Ich habe soeben das Buch „Damit die Trauer Worte findet“ von Solveig Böhle zu Ende gelesen. Das Buch ist 127 Seiten stark und endet mit einem Gedicht zum Thema „Suizid“. Das Buch ist 1988 erstmalig in Norwegen erschienen. Somit ist es wichtig zu wissen, dass es sich auf die damaligen Helferstrukturen in Norwegen bezieht. Es ist kein Sachbuch zum Thema „Umgang mit Hinterbliebenen bei Suizid“. Stattdessen bietet es Raum dafür, dass Angehörige von Menschen, die Suizid begangen haben, von ihren daraufhin folgenden Gefühlen und Erlebnissen berichten konnten. Es gibt einen Einblick über die verschiedenen Reaktionen der Angehörigen und ihrer Umwelt auf eine derartige Tragödie. Eltern, erwachsenen Kinder als auch Partner bzw. Partnerinnen kommen in dem Buch zu Wort.
Ich finde, dass Buch hätte gerne noch mehr Menschen zu Wort kommen lassen können. Mit 127 Seiten ist es nicht besonders dick. Es lässt sich aber flüssig lesen und regt zum Nachdenken über ein noch aktuelles Tabu-Thema, wie ich finde, an. Vielleicht ist es aber auch gut, dass das Buch nicht so dick ist. Dadurch ist man vielleicht auch eher geneigt, es zu lesen. Die Autorin geht einfühlsam auf die Angehörigen ein. Sie verurteilt niemanden. Je nachdem was man sich erhofft, kann dieses Buch den eigenen Wissensschatz zum Thema „Suizid“ erweitern, wenn man das denn will.