Beiträge von WorkingDogs

    miamaus2013 Jupp, deshalb mag bei uns in der BZG auch keiner Training geben. Die eigenen Hunde kommen zu kurz und die Teilnehmer haben so eine richtige „just for Fun“-Mentalität. Daheim wird nicht geübt und beim Training arbeitet man dann jahrelang die gleichen Baustellen. Und das für Lau. Hat keiner Lust drauf.

    Ich fahr ja auch privat ins Training und zahle dafür Geld. Aber es nervt mich trotzdem, weil ich gerne im Verein bin. Aber bringt ja nichts, wenn man vernünftig trainieren will. Im Dummy geht die Kombi aber auch sehr gut, sofern man ein Revier und genug Gelände hat. Daheim Basics, paar mal die Woche ins Gelände und ab und an zu Seminaren oder Privat. Im Bereich Basics gibt es super Onlinekurse. Jagdlich ja sowieso nochmal was eigenes.

    Im IGP ist es hier noch anders, da sind wir ein nettes Team, schauen aber auch arg wen wir uns dazu holen und wen nicht. Muss man einfach. Hier müsste ich für Privattraining auch irre weit fahren, je nach Disziplin ja auch zu unterschiedlichen Trainern um alle Sparten vernünftig abzudecken. Und grade das Fährten fällt mir viel leichter, wenn man da nicht ständig nur alleine aufm Acker steht und sich kaputtfriert (wir gehen 3x die Woche los). Zumal viele Hunde das auch checken: viele Autos = Prüfung. Da ist ein Verein schon Gold wert um sowas auch mal zu üben. So ein wenig Gesellschaft finde ich da außerdem sehr motivierend und sehen oft auch mehr als 2 Augen. Im Schutzdienst finde ich 2x die Woche auch wichtig wenn es nicht nur darum geht die ZZL oder bisschen Prüfung zu machen, sondern man auch auf Landesebene möchte. Dazu kommt eigentlich Sportplatztraining ab Landesebene, Verstecke aufbauen, mindestens einen Helfern dafür haben, das ist mit einem kleinen Verein oder zumindest als Gruppe alles viel schöner und auch einfacher was die Organisation angeht. Privattraining kann hier doch lediglich ergänzen, wenn man nicht in einem Nest wohnt. Nicht grundlos halten sich an der Leistungsspitze hauptsächlich Vereine und Trainingsgruppen.

    Das ist kein Sport für Einzelkämpfer und durch die drei Sparten sowieso schon sehr aufwendig.

    Wobei es mir gar nicht um Freundschaften geht, sondern um Austausch und darum, Hunde aus unterschiedlichen Linien zu sehen, gemeinsam zu trainieren. Und nein, das hab ich im Privattraining so nicht, da kommt für mich an aktive Verein oder meinetwegen Gruppen kaum was ran. Natürlich ergeben sich auch mal Freundschaften, aber so einfache Bekanntschaften mit denen man ein Hobby teilt sind für mich total ok. Auf Stress hab ich aber keine Lust. Aber je mehr die Vereine sterben, desto weiter und aufwendiger werden auch da die Wege. Sei es zu Veranstaltungen vom Rassezuchtverband, oder sportlich. Es macht einfach einen Unterschied, ob man mal für nen halben Tag Prüfung, Wesensbeurteilungen oder Zuchtschauen gucken fahren kann, oder das gleich ein Wochenendtrip wird.

    Genauso ist es schon schade, wenn sich kaum Vereine finden, um Landesveranstaltungen auszurichten. Weil die Mitglieder und das Interesse fehlen. Oder Prüfungen mangels Teilnehmer oder Richter ständig abgesagt werden müssen.

    Es mag sein, dass Agi da einfach geeigneter für ist. Wie gesagt, im Dummy ist das zwar nervig aber am Ende halb so wild. Lässt sich aber nicht auf alle Sportarten übertragen.

    Wenn Du es nur auf die Vereine bezogen hast, die Du kennst, dann kann ich natürlich nicht mitreden.

    Naja schon, woanders kann ich mich doch nicht drauf beziehen. Aber wie gesagt, ich rede von sinnvollem Training. Just for Fun, findest man hier auch in den Vereinen viel. Der Bereich verdrängt normales Training. Und ja, das ist natürlich eine Entwicklung und ja ich lebe auch damit, sehr gut sogar, aber manchmal nervt es eben trotzdem und man findet es trotzdem schade, weil darunter natürlich der eigene Austausch, usw. leidet und der Aufwand für einen selber immer höher wird.

