Beiträge von Maevan

    Der kleine Mann ist gerade dabei, die volle Kontrolle über euch zu bekommen. Ich bin ja keine Verfechterin der Dominanztheorie und glaube auch nicht, dass Hunde planen, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Aber wenn der Hund mein Sofa unter seiner Kontrolle hätte, wäre bei mir der Ofen aus. 🙈

    Ja so könnte man das wohl sagen. Ich glaube ich muss dann echt mal etwas deutlicher werden.

    Ja, auf jeden Fall. Denn Hunde brauchen klare Spielregeln. Am Ende sind sie dir sogar sehr sehr dankbar dafür, denn das ist Klarheit und Vorhersehbarkeit für sie und an klare Regeln können sie sich orientieren. Irgendjemand hat mal hier im Forum das Buch "Hoffnung auf Freundschaft" empfohlen, zwei Welpen aus dem gleichen Wurf, zwei Familien, zwei unterschiedliche Lebenswege. Liest sich gut und schnell weg. Es hiflt beim Verstehen, zumindest hat es mir in manchen Dingen geholfen. Grad als Anfänger ist es manchmal schwer, ich versteh das gut. Aber dein Hund wird dich später für die Regeln und Grenzen schätzen wissen, die du ihm setzt (und die er natürlich auch versteht und umsetzen kann.)

    Noch jemand mit einem Junghund (Großpudel) im gleichen Alter. Ich hatte Anfangs auch viel zu hohe Erwartungen, bis meine Hundetrainerin in der Junghundschule mich mal auf den Boden der Tatsachen geholt hat: Leinenführigkeit bedeutet für einen so jungen Hund in dem Alter einfach höchste Konzentration und Anstrengung. Die Hormone schießen ein, alles riecht, Geräusche, im worst case dann noch Schnee... da purzeln die Murmeln gut durcheinander. Ich habe mir eine Biothane-Schleppleine zugelegt, gar nicht sooo mega lang (ich glaub 5 Meter?) und die pack ich ihm meist zu Anfang des Spaziergangs ans Geschirr - und lass ihn machen. Die erste Aufregung verfliegt dann irgendwann, meiner ist dazu auch immer etwas hektisch, bevor er sein Häufchen gelegt hat, danach ist der Hund deutlich besser ansprechbar und empfänglicher. Ich selbst bleibe ruhig und gelassen, hin und wieder frage ich Kleinigkeiten von ihm ab ("Warte", wenn ich zB damit beschäftigt bin, die Kackbeuteltüte zu knoten), ansonsten darf er schnüffeln, laufen, schauen, eben im Rahmen der Schlepp. Das ist für mich stressfreier, für ihn entspannter und er kann sich einfach auch besser konzentrieren, wenn wir zwischendurch mal eine Einheit "Fuß" einschieben, oder er mal warten muss. Aber das sind wenn überhaupt kurze Impulse, und auch nur, wenn ich merke, der Hund ist gedanklich bei mir. Orientiert er sich von sich aus an mir? Leckerli in die Schnute.

    Und wir machen natürlich auch regelmäßig - nicht jeden Tag allerdings - Spaziergänge, wo er im Freilauf wirklich rennen und blöd sein darf.

    Es ist doch echt immer recht viel, womit sich das Hundehirn so in der Pubertät auseinandersetzen muss, ich glaub, das unterschätzen wir manchmal zu sehr.

    Merlin ist (auch) ein GP und markiert/hebt das Beinchen mit 7 Monaten immer noch nicht. Der ist im Kopf einfach noch n halber Welpe. Er schnüffelt aber viel und im Freilauf ist er wirklich noch toll an uns orientiert. Er liebt es auch zu rennen, rennt auch hin und wieder seine Runden, guckt aber immer, wo wir sind und schnüffelt zwischendurch. Neulich ist er n halben Meter in die Luft gesprungen, weil er die Pilze, die er beim Schnüffel nicht bemerkt hat, dann "plötzlich" an seinem Hinterbein gespürt hat. Diva.

    Shiri Und Danke für den Realitätscheck. Tut mir immer wieder total gut und deswegen bin ich auch gern in diesem Thread :bussi:

    So mache ich das auch. Ich hab mir als der Zwerg eingezogen ist, unheimlich Stress gemacht. Erster Welpe, spezielle Rasse, ich wollte alles richtig machen :muede: .

    Ging ganz klar schief |). Erstmal :ugly:.

    Also hab ich mich gesammelt und hab mehrere Gänge runtergeschaltet. Wenn ich kein Bock auf Stress hatte, bin ich diesem aus dem Weg gegangen. Wenn es sich gar nicht vermeiden ließ, schnell aus der Situation raus :flucht: .

    Und jetzt? Klar haben wir immer noch Baustellen. Bleibt nicht aus. Auch Rückschritte sind immer mal wieder dabei :fear: .Aber er ist ein ganz toller meist entspannter Kerl geworden. Ich bin mächtig stolz auf ihn :herzen1: .

    Erkenne mich da gut wieder - grad am Anfang. Mittlerweile merke ich immer mehr und immer öfter: je mehr ich Zen bin, desto mehr ist es der Hund auch. Gestern Abend zum Beispiel wusste ich schon, dass der Hund Murmeln im Kopf hatte, als ich ihn angeleint habe. Kurzerhand Leine mit Schlepp ausgetauscht - ich musste weniger auf ihn achten, er weniger auf mich, wir waren beide entspannter, er war entsprechend draußen dann auch sehr zügig wieder klarer, war besser an mir orientiert und aus dem Spaziergang, von dem ich befürchtet habe, er wird Stress und Katastrophe, wurde eine richtig schöne, entspannte Runde.

    Ich glaube, ich neige manchmal dazu, mir und dem Hund das Leben schwerer zu machen, als es ist. Daran werd ich weiter arbeiten. Neujahr kommt ja bald :D

    Dein Hund kommt bald in die Pubertät, da bin ich gespannt, wie es mit dem "Kontakt Einflussnehmen" noch klappt.

    Davon ab muss ich einigen hier bereits zustimmen: du scheinst dir hier nur Absolution für dein Verhalten abholen zu wollen, denn alle kritischen Ansätze werden geface-palmed.

    Absolution kann und wird dir hier keiner erteilen. Am Ende musst du deine Entscheidung mit dir, deinem Gewissen und deinem Hund ausmachen.

    Ich würde, wie die eindeutige Mehrheit der User hier, im Zweifel, im absolut kleinsten Zweifel, dass sich sowas später schädlich auswirken KÖNNTE (selbst nur hypothetisch theoretisch vielleicht und möglicherweise!) es schlicht und einfach lassen. Better be safe than sorry. Aber das ist im Grunde ja auch nur eine weitere Facepalm-Meinung eines Durchschnittshundehalters.