Beiträge von Massai

    Ich benutze auch gern die dreifach verstellbaren Leinen, was eigentlich in unserem Fall sinnlos ist. Denn wenn ich sie nutze, muss er eh bei Fuß laufen. Sonst eher die Flexi. Aber die andere Leine lässt sich so gut umhängen, hake ich praktisch beim kurzen Fußgehen ins Halsband und mach’s anschließend wieder los. Eine 1m Leine würde es wohl auch tun, aber wo tut man die hin? Ich habe die Hände gern frei.

    Murmelchen

    Die haben wir, nutzen die aber nur mal zum „Wandern“, dafür finde ich sie ganz okay.

    Ich habe heute mal was ausprobiert. Auf unserer Strecke gibt es einen Baum, schön in der Sonne. Ich habe mich da einfach mal spontan und wortlos hingesetzt und nichts zum Hund gesagt. Weder, dass er bleiben soll, noch irgendwas. War gespannt, was er macht. Das hier:

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    Eros hat sich in ca 15 m Entfernung hingestellt, ein Ohr bei mir, ein halbes Ohr bei den Mäusen, das andere halbe bei der Umgebung. Ein Auge auf den Mäuselöchern, eins für die Umgebung. So stand er da ewig. Er hat nicht gejagt, obwohl er gekonnt hätte. Sondern hat sich fürs Wachen entschieden. Fand ich interessant.

    Wir haben hier 4-5 größere Runden zur Auswahl. Meist laufe ich davon zwei sehr regelmäßig, wobei man die auch wegetechnisch variieren kann, die anderen gehen teilweise durch die Stadt, da muss ich Lust zu haben (ähm … entsprechend angezogen sein), eine davon ist ein offizieller Radweg, da gehe ich höchstens unter der Woche morgens früh mal lang. Meist laufen wir unsere Feldrunden morgens. Nachmittags kann es aber auch mal eine der anderen Runden sein. Ganz selten fahren wir mit dem Auto wohin.

    Wir hatten heute unsere erste Fuchsbegegnung.

    Sind auf dem Feld unterwegs, offiziell geschotterter Weg, links Maisfeld, rechts Maisfeld. Höre ich schon die allseitsbeliebte Bracke, die wieder jagt :woozy_face: gut, Eros war eh an der langen Leine und der Alte, dem sie gehört, ist absolut beratungsresistent.

    Laufen also gechillt weiter, denn inzwischen ist Eros durch ihr Gebell nicht mehr aufgeregt. Plötzlich kreuzt vor uns ein junger Fuchs den Weg, vermutlich aufgestöbert durch die Bracke. Waren höchstens so 2-3 Meter voneinander entfernt. Fuchs ist nicht gerannt und mein Hund ist ganz normal weitergelaufen. Also er hat ihn schon gesehen, ist aber nicht impulsiv in die Leine gerannt (wie er es schon mal bei einer Maus getan hat. Dabei hat er mich fast von den Beinen gerissen und es gab einen deftigen Anschiss.).

    ich bin trotzdem stehen geblieben und Hund kam nach Ansprache zu mir und hat sich nen Keks abgeholt. Natürlich war er dann an der Stelle wo der Fuchs ins Feld ist, neugierig am glotzen, schnüffeln und geiern, ist aber auch gleich wieder normal mit mir weitergelaufen. War also nicht allzu aufgeregt oder im Tunnel oder in Jagdstimmung. Ich habe eh festgestellt, dass ich da eine gewisse Hartnäckigkeit fehlt. Ihm geht es halt wirklich nur ums „Malnachrennen“, was ich aber natürlich trotzdem nicht will.

    Keine Ahnung wie es ohne Leine gelaufen wäre, aber ich hatte Eros genau im Blick, er hat nicht mal den Ansatz gemacht sofort hinterher zu gehen, nicht gezuckt, gar nichts. Ich hoffe wirklich, dass ich das dem Alter zuschreiben kann und meine Maßnahmen auch langsam im Teeniehirn ankommen. Vor einem halben Jahr wäre er garantiert losgesprungen.

    Ich muss da immer viele Jahre zurückdenken.

    Ich wohnte in einer relativen Großstadt und dort gab es eine Menge Punks, viele davon lebten wohl auch wirklich auf der Straße. Die alle hatten Hunde, große, kleine, Mixe, aber nicht nur. Keiner trug je ein Halsband, geschweige denn hatte man eine Leine dabei. Die Hunde blieben meist ohne Ansprache immer nahe bei ihren Leute. Wirklich Beachtung bekamen sie selten, wohl aber Futter, denn unterernährt war keiner von denen. Ich kannte sie viele Jahre lang, weil sie oft in dem einen Park rumhingen, wo ich mit meinem Wuschel vorbei lief. Nie hat ihm einer der Hunde nur einen Blick gegönnt. Die Hunde waren durchgehend gechillt. Ich habe bis heute keine Ahnungen, wie die das gemacht haben. Wenn jetzt einige sagen, na ja, kam bestimmt mal der ein oder andere Hund unter die Räder. Vielleicht. Mitbekommen habe ich es nie, im Gegenteil, ich kannte eigentlich fast alle ihrer Hunde vom Sehen her. Bis ich wegzog, waren alle noch da.