    Ja, wie schon gesagt, das Vereine menscheln und die Leute lieber zum Dienstleister gehen, kann ich verstehen und ist auch voll ok für mich.

    Und trotzdem nervt diese Privatisierung, wenn man sozial keine Probleme mit Vereinsleben hat. Beim Gesundschrumpfen gehe ich nicht mit, alleine die ganze Politik aktuell ist nur noch verrückt, es ist immer schwieriger überhaupt Veranstaltungsorte zu finden, Plätze werden an Privatleute vergeben, usw. Allein dieses Jahr fahren viele Sportler nicht zur SV BSP, weil die Auflagen ein Vermögen kosten, nur, damit man dabei ist. Oder man das seinen alten Hunden nicht antun möchte, alle zwei Stunden aus dem Hänger gezerrt zu werden.

    Was bei uns auflebt, ist halt „just for fun“, den Bereich decken hier auch viele Vereine ab und können sich über Mitglieder nicht beklagen. Es kann also gar nicht mal daran liegen, dass es Vereine sind. Sinnvolles Trainieren, das ist ein Problem. Beschäftigung findet man auch vereinstechnisch an jeder Ecke. Also, hier.

    Und ja, das ist schade. Vor allem wenn man viele Freunde und Bekannte in diesem Hobby hat wo man sich tatsächlich drauf gefreut hat, sich wieder zu sehen. Aber Hundesport wird immer mehr zum Hobbys von Leuten die mehr Kohle und Zeit haben.

    Ja, das nervt, wenn es einen tangiert. Genauso nervt mich, in einer DRC BZG nicht sinnvoll trainieren zu können, wo ich ja im Grunde extra dafür Mitglied bin und wo es eigentlich ein hervorragendes Gelände gebe. Es würde mich sehr freuen, wenn man sich da mehr Richtung Hundeschule orientieren würde. Stattdessen muss ich als Hundesportler ewig weit fahren für ganz normales Basistraining. Und ja, da fehlt mir dann der Austausch, mit anderen zu trainieren, andere Hunde zu sehen. Genau das ist nämlich eigentlich der Sinn solcher Vereine.

    Wenn man den ganzen Bumms eh nicht mehr macht, ist es natürlich einfach zu sagen „Pech gehabt“, aber zum Glück ist es nicht verboten, die Entwicklung doof zu finden, wenn man aktiv Hundesport und -Zucht betreibt.

    Halte ich persönlich für eine Fehlanalyse (nicht nur auf HSV bezogen, sondern auf viele Typen von Vereinen), dass es hauptsächlich daran liegt. Aber beweisen können wird es keine von uns, daher können wir uns hier gerne friedlich uneinig sein.

    Worüber wird uns uneinig sind, verstehe ich nicht. Gibt doch auch gar kein Gegenanargumentieren, so weit ich weiß leben wir auch in komplett verschiedenen Ecken, letztendlich kann es bei dir ganz anders aussehen als bei mir und du kannst in deiner Vereinsarbeit ganz andere Erfahrungen gemacht haben als ich. Ich betreibe auch keine Studien, das macht meine Erfahrungen ja nun nicht unwahr.

    Ich war zum Beispiel noch nie in einem HSV wo gesoffen wurde. Ungelogen. Nicht sinnvoll trainiert, ja. Oder auch gar nicht trainiert, aber tatsächlich kenne ich hier keinen Saufclub. Macht aber deine Erfahrung doch nicht unwahr.

    Aber ich sehe viele Parallelen in verschiedenen Vereinen, und ich bin sehr aktiv, von Hundesport, Hundezucht, Geflügel und Kleintierzucht, rote Liste, Naturschutz, Jägerschaft, Sportverein. Aber Fußballvereine können sich ja zum Beispiel null beschweren, die haben hier bei uns auch super schöne Anlagen, mit automatischer Bewässerung, mehreren Plätzen und pipapo, für die wird politisch die Welt bewegt. Aber wehe man fragt mal an, ob man dort mal mit zwei Hunden Revieren und Voraus machen dürfte. Auf gar keinen Fall, das wäre doch für alle Hundehalter eine Einladung zur Platznutzung und die Hunde machen den Platz kaputt. Ja, mir fehlt oft das Miteinander mittlerweile und das sich gegenseitig unterstützen. Zum Glücken gibt es (noch) ein paar nette Sportvereine hier, übrigens mit Platzwarten älteren Semesters die zum Glück entspannt sind.

