Und das ist eben ein Irrtum, dass man es bei jedem Mensch-Hund-Team in jeder Phase nur ernst genug nehmen und konsequent trainieren muss und dann läuft es.
Das möchte ich auch gerne unterstreichen. Emmi ist derzeit unsicher und pöbelt, dabei dreht sie sich (um mich herum) gerne mal bell-kreischend im Kreis, weil sie so überfordert ist von den Außenreizen. Für Außenstehe sieht das 110-prozentig nach "Die hat den Hund nicht im Griff" aus (hätte ich früher auch gedacht!). Tatsächlich ist Emmi aber in diesen paar Sekunden absolut null ansprechbar, was soll ich da also für Ansagen machen, Leckerli werfen oder oder oder. Ich warte halt kurz ab, halte die Leine sehr gut fest, bis der Irrsinn aus ihr draußen ist und dann reagiert sie auch wieder auf mich, auf Ansprache, anfassen, Futter.
Wir nehmen diese Unsicherheit sehr ernst und trainieren da immer immer dran, aber ich gerate eben auch in Situationen, die untrainierbar sind. (Sind gestern nach einer Woche Spaß am Strand in NL zurückgekommen und Emmi hat es noch nicht verknuspert, wieder im heimischen Terrain zu sein, alles ist aufregend, alles regt sie auf.)
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Zum Thema Individuum:
Ich habe zwei Töchter (16 u. 12). Die Große kam "fertig" zur Welt, hat kaum gebrüllt, sehr früh durchgeschlafen, everybodys Darling. Und ich fragte mich in meiner grenzenlosen Jungmutter-Naivität immer, was die anderen wohl alles falsch/inkonsequent usw. tun würden, wenn die Kinder echte Nervenbündel waren. Und DANN hat mir der liebe Storch das zweite Mädchen gebracht. Ha! Die habe ich genau gleich erzogen, das Umfeld war gleich - und trotzdem gehörte sie zur Sorte, die man keine Sekunde aus den Augen lassen durfte. Wo sie war, stand kein Stein mehr auf dem anderen. Durchgeschlafen hat sie mit 3,5 Jahren und von everybodys Darling waren wir sehr weit entfernt. That's life - manchmal sorgt das Schicksal halt dafür, dass alle an ihren Aufgaben wachsen dürfen.