert, ich hatte meine Zukunft samt Hund gut durchdacht, ich war bereit, meine Jobplanung an den Hund anzupassen (und wusste, dass das in meiner Branche möglich ist) - aber viele Züchter + Vereine haben mir nicht mal die Chance gegeben, das zu erläutern, weil "Studentin = kann ja gar nix werden".

    Ich fühle deshalb schon ein bisschen mit. Das ist wahnsinnig anstrengend und bringt viele Rückschläge mit sich, bis man mal einen Verkäufer gefunden hat, der überhaupt bereit ist, wirklich zuzuhören. Aber wenn es nur das ist: Die gibt es durchaus. Ich bin damals irgendwann (als ich auch kurz davor war, mir Hunde von Privat anzusehen), an eine ganz tolle Orga geraten, die mir eben doch das kleine Plüsch ermöglicht hat, das jetzt hier lebt. Und ich mag tatsächlich soweit gehen, zu behaupten, dass dieser Hund hier mit mir ein verdammt gutes Los gezogen hat. An vielen anderen Stellen wäre der wohl wieder zurückgegeben worden weil verhaltensauffällig + gesundheitliche Großbaustelle. Da kam mir sogar ziemlich zugute, dass ich zum Zeitpunkt des Einzugs noch Studentin war, denn so konnte ich meinen Alltag absolut flexibel an Hundchens Bedürfnisse anpassen.

    Auf der anderen Seite sehe ich deine Rassewahl, die ich wie meine Vorschreiber auch noch etwas unausgegoren finde. Es geht nicht darum, was du willst und/oder leisten kannst, sondern darum, welcher Hund sich mit deinen Vorstellungen wirklich wohl fühlt.

    Und da kommt eben das Problem:

    Das eine ist, einen Verkäufer (egal ob Tierschutz oder Züchter) zu finden, der keine Vorurteile gegen Studenten hegt und offen genug ist, sich die individuelle Situation des Menschen anzuhören. Das andere ist, einen Verkäufer zu finden, der seinen Hund an einen unpassenden Interessenten abgibt. Ersteres braucht Zeit und Geduld, letzteres wirst du bei einem seriösen Verkäufer aber einfach nicht finden.

    Dreh mal ein bisschen an der Stellschraube "Rassewahl" und du wirst sehen, es gibt durchaus Verkäufer, die bereit sind, dir einen Hund zu überlassen.

    Für mich liest sich euer Alltag irgendwie sehr frustbeladen.

    Einerseits finde ich das total verständlich. Ich hatte auch so ein Außer-Rand-und-Band-Welpi, das sich mit Ruhe und Grenzen ganz arg schwer getan hat und das zehrt einfach unglaublich an den Nerven. Dass sich da mit der Zeit Frust anstaut, ist ganz normal.

    Andererseits lese ich aus deinem Text eine recht konfrontative Einstellung gegenüber deinem Hund heraus. Versuch doch mal, aus einer etwas wohlwollenderen Perspektive auf das Verhalten von deinem Welpi zu schauen:

    Um 10.45 Uhr gibt’s essen, danach in den Garten wieder Geschäft verrichten. Dort spiele ich mit einem Seil mit ihm und übe das aus (vielleicht 10 Minuten) oder lasse ihn Leckereien im Gras suchen. Das klappt auch gut. Dann gehe ich rein, mit viel Glück schläft er dann wieder. Meistens tigert er aber durch die Gegend und macht Blödsinn, womit er meiner Meinung nach versucht Aufmerksamkeit zu bekommen.

    Mir ist aber wichtig, dass er sich auch mit sich selbst beschäftigen kann oder einfach nur mal beobachtet und döst. Er muss ja nicht zwangsläufig schlafen. Nein, er tigert rum.

    Hier klang ja jetzt schon mehrfach an, wovon das Hundchen denn (körperlich) müde sein soll und dem kann ich nur zustimmen. Wenn sein Bedürfnis nach Bewegung und Action so gar nicht erfüllt ist, kann der natürlich nicht schlafen und versucht dann eben selbst, Action zu schaffen.

    Stell dir vor, du würdest entspannt ausschlafen, deinen Kaffee trinken, richtig motiviert in den Tag starten - und dann sollst aber bitte wieder ins Bett gehen und da ruhig rumliegen. Das kann (und muss) gar nicht klappen.

    Der von dir jetzt geplante größere Spaziergang am Vormittag kann da schon wahre Wunder wirken und euer Problem ganz arg reduzieren.

    Er tigert wieder los, ich bringe ihn auf seinen Platz. Frust kommt auf, er fängt an zu schnappen.