    Und ja, ich bin da manchmal auch etwas neidisch was die Toleranz angeht. Fußballverein Mitten im Ort ist überhaupt kein Thema. Aber wehe die Hunde bellen einmal zu oft. Zum Glück ist unser Platz im Wald.

    Was den Konsum von Alkohol angeht, brauchen die sich auch nicht verstecken, daran kann es nicht liegen…

    Also aus meiner anekdotischen Evidenz kann ich das Aussterben der HSV gut verstehen.

    Nö, der Wandel bleibt aus, weil generell eine Dienstleistungskultur herrscht. Das Problem haben alle Vereine, können wir auch beim Judo ein Lied von singen. Unverbindlichkeit ist zum Beispiel dort auch ein riesiges Problem, man kann sich auch kaum auf wen verlassen. Sei es bei Veranstaltungen oder wenn es ums Training geht. Und da sind wir gewiss kein Altherrenverein, sondern überwiegend junge Leute.

    ich kenne mittlerweile - mir inklusive - einige Leute die sich gegen Verein und für vergleichsweise teure Hundeschule entschieden haben, alle aus demselben Grund.

    Vereinsmeierei. Saufen statt trainieren. Vornerum freundlich, hintenrum wird über den anderen hergezogen. Grüppchenbildung. Mit denen wollen wir nicht, mit denen auch nicht wenn dann bitte nur mit denen. Usw

    Natürlich ist es menschlich in einer Hundeschule einfacher. Das ist ja eine Dienstleistung. Dagegen wird man auch kein Argument finden. Ist doch genau der Punkt den ich anführe, zwischenmenschlich wird es immer schwieriger. Aber glaub mir, gelästert wird auch da, man bekommt es nur nicht so mit. Wo Menschen sind, da menschelts.

    Wenn man Hundesport betreiben will, ist man darauf aber nun mal angewiesen. Der funktioniert nämlich nicht alleine. Es gibt ja gute Vereine, wird aber eben seltener und entsprechend immer mehr zum Luxus. Man kann auch nicht überall einfach mitmachen, die meisten achten doch heutzutage drauf wen sie sich reinholen und bleiben lieber unter sich. Genau aus deinen genannten Argumenten. Weil es menschlich immer schwieriger wird.

    Das gleiche züchterisch. Hunde muss man in der Realität kennenlernen, arbeiten sehen, den Umgang sehen. Und sowas geht dadurch immer mehr verloren.

    Aus Hundesportlersicht kann ich aber nur sagen, dass es oft auch nicht passt. Wenn ich den Schutzdienst sehe, da ist grade bei Junghunden so schnell die Arbeit versaut, da muss man schon dabei bleiben und kann nicht heute dort und morgen da trainieren. Ehrlich gesagt gibt es bei uns im Verein auch ein Gespräch wenn Hunde ungefragt anderswo gearbeitet werden. Weil es nichts bringt, weil es für die Hunde unfair ist. Heißt ja nicht gleich, dass man nicht miteinander kann, aber über manche Dinge sollte man sprechen, wenn man gemeinsam trainiert.

    Ich finde das es auch noch was zwischen "ich komm ohne Trainer gar nicht zurecht" und "ich weiß und kann alles" gibt. Ich würde mich mit egal wie viel Erfahrung nie für allwissend halten und hole mir gerne unterschiedlichen Input und verschiedene Blickwinkel dazu. Man ließt ja auch nicht nur 1 Fachbuch und muss das gut finden, weil man es sonst nicht hätte lesen brauchen.

    Für den Hund macht es aber keinen Sinn, sein Training immer wieder umzuschmeißen. Da muss man auch einfach mal was durcharbeiten, viele Methoden brauchen eine ganze Weile oder es geht um Gewöhnung.

    Es geht ja auch nicht um allwissend, dein Ziel ist doch nicht, Weltmeister im Agility zu werden. Du hast ein ganz normales Erziehungsthema.

    Und doch in richtigen Fachbereichen, hast du sog. standardwerke und da reicht genau dieses Buch völlig aus um umfassend informiert zu sein. Ein gutes Standardwerk schlägt 100 Sachbücher. Die Kunst ist eher, zu erkennen, welches das Standardwerk ist und wo man nur Geld zum Fenster rauswirft..

    Ist halt eine Entwicklung. Mich hat am Hundesport immer gestört, dass 5 Minuten Training eine Stunde Sozialkontakte bedeutete :ka:

    Wenn ich mich austauschen und plaudern will gehe ich zum Stammtisch und nicht auf den Hundeplatz.

