Ich wage mich mal in dieses Minenfeld.
Phonhaus hat ja recherchiert und von 2018 bis 2021 siebzehn Todesfälle durch Hundebiss in Deutschland gefunden.
Was ja, zum Glück, und was mich auch sehr beruhigt, wirklich sehr wenig ist.
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Demgegenüber gestellt waren es 935 vollendete Tötungsdelikte durch Menschen in Deutschland im selben Zeitraum
Wenn man nun diese Zahl, und auch die Beißvorfälle ohne Tötung reduzieren will, muss man in meinen Augen hinsehen, was man genau reduzieren will.
Nur Tödliche oder auch geringfügige Beißvorfälle im öffentlichen Raum gegen Fremde?
Nur Tödliche oder auch geringfügige Beißvorfälle innerhalb der Mitglieder des eigenen Haushalts?
Oder nehmen wir Beißvorfälle gegen andere Hunde / Haustiere auch dazu?
Und entsprechend des formulierten Ziels kann man dann(!) Maßnahmen einführen.
Am einfachsten umzusetzen und zu kontrollieren wäre eine generelle Sicherungspflicht jeden Hundes im öffentlichen Raum mittels Leine und / oder Maulkorb. Sehr effizient und damit kann man zumindest alle Vorfälle gegen Menschen und anderen Tieren im öffentlichen Raum minimieren.
Will ich weiter gehen und auch "Unfälle" im privaten Umfeld verhindern muss ich allerdings weiter gehen. Dann kann ich tatsächlich Hunderassen verbieten.
Denn natürlich macht die Rassenzugehörigkeit einen Unterschied. Aber in meinen Augen(!) fallen dann einfach sehr viele Hunderassen raus.
Alle Schäferhunde, Wach- und Hofhunde, Herdenschützer, Wildscharfe Jagdhunde, Treibhunde, .... und deren Mixe
Also da braucht es dann eher eine umgekehrte Rasseliste, a'la welche Rassen sind tatsächlich so sanft und/oder so klein, dass von ihnen keine Gefahr ausgeht.
Oder, und das wäre mein bevorzugter Weg, wir machen uns ein bisschen mehr Mühe.
Wir akzeptieren, dass zum Leben ein gewisses Risiko gehört. Wir sehen, dass Hunde im großen und ganzen recht friedlich mit uns Menschen zusammenleben.
Und betrachten dann jedes Individuum einzeln.
Sprich, wer auffällig wird, wird überprüft (ohne Vorurteil und mit einem vernünftigen Test) und bekommt im Zweifel Auflagen.
Und zwar egal, ob es ein Rottweiler, ein Dalmatiner oder ein Labrador war.
Und wenn es dann mehr Schäferhunde trifft, weil diese auffälliger sind, dann ist das so.
Aber ich halte nichts von Sippenhaft, wegen auffälliger Individuen.
Dies aber nur meine bescheidene Meinung zu diesem sehr emotionalen Thema.