Ich denke auch, du musst dir erstmal überlegen, ob du dir in Zukunft einen Hund in deinem (neuen) Leben vorstellen kannst oder nicht. Wenn nicht, ist das völlig in Ordnung und du findest mit Sicherheit einen guten neuen Platz für ihn. Wenn doch, denke ich ehrlich gesagt, dass ihr auch das hinbekommt. Mit einigen Änderungen natürlich.
Es liest sich für mich ein bisschen so, als wäre gerade alles doof, was ich auch absolut verstehen kann. Ich würde als allererstes irgendwie versuchen Entlastung für dich zu schaffen. Einfach, damit du wieder anfangen kannst positiver über die Situation zu denken. Außerdem könnte ich mir gut vorstellen, dass ihr euch gegenseitig super viel frustet und darin hochschaukelt.
Vielleicht findest du wirklich jemanden, der ab und an gerne auf ihn aufpasst, damit du ein bisschen Zeit für dich hast und mal aus dieser Negativspirale rauskommen kannst. Bei mir an der Uni werden oftmals Hunde zur Betreuung ausgehangen und viele Studierende, die keinen eigenen Hund halten können, freuen sich darüber auch mal ein bisschen Hund haben zu können. Vielleicht wäre das noch eine Idee :)
Sport kann man auch super mit dem Hund zusammen machen, wenn das für dich in Frage kommen würde. THS und Canicross fallen mir da als erstes ein aber es gibt so so viele Optionen. Ich habe da aber eher das Gefühl, es geht dir mehr darum, mal wieder Zeit für dich zu haben und auch das finde ich sehr verständlich und ein valides Bedürfnis.
Wir hatten nach einem Umzug auch eine Zeit lang Probleme mit dem Alleinebleiben und mich hat das damals auch sehr belastet. Ich hatte das Glück eines Autos, in das ich ihn mal für eine Stunde packen konnte und das Alleinebleiben Zuhause ist irgendwann auch endlich besser geworden. Das nimmt schon enorm viel Druck raus und gibt viel Freiheit zurück. Hat er davor keine Probleme gehabt? Dann denke ich, das wird mit der Zeit bestimmt auch wieder besser.
Eine Freundin von mir war kürzlich in einer ähnlichen Situation mit ihrem Junghund und bei ihr hat sich durch zeitweise Betreuung super viel gelockert weil sie dadurch insgesamt einfach viel weniger frustriert mit dem Hund war und sich wieder mehr auf ihn einlassen konnte. Seither läuft es bei den beiden echt viel besser :)
Ansonsten finde ich es bei einem jungen Hund auch einfach wichtig, nicht alles so streng zu sehen und manche Dinge mit ein bisschen Humor zu nehmen. Für eure Beziehung und gegen euren Frust. Es muss nicht alles perfekt laufen, vieles kommt auch einfach mit der Zeit.
Leinenführigkeit habe ich zum Beispiel nur in kleinen Einheiten am Halsband trainiert und ansonsten war der Kollege an Geschirr und langer Leine und konnte da sein Ding machen. Heute läuft er super an der Leine und wir haben uns viel Ärger gespart.
Wegen eurer anderen Probleme kann ich auch nur dringend zu einem/einer anderen Trainer/in raten. Das klingt wirklich gar nicht gut, vor allem bei einem sowieso schon so gefrusteten Hund. Wo kommt ihr denn her? Vielleicht kann da jemand etwas empfehlen.
Also, ich denke, wenn du wirklich willst, bekommt ihr das hin aber einen Hund abzugeben, wenn man merkt es passt wirklich nicht, ist auch echt keine Schande. Hundehaltung bedeutet immer auch Einschränkungen aber sie gibt auch sehr viel zurück und da muss jeder für sich schauen, ob sich das aufwiegt, überwiegt oder eben nicht auf Dauer.
Finde es auch ganz wichtig als Team irgendwie zueinander zu finden und einfach ein paar positive Erlebnisse zusammen zu sammeln. Ihr findet doch bestimmt Dinge, bei denen ihr zusammen eine gute Zeit haben könnt. Wenn das gar nicht so ist, halte ich eine Abgabe auf jeden Fall für gerechtfertigt.
Ich wünsche euch Beiden so oder so alles Gute!