Beiträge von Fuchshexchen

    um mich selbst zu schützen.

    Ich finde das ist extrem wichtig, wenn man in einem Beruf arbeitet, in dem man mit sowas konfrontiert wird. Ich hatte bereits einen Klienten, nach welchem ich zwei Wochen gebraucht habe um emotional wieder klar zu kommen. Manchmal rutscht man in Sphären hinein, die man so vorher nicht erwartet hat. Gerade im Bereich Mensch-Hund bzw. Mensch-Tier findet man doch so einige Abgründe...

    Wenn man mit Tieren arbeitet tut man das in aller Regel, weil man sie liebt und ihnen helfen will.

    Man muss sich nur im Klaren sein, dass man nicht allen helfen kann und dann greift obiges wieder.

    Absolut richtig.

    Ich habe eine Weile gebraucht, um das zu lernen und viele viele Nächte mit alpträumen bis kurz vor den Burnout, bis ich angefangen habe, Kunden auszusortieren. Genauso wie ich das ganze auf materiellen weg lernen musste. Ich habe in den ersten Jahren einen höheren dreistelligen Betrag in den Wind geschossen, weil ich dachte ich müsste diesem oder jenem meine Hilfe umsonst anbieten oder eine Ratenzahlung gewähren, hauptsache dem Hund ist geholfen.

    Ich glaube, für jemanden, der nicht in dem Bereich arbeitet, ist tatsächlich schwer nachzuvollziehen wie sehr die hier genannten Fälle in den letzten Jahren zugenommen haben.

    Spoiler anzeigen

    Für die sticheleien... Die von mir gezeigten Fälle auf social Media sind noch lange nicht die wirklich schlimmen Fälle und zeigen nicht mal annähernd die Häufigkeit. Sie werden zu 95% mit dem Einverständnis der Besitzer veröffentlicht. 😉 In den restlichen Fällen achte ich darauf, dass keine Rückschlüsse auf das Tier gezogen werden können.

    Und das wird auch nicht gezeigt um irgendjemanden runter zu machen, sondern dient der Aufklärung und Prävention.

    Deshalb nochmal die Frage: was soll diese Frage und Diskussion bringen?

    Deshalb gerne auch noch mal die Antwort... Sie bringt mir persönlich sehr viel. Neue Sichtweisen, die ich vorher vielleicht einfach nicht bedacht habe. Viel zum Nachdenken und zum überdenken. Bei dem ein oder anderen Beitrag stimme ich vollkommen zu, bei dem anderen merke ich, dass hier meine Grenze einfach nicht verschiebbar ist.

    Und ganz hoffentlich bringt es irgendwann einem Kunden etwas, weil ich anders reagiere als ich eigentlich reagiert hätte.


    Und falls der Eindruck entstanden ist, in den letzten 11 Jahren habe ich nie auch nur ein einziges Mal einen Kunden runter oder fertig gemacht, egal wie der Hund ausgesehen hat wurde oder ob ich die Gründe dafür kannte. Lediglich wenn sich der Zustand über einen langen Zeitraum und hier rede ich auch nicht von ein paar Tagen oder Wochen, sondern einen wirklich langen Zeitraum nicht verbessert hat, habe ich deutliche Worte gesprochen oder den Kunden nicht mehr angenommen, in der Regel, um mich selbst zu schützen.

    Wenn man mit Tieren arbeitet tut man das in aller Regel, weil man sie liebt und ihnen helfen will.

    Andere Sichtweisen zu sehen und zu verstehen, hilft mir doch automatisch, offene und toleranter zu werden?

    Natürlich könnte ich auch einfach in meiner kleinen Bubble und bei meiner Meinung bleiben. Hilft nur weder mir, noch meiner Arbeit oder meinem Gegenüber.

    Ja, andere Sichtweisen, aber was bringen sie dir?

    Sehr viel.

    Ein anderes Verständnis, andere Ansätze. Ich entwickel mich immer gern weiter.


    da würde ich mich noch mal dahinter klemmen

    Das hat keine Veränderung gebracht.

    da wirst du viele verschiedene Antworten bekommen von bis und das auch noch in der DF Bubble.

    Das ist doch genau das was ich wollte?

    Ich hatte bspw schon eingefilzte tote Flöhe, eingefilzte Scheiße, eitrig eingewachsene Krallen, eigentlich weiße Hunde die gelb verfärbt waren und bis zum Himmel nach Aschenbecher stinken, Filzmatten übern ganzen Körper mit heftig entzündeter Haut drunter...

    Und andere haben sogar schon Maden oä gesehen...

    Da ist es aber schon tierschutzrelevent, also das wären eindeutig Punkte, bei denen ich beim Veterinäramt anrufen würde.