    Er kann mir gerne beim kochen zuschauen, aber aus dem Flur heraus. Ich möchte nicht, dass er, wenn ich an der heißen Herdplatte bin, er direkt hinter mir hockt. Macht er dann auch, natürlich mit Protest (fiepsen und manchmal bellen). Ich ignoriere das einfach. Zum Teil geht dann eine Diskussion los, ich schicke ihn aus der Küche raus, er fängt an zu bellen und zu schnappen. Ich sage Schluss und er setzt nach.

    Er macht es eben auch häufig, wenn ich ihm Grenzen setze (er soll nicht auf die Couch springen, 3x korrigiert, er legt mir der Beißerei los, weil es ihm nicht passt).

    Diese Situationen haben alle eins gemeinsam: Du arbeitest ganz arg viel über Frust, der Hund ist damit offensichtlich überfordert.

    Prinzipiell ist es natürlich wichtig und richtig, einem Welpen Grenzen aufzuzeigen.

    Aber du hast da quasi ein Kleinkind sitzen, das erstmal lernen muss, wie man mit Frust umgeht und wie man dieses doofe Gefühl aushalten kann. Das geschieht, indem man den Hund schrittweise frustrierenden Situationen aussetzt, die er gerade noch so leisten kann, ohne überfordert zu werden. Indem man einfach nur ne ganze Menge Frust auf den Hund packt, so nach dem Motto "leb damit, irgendwann lernst es schon", überfordert man den Hund einfach nur und dann lernt er gar nichts.

    Versuche, die Frust-Situationen so zu gestalten, dass er damit zurecht kommt, ohne zu überdrehen. Verlange nicht zu viel Frustrationstoleranz von dem kleinen Zwerg und hilf ihm vor allem dabei, mit seinem Frust umzugehen zu lernen. Mehr Bewegung kann da schon helfen. Oder ein Zerrseil/Spielzeug/Schleckmatte, an dem er seinen Frust abbauen kann. Oder du lobst oder belohnst erwünschtes Verhalten. Nicht jeder Weg ist da für jeden Hund das Richtige, aber es lohnt sich, auszuprobieren, wie man dem eigenen Hund in so emotional schwierigen Situationen helfen kann.

    Ich bin der Meinung, dass ich ihm gegenüber sehr konsequent auftrete, die Trainerin bestätigt das auch, sagt aber auch, dass er nicht verkehrt ist, aber alles 50x hinterfragt.

    Da hat deine Trainerin vermutlich recht: Es ist ganz normal, dass so ein Welpi sich ausprobiert, Dinge hinterfragt und sich nicht einfach nach dem ersten Verbot zuverlässig zurücknimmt. Das hat aber nicht unbedingt etwas mit einem wahnsinnig starken Charakter zu tun. In vielen Fällen hat so ein Welpe einfach noch nicht die Impulskontrolle und Frustrationstoleranz, um sich gut genug zurückzunehmen. Es ist also nicht zwangsläufig so, dass er nicht hören will - oft kann er das einfach noch gar nicht.

    Danach bekommt er meistens einen Kalbsziemer, an dem er 10 - 15 Minuten kauen darf. Den nehme ich ihm dann ab (natürlich wird er motzig, ich lasse mich davon nicht beeindrucken).

    Das würde ich lassen. Zum einen wegen dem oben angesprochenen Problem mit dem Frust, zum anderen ist das ein unnötiger Machtkampf, den du über kurz oder lang eh verlieren wirst.

    Jetzt gerade kannst du deinem Welpen den Kalbsziemer noch abnehmen und er lässt es sich halbwegs gefallen, weil du stärker bist. Aber der wird älter, selbstbewusster und kerniger - spätestens in der Pubertät bist du dem aber im Zweifelsfall gnadenlos unterlegen. Und so ein Hund ist ja nicht doof, der weiß das dann ganz genau und wird sich solche Aktionen dann ganz schnell nicht mehr gefallen lassen.

    Es macht deshalb Sinn, das Ausgeben nicht über Frust und "Ich bin hier der Stärkere" aufzubauen, sondern über freiwillige Kooperation und Tauschgeschäfte. Solange das noch nicht sitzt, gib dem Zwerg doch einfach ein Stück, das er ganz zu Ende futtern darf. Besser er lernt nichts, als dass er lernt, dass du ihm ständig seine Leckereien wegnimmst.

    Zum Beißen selbst will ich gar nicht so viel sagen. Es gibt zig Gründe, wieso Hunde dieses Verhalten zeigen: Von juckenden Zähnchen über "hat es einfach nie anders gelernt", Kontrollverhalten und Maßregelung bis hin zu totaler Überforderung kann das alles sein. Und je nachdem muss man es eben auch ganz anders angehen.

    Für mich liest sich das im Zusammenhang mit dem, was du sonst geschrieben hast, am ehesten nach zu viel Frust und daraus resultierender Überforderung, aber letztendlich müsste man da den Hund zu sehen. Was sagt denn deine Trainerin dazu, wieso er das tut?