    Naja, ich nehme mal an, dass du nie ambitioniert Hundesport betrieben hast. Es geht mir nicht darum, mich über Kommunalpolitik auszutauschen, sondern über den hundesport der betrieben wird, Hunde arbeiten zu sehen, zu sehen was andere so machen (nein, nicht zum lästern, sondern zum lernen). Auch züchterisch reicht es doch nicht, wenn man die Hunde nur noch von Facebook oder WD kennt…

    Voran kommt man nicht dadurch, dass man 5 Minuten sein Ding macht und dann nach Hause fährt.

    Beim Dummysport brauchst du dann auch mal Gruppentraining, dafür müssen aber auch die anderen Hunde eine solide Basis haben, da wartet man einfach viel, das kostet Zeit.

    Auf den Hundeplatz brauchts auch immer mal ne Gruppe, jemanden der ne Leine übernehmen kann, wen zum Gegenführen, usw.

    Aber ja, es gibt ganz klar den Trend, dass soziales Miteinander als Stressfaktor empfunden wird.

    Also, der Trend zur „Privatisierung“ ist schon schade. Ich mag es gar nicht als Nerven bezeichnen, aber naja, halt schade.

    Hier finden sich zum Beispiel kaum noch Vereine, die genug Mitglieder haben, um Veranstaltungen auszurichten, aber die Hundeschulen boomen und die Hundehaltung ja sowieso. Wirklich schade, dass da immer weniger Interesse besteht. Hier lösen sich auch viele Vereine auf oder bekommen ihr Gelände nicht mehr verlängert und neues Gelände wird gar nicht mehr vergeben. Viele Plätze gehören jetzt privaten Hundeschulen und sind natürlich nicht mehr zugänglich für die Allgemeinheit oder Vereine.

    Langfristig werden wir uns wohl auch mal was eigenes kaufen, so für den Fall der Fälle..

    Wirklich tangieren tut es mich, wenn Hundetrainer dafür sorgen, dass man für ambitionierten Sport nicht mehr an entsprechendes Gelände kommt. Wildernde Hunde beim Dummytraining fallen zum Beispiel nicht grade positiv auf.

    Und das betrifft jetzt nicht rein den IGP-Sport, unsere DRC BZG ist trainingstechnisch ebenfalls so gut wie tot, weil keiner Lust hat sich „just for fun“ hinzustellen für nen Appel und nen Ei. Da können die Hunde mit 3-4 Jahren oft nicht mal vernünftig apportieren, und das liegt nicht an den Hunden, sondern daran, dass den Besitzern es egal ist, der Hund soll halt bissl beschäftigt werden und fertig ist, aber mal daheim üben oder Basics arbeiten, darauf haben die Leute keine Lust.

    Das finde ich zumindest in meiner Gegend schon sehr schade, für ganz normales Training sehr lange Strecken und/oder Kosten für Privattrainer aufbringen zu müssen.

    Und nein, mir geht es da nicht ums Geld, sondern um ein gemeinsames Hobbys, den Austausch und eine schöne Zeit unter Menschen, kein Trainer der auf die Uhr schaut weil die Einheit rum ist.. für prüfungstraining und input fahre ich gerne zu privat, aber mir persönlich fehlt ein normales Vereinsleben „an der Basis“ sehr. Im IGP oder Jagdlich habe ich das noch, für Dummy oder Obedience muss ich Minimum 100km fahren, nur, um mal mit anderen Gleichgesinnten im Gelände/ auf dem Platz zu stehen. Kann man nun beides auch sehr gut für sich trainieren, aber wie gesagt, ich finde den Austausch immer schön. Ungezwungen, ohne Zeitdruck und Stundenlohn. Für jeden leistbar. Hundesport wird doch auch immer mehr zum Luxus durch die Entfernungen und die Attraktivität, lieber Privattraining zu geben.

    Liegt aber sicherlich auch daran, dass viele Vereine immer schwieriger werden. Bei uns haben einige Vereine selbst schuld daran, dass die Mitgliederzahlen so geschrumpft sind, weil reihenweise gute Leute vergrault wurden, durch 1 oder 2 Platzhirsche die es mit „Konkurrenz“ nicht so haben.

    Generell scheinen sich da die Zeiten auch verändert zu haben und die Leute engstirniger zu sein, nach einer Meinungsverschiedenheit direkt zerstritten zu sein und sich da richtig reinsteigern zu können, einfach sehr wenig konfliktfähig und kompromissbereit. Gerne dann auch inkl. anzeigeritis.