    Das habe ich mir am Anfang auch sehr romantisch vorgestellt...

    Einen Hund mit sichtlichem Beschwerden zu haben, dass dem Veterinäramt zu melden und die kümmern sich dann und dem Hund wird es danach besser gehen.

    Auf den Boden der Tatsachen hat mich dann geholt, dass ich einen Fall von Madenbefall melden wollte und die Antwort am Telefon war "Und was sollen wir da jetzt machen? Die waren ja beim Hundefriseur" und ich rede hier von faustgroßen Löchern im Hund, und so vielen Maden, das man die schon gehört hat.

    Niemand weiß, wie er in Ausnahmesituationen reagieren würde, solange er sich nicht genau in dieser befindet.

    Deswegen ja dieser Thread. Für andere Sichtweisen und Gedanken und zum über den Tellerrand hinausblicken.

    Wieviel Recht hat ein Mensch bei großem seelischen Leid, nicht mehr funktionieren zu können?

    Die Frage die ich mir in dem Fall eher Stelle ist... Welches Recht hat ein Mensch, nicht mehr funktionieren zu müssen, wenn andere auf ihn angewiesen sind.

    hätte mir in der Phase jemand was von Krallenschneiden und Bürsten erzählt, den hätte ich erschlagen.

    Das ist ja aber genau der Punkt, vor dem ich oft stehe. Es geht ja da nicht darum, dass der Labrador seit vier Wochen nicht gebürstet wurde und dem jetzt ein Strähnchen Unterwolle am Popo unordentlich weg steht und wo ich ein Millimeter mehr von den Krallen schneiden musste wie üblich.

    Sondern vor mir steht dann ein Hund mit 2 cm langen Krallen. Oder eben fast nackt, weil mir nichts anderes übrig blieb als ihn mit 3 mm aus dem Filz zu pellen. Beides kann in einem ähnlichen Zeitraum passieren. Der eine kann sich problemlos zwei Monate Ausfall leisten, der andere eben nicht.

    Und es sagt sich ja auch ganz leicht, dann muss eben der Nachbar oder die beste Freundin mal mit der Bürste oder der Krallenzange an... Funktioniert zum einen nicht mit jedem Hund und zum anderen hat nicht jeder das soziale Umfeld.

    Ganz ganz sicher, dass da nicht vielleicht eine beginnende Arthrose im Gang ist?

    Ich schließe nicht aus, dass sie eine beginnende Arthrose hat. Aber ich denke nicht, dass diese ihr derzeit so starke Schmerzen macht, dass dies zu dieser Abwehrhaltung beim Krallenschneiden führt. In meiner TA-Praxis haben die letzten beiden TÄ in den letzten Wochen sogar gelobt wie gut und fit sie sich für ihr Alter noch bewegt und man ihr das Alter kaum anmerkt. Und zum anderen hat sie diese Abwehrhaltung ja früher schon sehr ausgeprägt gezeigt (wie ich gerade schon weiter oben mehrmals erwähnte), nur dass wir da alles noch halbwegs gut gemanaged bekommen haben und Krallen schneiden nicht in dem Ausmaß notwendig war und ich es ehrlicherweise daher eher vermieden habe. Ich weiß, dass ich da hätte schon eher intervenieren müssen, aber nun kann ich an der Vergangenheit nichts mehr ändern und muss gucken wie wir es jetzt für alle Beteiligten so gut wie möglich hinbekommen.

    Gerade bei solchen Hunden wird so etwas gerne mal übersehen. Ich spreche da ein bisschen aus Erfahrung... Aber wenn ein Hund grundsätzlich schon ein jammerlappen ist, der gerne mal über dramatisiert, dann kann man oft nicht richtig unterscheiden. Wann es denn dann wirklich mal ernst ist.

    Ich würde also zur Sicherheit trotzdem mal Röntgen lassen.

    Mich nervt es schon etwas, wenn manche so lapidar sagen 'Einfach jede Woche ein Minibisschen schneiden' wenn dieses Minibisschen schon absolut nicht möglich ist bzw. der Hund dabei beschädigend beißen würde..

    Das ist einfach nach meiner Erfahrung die Methode, die wirklich zuverlässig funktioniert.

    Das heißt natürlich nicht, dass der Hund direkt vom Tag eins an total entspannt ist. Und vielleicht wird er auch an Tag 10 und an Tag 100 noch nicht entspannt sein.

