Die Kollegin war übrigens bis zum Tod ihres Hundes Hundehalterin mit Leib und Seele, ich hatte vorher nie Zweifel in dieser Richtung wahrgenommen. Deswegen hatte mich die Äußerung natürlich besonders schockiert.
Da kenne ich tatsächlich einige Leute, die nach dem Tod eines (geliebten) Hundes keinen anderen mehr wollen. Die meisten hatten dann nach 1-2 Jahren Pause doch wieder einen.
Absolut. Ich sage mir nach jedem Hund: nie wieder.
(Oder wenigstens ein paar Jahre Pause. Ich habe noch nie länger als 6 Monate ohne Hund ausgehalten).
Hundehaltung ist eine Art Lebensstil, finde ich.
Gerade im Moment muss man schon bissel hart im Nehmen sein. Nach dem Gassi sieht man aus wie durch den Schmutz gezerrt. Meine Klamotten sind ständig dreckig oder nass oder gehen kaputt. Soll Hunde geben, die machen im Haus viel kaputt, bellen viel und nerven u. U. Nachbarn und Mitbewohner. Hunde machen Arbeit, je nach Herkunft und Rasse, viel davon. Sie müffeln manchmal, fressen wie Tiere eben und wollen Aufmerksamkeit. Man kann Glück haben und ein unkompliziertes Exemplar erwischen, oder Pech und man ist schnell überfordert und muss mehr investieren als andere HH. Von den enormen Kosten für Futter, TA und diverse andere Anschaffungen rede ich gar nicht.
Ich kenne „Katzenmenschen“, die sich aus Vernunftsgründen einen Hund zugelegt haben, beide sind nicht happy zusammen. Was bekommt man vom Hund zurück?
Das ist wohl ganz individuell, wie man das wahrnimmt.
Dankbarkeit darf man nicht erwarten, so empfinden Tiere nicht. Aber man kann durchaus ihre große Zuneigung deutlich spüren, wenn man einen Sinn dafür hat. Und da bin ich beim eigentlich Punkt. Ich kenne leider viele Menschen, die Hund haben, weil „passt halt gerade“, Kind soll mit Hund aufwachsen, Hunde sind gerade modern usw. …. Alles nicht die richtigen Gründe. Ich finde, tief in einem drin sollte der Wunsch nach einem Hund sein.
Ich z.b. hatte den schon als Kind (durfte nie), war jahrelang fasziniert vom Wesen Hund/Wolf und habe alles darüber verschlungen. Klar, kann man auch ohne diese Leidenschaft Hunde halten und das auch ganz glücklich. Wie gesagt, ich sehe es halt schon als eine Art Lebenseinstellung, denn Hunde bringen dich unweigerlich näher an die Natur (von allem, ich meine nicht nur Gassigänge, auch die aller Lebenwesen), sie zwingen dich zur Disziplin, zu Impuls- und Selbstkontrolle, dazu Verantwortung zu übernehmen, zu planen und zu organisieren und und und …. Kinder zu haben, ist jahreweise anstrengender, doch die werden groß, erwachsen. Der Hund wird es in dem Sinne nie.
Ich werde bestimmt mit 80 noch einen älteren TH Hund holen, weil das eben bei mir so ist. Ohne Hund geht einfach nicht 😁