Alles anzeigenDachte ja das man vor allem auf Almen oder in den Bergen Herdenschutzhunde antreffen könnte. Scheint aber nicht so zu sein.
Hab ein Schild gesehen:
Wölfe bedrohen die Alm- und Alpenwirtschaft.
Ein wirksamer und konfliktfreier Herdenschutz mit Elektrozäunen und aggressiven Schutzhunden ist im Berggebiet nicht möglich.
Weiter unten dann:
Alpine Weidehaltung geht nur ohne Wolf. Wölfe müssen reguliert werden.
Keine Ahnung wie viel Wahrheit da auf dem Schild war. Das Elektrozäune nicht praktikabel sind leuchtet mir ein. HSH evtl ein Problem wegen der Touristen?
Bei den Schafen wird auf unserer Schafalp mit 90 cm Netzen gearbeitet die hier als wolfsicher gelten, bis auf ein Gebiet was zum stellen der Netze zu steil und zu felsig ist.
Hunde hat es keine, zum überwiegenden Teil wegen der Touristen weil die Weiden beliebte Ausflugs und Wandergebiete sind.
Die Schafherde besteht aus etwa 1500 Schafen die von verschiedenen Besitzern stammen die zwischen 200 und 10 Schafe zur Sömmerung schicken.
Sollte etwas passieren mit den Hunden würde der Besitzer haften. Der in unserem Fall aber nicht vor Ort ist, nicht regulierend eingreifen kann.
Es sind wie gesagt grosse, zum Teil sehr steile Gebiete, so das der Schäfer Mühe haben dürfe irgendwie einzugreifen wenn auf der anderen Talseite ein Konflikt zwischen Wanderer und Hunden entsteht.
Auch wenn es Luftlinie nur ein Katzensprung ist muss er je nachdem lange laufen bis er vor Ort wäre.
Das sind so die Gründe warum es hier nicht gemacht wird.
Die Nachbaralp, wenn man bei diesen Entfernungen von Nachbar sprechen kann, setzt Hunde ein, dort sind die Bedingungen auch etwas anders.
Was ich persönlich auch als Problem empfinde, ist, wohin mit den Hunden im Winter. Im Spätherbst und Winter werden hier die umliegenden Wiesen und Weinberge beweidet, auch hier führen Wanderwege durch, es wird in den Rebbergen gearbeitet, die Schüler der umliegenden Dörfer kommen auf diesen Wegen mit ihren Fahrrädern und Mofas, Hundebesitzer gehen Gassi.
Pro 100 Schafe rechnet man hier etwa einen Hund. Viele der Kleineren Betriebe sind wie wir auch mitten im Dorf umgeben von anderen Betrieben die von Tourismus und Gastronomie leben.
Sollte man die Verantwortung für 15 Hunde den 3 grössten Schafbesitzern aufs Auge drücken? Oder „gerecht“ verteilen?
Obwohl ich mich selbst als sehr Hunde affin sehe, wäre eine HSH Pflicht für mich ein Grund die Tierhaltung aufzugeben. Ich möchte keinen Krach mit den Nachbarn, möchte nicht deren Leben oder Geschäft negativ beeinflussen durch Hundegebell und eventuelle Übergriffe. Und ich kann auch von Touristen (egal ob Europäer, aus dem asiatischen oder aus dem arabischen Raum)nicht verlangen das sie wissen wie man sich bei Begegnungen mit HSH richtig verhält.
Es gibt viele Betriebe und Alpen wo HS mit Hunden möglich ist und auch jetzt schon erfolgreich praktiziert wird aber eben auch andere.
Dankbarerweise haben wir hier im Gebiet noch kein Wolfsrudel ansässig. Die letzten Übergriffe waren 2017 von einem durchziehenden Einzeltier. Und wenn Wölfe gesichtet wurden ist man auch schon früher als geplant mit den Tieren ins Tal.
Wächst die Wolfspopulation jedoch weiterhin ungebremst, ist es nur eine Frage der Zeit bis auch wir ein Problem bekommen. Nicht nur für unsere Alpen sondern sondern auch für die allgemeine Weidetierhaltung wie sie bisher praktiziert wird.
Sorry, das war jetzt echt lang.. aber vielleicht hilft es ein bisschen zur Erklärung 😅