    Aber wenn man jeden Tag.... Jeden einzelnen Tag, ganz konsequent, nur eine Kralle schneidet. Dabei natürlich nicht unbedingt einen Zentimeter abschneidet, sondern eher zu wenig als zu viel, und das jeden einzelnen Tag hochwertig belohnt, und ansonsten kein großes Trara aus der Sache macht.... Dann ist es sehr sehr unwahrscheinlich, dass das ganze für immer so ein Thema bleibt.

    Diese Routine könnte zum Beispiel so aussehen. Hund sichern, alle Sachen bereitlegen, knipsen oder für zwei Sekunden den Dremel an die Kralle halten, hochwertige Belohnung, alles wegpacken, fertig. Keine zwei Minuten sollte das ganze dauern.


    Ansonsten bin ich auch ein großer Fan von medical Training. Leider wird es viel zu oft falsch aufgebaut.

    So ganz verstehe ich noch nicht, worauf die Frage rausläuft

    Ich mag gerne andere Meinungen zu dem Thema hören, weil ich dazu neige, sehr schnell eine sehr feste Meinung zu haben und durchaus auch mal ins verurteilen zu rutschen. Da ich das weiß, versuche ich mir bei sowas gerne möglichst viele Meinungen und Berichte anzuhören, um meinen eigenen Standpunkt zu überdenken.

    Der TA sagt, das ist ok so/sagt nichts dazu. Ich frage mich tatsächlich, woher umfassendes Wissen und ein kritischer Blick auf den Hund eigentlich kommen soll, wenn man nicht z.B. in unserer Bubble abhängt, sondern mit durchschnittlich engagierten Leuten zu tun hat. So als Beispiel: Lilly ist mein erster Hund. Keiner von drei TA hat jemals was zu Lilly Figur gesagt, einschließlich der Orthopädin (die natürlich schon allgemein erwähnt hat, dass Gewichtskontrolle bei Arthrose wichtig ist). Als ich zu der Physio im Nebensatz sagte, Gewicht ist ja kein Problem, meinte sie nur „naja“. Und hat auf Nachfrage ausführlich erklärt, wie sich ein idealgewichtiger Hund anfühlt. Spoiler: Nicht wie Lilly zu dem Zeitpunkt. Kommentare meiner Groomerin oder von Bekannten über Lillys Gewicht hätte ich bis dahin auch nicht ernst genommen, weil, die TÄ sind ja fein mit der Situation. Ich versteh daher schon, woher der Satz kommt

    Mein wirklich ewiges Ärgernis. Und nicht nur beim Thema übergewicht, sondern auch bei vielen anderen Themen.

    Erst heute einen Kunden sehr ausdrücklich zum Augen facharzt geschickt. Wird für unnötig erachtet, weil der Dorf Tierarzt hat gesagt das Auge ist normal. Ein Bild von dem Auge erspare ich euch, aber ich kann euch sagen, dass das alles ist, aber nicht normal. Inklusive einblutungen, trüber hornhaut und seltsamen Flecken.

    Sie ist jetzt 12

    Ganz ganz sicher, dass da nicht vielleicht eine beginnende Arthrose im Gang ist?

    Ansonsten bin ich mit der tierärztin einer Meinung und das hat bis jetzt bei all meinen Kunden Hunden hervorragend geklappt... Jeden Tag eine Kralle schneiden, , egal wie gut, das läuft... egal ob sie heute einen guten Tag hat oder du die Kralle vielleicht nicht richtig erwischt hast. Es bleibt bei dieser einen Kralle und wird hochwertig belohnt. Und wirklich ausnahmslos jeden Tag. Am besten noch zu einem festen Zeitpunkt, wie z.b vor dem Gassi oder vor dem Schlafen gehen.

    In der Regel haben die Hunde den Dreh sehr schnell raus. Es ist eine einfache Routine, die weniger Sekunden dauert und hochwertig belohnt wird.

    Danke schon mal für die vielen Antworten.

    Also mir geht es wie gesagt gar nicht so sehr darum, dass eben mal was ausfällt oder mal eine Runde kürzer ist oder mal eine Woche die Krallen nicht geschnitten wurden.

    Da geht es schon tiefer. Also von wirklich komplett verfilzten Hunden, von Angsthunden, die eigentlich dringend Tischtraining bräuchten, von wirklich langen Krallen, von wirklich schlimmen Zähnen, von Senioren, die wirklich dringend Physiotherapie oder Altersvorsorge bräuchten.

    Und das hier:

    Da komme ich zu kurz, da kommt der Haushalt zu kurz - und dann wird der Hund auch mal zwei Wochen nicht gebürstet.

    Kann bei dem ein oder anderen Hund wirklich dazu führen, dass nur noch 3 mm durchkommen und der Hund mitten im Winter komplett nackt sein muss, weil verfilzt.