Beiträge von Potato

    Klar, das können wir so definieren, aber dann haben wir ja eine ganze andere Diskussion. Die Ausgangsbasis war ja "Hund im Jagdmodus ist einem im Idealfall zu vermeidendem Stress ausgesetzt", dem habe ich wiedersprochen. Wenn die Ausgangsbasis der Diskussion ist "Hund im Jagdmodus reagiert auf Reize, schüttet Hormone aus und wird physisch und psychisch gefordert" dann bin ich da voll dabei.

    ganz ot

    Diese Geschichte hat mich sehr an die "Grauen im Naturidyll"-Kurzgeschichten von einem urugayischen Autor erinnert, die ich für spanisch ne Zeitlang lesen musste. Nach der zweiten oder dritten hab ich zwischendrin schon misstrauisch gefragt "am Ende sind doch eh wieder alle tot, oder?!?"

    Aber meinst du wirklich dass sie das auch im Hetzen so beeindrucken würde? Cheese hat ja die Modi "du hast mich böse angeschaut, ich überlege jetzt den Rest des Abends gequält meidend ob du mich zur Adoption frei gibst" und "Ich jage, es gibts nichts was du tun könntest was mich deine Existenz wahrnehmen ließe und die Welt könnte ohnehin auch gerade neben mir untergehen".

    Stress ist ja nicht pathologisch per Se, sondern etwas ganz normales, lebenswichtiges. Also ja, Jagen ist was die Neurotransmitterausschüttung angeht Stress. Ob das schädlich ist, ab wann und in welchem Masse und Umfang ist die andere Frage. Und nur individuell zu beantworten. Auch wie lange ein Lebewesen hat um die Neurotransmitter abzubauen ist sehr individuell und genetisch schon festgelegt - wird aber auch durch Erfahrung, Umwelt usw beeinflusst.

    Hm, das müsstest du jetzt schon etwas näher erörtern. Wie definierst du stress? Was genau wird ausgeschüttet und mit welchem effekt auf den körper?

    Wir haben aber gerade auf jeden Fall von stress als zu vermeidendem Faktor gesprochen (von dem man sich drei Tage erholwn muss).

    Ansonsten bin ich da voll dabei, wenn ich meinem Hund nen Schuss Dopamin gönnen will lass ich ihn auf jeden Fall hetzen.

    Ich finde den Gedanken auch echt komisch dass ihn das stressen würde.

    Daß das Streß ist, merkst Du spätestens, wenn Du nen Jagdhund an der Leine hast, der im Laufe des Spaziergangs in wildreichem Gebiet immer höher dreht, bis zu dem Punkt, wo er dann nicht mehr ansprechbar ist.

    Und die Tage hinterher, wo er dann bei jedem Rascheln im Gebüsch ins Jagen umswitcht, reinhüpft, ständig Spuren verfolgt etc., bis halt Tage später das Adrenalin wieder abgebaut ist (aber natürlich auch nur, wenn er in der Zeit eben NICHT mehr gejagt hat oder andren Streß empfunden hat).

    Beim Jagen wird Adrenalin ausgeschüttet, was den Streßkreislauf anlaufen läßt.

    wie gesagt, warum sollte ihn das denn stressen? Natürlich ist mein jagdhund im jagdmoment nicht ansprechbar, darauf wurde er nicht gezüchtet. Und ohne mich hätte der sich jeden tag was neues gefangen und danach ne runde gepennt, ohne durch einen stresskreislauf im burn out zu landen. Das ist irgendwie ne ganz komische pathologisierung von einem mega natürlichen Vorgang.

    Ich frag mich wirklich woher dieser Stress Gedanke kommt. Ist ein Jagdhund mit Jäger auch im Stress? Oder nur der Jagdhund alleine? Also natürlich ergibt sich stress dadurch dass der mensch das jagen unterbinden will, aber das Jagen an sich…? Das will mir echt nicht einleuchten. Klar wenn das jetzt acht stunden lang geht… aber wenn der Hund da nicht abschalten kann zwischendrin liegt das eher an anderen Sachen als am Jagdmodus. Mein Vollblutjäger chillt auf langen Wanderungen von sich aus auch im Wald, das hab ich ihm jetzt nicht künstlich beigebracht. Und Jäger (und Sammler) haben zwar tatsächlich ein im Durchschnitt sehr gechilltes Leben, aber so ein Stündchen am Tag können die schon im Jagdmodus sein ohne “gestresst” zu sein.

    Also deutsche hunde leben länger als alle anderen?

    Schweizer ;)

    Die Studie stammt aus der CH.

    Obwohl ich kaum glaube das ein CH Goldie gesünder ist als ein D Goldie.

    Haha okay, den schweizer Hunden trau ich das zu, aber ich glaube das hätte sich dann in der Studie anders gezeigt.

    Wollteufel davon geh ich jetzt mal auch aus, aber das ist dann hier schon etwas gewagt formuliert. Würd mich aber auch einfach interessieren obs Vorerkrankungen, regionale Krankheiten, Trauma, frühe schlechte Versorgung oder anderes ist. Aber das wird die Studie jetzt wahrscheinlich nicht hergeben

    hm darum gings grad nicht, aber ich bin über die “hunde ausländischer herkunft” gestolpert. Also deutsche hunde leben länger als alle anderen? Oder ist es der transport moment? Irgendwie geh ich davon aus dass der österreichische goldie welpe in deutschland statistisch gesehen nicht früher stirbt. Wahrscheinlich sind Hunde aus den europäischen Strassenhunde hotspots mit ebenfalls Strassenhund-Hintergrund gemeint, oder?

    Würde mich aber interessieren was da die hohe Sterblichkeit verursacht

    Ja das geht mir mit Cheese ganz genau so. Cheese reagiert überhaupt nicht auf Objekte. Weder würde er denen hinterher, noch die in den Mund nehmen, selbst in grösster Langeweile nicht. Futter nimmt er ohne grosse begeisterung an, Futter suchen tut er auch nicht. Joggen mag er auch aus den gleichen Gründen wie hope nicht, da kann ich ihn hinter mir her schleifen