    Ein Mädchen, die auch einen Schäfermix hatte, kannte ich näher. Sie ging in einer Art Gottvertrauen mit dem Hund um. Und so war der Hund auch, der liebste Schäferirgendwas, den ich kennengelernt habe. Klingt irgendwie esoterisch, ich weiß, aber eine wirkliche Erklärung habe ich dafür nie gefunden.

    Ich finde sowieso, dass das die Grundvoraussetzung für einen Freilauf ist. Wäre die hier nicht gegeben, gäbe es da auch keinen Freilauf.

    Je zuverlässiger er ist, desto öfter gibt es in entsprechenden Gebieten Freilauf.

    Hätte ich eine Gegend, wo ich nie wüsste, wer gerade ums Eck kommt, oder Wald, wäre hier die Leine immer dran.

    Meine sind eigentlich so "bei mir", dass sie auch in fremden Gebieten frei laufen können.

    Bei uns ist es so, dass Eros in fremden Gebieten zwar viel näher an mir dran wäre, aber da ich die Gegebenheiten nur schwer einschätzen kann (Wild) ist das Jagdrisiko für uns zu hoch. Deswegen Leine. Mit einem Ohr ist er eh immer bei mir, auch auf dem bekannten freien Feld. Übrigens lief er auch das erste Jahr fast nur ohne Leine, weil er so einen starken Folgetrieb hatte und irgendwie auch immer noch hat. Das ist sehr praktisch.

    Meine Hunde dürfen weder jagen, noch andere Hunde oder Menschen belästigen.

    Ich finde sowieso, dass das die Grundvoraussetzung für einen Freilauf ist. Wäre die hier nicht gegeben, gäbe es da auch keinen Freilauf.

    Je zuverlässiger er ist, desto öfter gibt es in entsprechenden Gebieten Freilauf.

    Hätte ich eine Gegend, wo ich nie wüsste, wer gerade ums Eck kommt, oder Wald, wäre hier die Leine immer dran.

    dagmarjung

    Das finde ich ganz interessant. Bei meinem Hund bewirkt das nämlich das Gegenteil. Er ist dann geradezu irritiert und klebt dann eher an meinem Bein, anstatt das auszunutzen. Ob das an der unterschiedlichen Genetik liegt? Oder einfach nur ne Charaktersache ist? Meine Molosserin zuvor, war aber auch so. War ich am Handy beschäftigt, ist sie auch einfach neben mir stehen geblieben. Beide Rassen haben ja Schutztrieb, ob es damit zusammen hängt?

    Bei uns ist es im Freilauf wie an der Leine. Im Freilauf kennt Eros die Regeln, welche im Grunde dieselben sind wie an der Leine. Die hält er auch ein, ohne, dass ich was sagen muss. Die sind ihm sozusagen in Fleisch und Blut übergegangen. Bei unübersichtlichem Gelände bleibt hier die Leine dran. Aber ich gebe zu, übers Feld, wo ich weit gucken kann, darf er machen was er will. Er macht aber nichts, sondern läuft genau so wie an der Leine mit dem Unterschied, dass der Radius weiter ist. Also: schnüffeln, pieseln, Kopf heben, wo Mutti ist, entweder auf sie warten (oft) oder hinterher sausen (seltener), mal nach den Mäusen gucken, aber nie so, dass ich ihn rufen müsste. Wir sprechen auf Gassigängen sowieso eher wenig, im Freilauf eigentlich nie. Wenn, kommunizieren wir über Gesten oder Augenkontakt. Klar, 100% ist das nie. Bin ich mir unsicher, mache ich den Hund an die Leine. Die einzige Freiheit, die Eros also hat und ausnutzt, ist ein größerer Radius und halt doch mal wo länger zu schnüffeln.

    Er war von Anfang an allerdings sehr auf mich fixiert und das macht so einen Umgang natürlich leichter, als wenn man sich ständig bemühen muss die Aufmerksamkeit seines Hundes zu erlangen. Außer wir machen mal gezielt eine Dummysuche im Freilauf natürlich, machen wir keine Übungen etc. Was sitzen soll, sitzt. Alles andere brauchen wir jetzt nicht mehr. Läuft soweit prima, bis auf die unberechenbaren Bewegungsreize eines vielleicht aus dem Busch schießenden Hasens. Hatten wir aber noch nicht, ist aber nicht auszuschließen. Die Gefahr ist aber nun durch die abgeernteten Felder sehr gering. Im Sommer jedoch, hatte ich ihn mehr oder weniger durchgehend an der Leine, auch am Feld. Da gehe ich kein Risiko ein. Insofern, ja, er genießt jetzt wieder mehr Freiheit.

    Was auch praktisch ist: ich gehe oft mit dem Jagdpächter Gassi. Da erfährt man nicht nur, wieviel Rehe es wo gibt, sondern auch wann sie wo sind. Morgens z.b. Leine ich Eros nur an bestimmten Stellen ab. Es bringt halt auch Vorteile, wenn man seit 10 Jahren dieselbe Gassirunde geht. Man kennt jeden Stein mit Namen 😂