Beiträge von Lolalotta

    Es geht um meinen Anspruch an den Hund in meinem Leben.

    Das ist ja löblich und das sehe ich genauso. Bloß klaffen halt manchmal Anspruch und Realität doch auseinander. Und dann wird die passende Rassewahl für das Lebensumfeld schnell sehr relevant. "Versage" ich als Hundehalterin an einem Zwergpudel hat das eben doch andere Konsequenzen bzgl. Fehlertoleranz als mein "Versagen" am Deutsch Drahthaar.

    Freiheiten ungleich Narrenfreiheit.

    Das ist es eben. Erziehungsthemen sind das eine, da gibt es durchaus "No Gos" die Bank durch. Aber faktisch ist die Fehlertoleranz bei einem freundlich gesinnten Zwergpudel nun mal eine andere als bei 50kg Hund mit Schutz- und Wachtrieb.

    Diese Fehlertoleranz hat durchaus auch meine Hundewahl beeinflusst. Das bedeutet nicht, dass ich meinen Hund nicht umsichtig führe.

    Ich habe Jahre zuvor einen Lagotto öfter im Park getroffen und er war mir wahnsinnig sympathisch. Als es ernster wurde mit der Hundesuche, wurde klar, dass die Rasse auch die systematisch objektive Wunschliste ziemlich gut erfüllt. Auf meiner Liste stand: Wanderbegleiter, Großstadt tauglich, nicht zu schwer, freundlich, lustig, gerne eher energetisch und ungestüm, dabei aber lieber sensibel als draufgängerisch, nicht haarend ist natürlich ein nettes Extra, alles Wuschelige mag ich gern, ob Rauhaar oder Locken.

    Wunschliste meines Partners: Hauptsache Schlappohren.

    Wir haben vor der Pandemie ernsthaft zu suchen begonnen und dachten dann zu Beginn des Lockdowns schon, das wird nichts. Jedenfalls nicht bald. Dann war das Glück auf unserer Seite und unsere wunderbare Züchterin hat uns einen Platz auf der Liste angeboten, da jemand anderes abgesprungen ist.

    So sind wir zum weltbesten Hund gekommen.

    Weiterhin fühle ich mich zu Drahthaarfoxln, Airedales, Irish Terriern, Schnauzern, aber auch zu Welsh oder English Springer Spaniels sehr hingezogen.

    Ich habe auch ein kontaktfreudig-wuseliges Exemplar. Im Kern hat er schon Lust auf Interaktion, das Ganze wurde (wird) von einer gehörigen Fiddeln überdeckt. Als er noch Junghund war, fühlte ich mich manchmal etwas hilflos. Man will ihm Stress ersparen, aber es hat ihm auch nichts gebracht, wenn er in solchen sehr aufgeregten Situationen dann auch noch einen Konflikt mit mir oben drauf hat.

    Deswegen habe ich irgendwann eine andere Strategie gefahren: Abwenden als generelles Verhaltensmuster in allen möglichen Situationen immer wieder bestätigt. Nicht nur in dieser für ihn sehr schweren Menschenbegegnung, sondern wie mit anderem Lernen auch: bei einfach starten und sich zu herausfordernd hocharbeiten.

    Ich habe ihn dann in Situationen, in denen andere Menschen ihn teilweise auch noch gelockt haben, machen lassen, aber in dem Moment, in dem er sich selbst abwendet, wurde er gelobt und gefüttert und meistens hat er dann, wenn einmal der Dampf weg war, auch gerne Schutz bei mir gesucht. Sonst einfach Leine kurz und Gehampel ignorieren, während man ihn eben nicht hin lässt, aber nicht auch noch von meiner Seite aus Druck drauf setzen, da mein Hund eh schon nicht mehr wusste, wohin mit sich und die Situation noch zu schwierig für ihn war.

    Ob die Strategie nun gefruchtet hat oder der Hund schlicht älter wurde? Wahrscheinlich eine Mischung aus beidem. Jedenfalls hat er gut verinnerlicht, dass er bei mir wirklich Ruhe hat und sich immer abwenden und umorientieren kann und dafür belohnt wird. Er lässt sich teils gar nicht mehr locken und dreht sich demonstrativ um und mir zu in Erwartung eines Lobs.

    Und natürlich nur, damit das auch klar ist: der Hund wird geschützt, ungewünschtem Kontakt wird aus dem Weg gegangen bzw. er wird ihm nicht ständig aufgezwungen. Aber es gibt sie ja manchmal, die Situationen, die irgendwie unvermeidbar und unterm Strich auch nicht schlimm sind.

    Ove speist heute königlich. Ich habe ein Lachsfilet -30% kurz vor Ablauf der Haltbarkeit gekauft. Es wurde auf der Haut angebraten und mit gebratener Staudensellerie, Blumenkohl und Zucchini mit Petersilie und Basilikum garniert und an gekochten Hafer- und Dinkelflocken gereicht.

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    Ich weiß jetzt nicht genau wo der Lagotto angesiedelt ist, aber vom Gefühl her würde ich jetzt eher was Richtung Jagdhund erwarten.

    Absolut. Laien-Beschreibung des Jagdverhaltens: wuseliges Stöbern, spaniel-like. Generell sehe ich da verhaltensmäßig Überschneidung. Verharren und „Vorstehen“ konnte ich auch irgendwann bestätigen. FCI Gruppe 8 jedenfalls.

    Oh noch ein Lagotto! Herzlich Willkommen!

    Ich schließe mich den anderen zum Thema Umorientierung an. Zusätzlich würde ich noch sagen: behalte auch die Nase im Blick und lerne über die verschiedene Aspekte und Stufen von Jagdverhalten. Noch, im Welpenalter, ist das vielleicht ein bisschen früh. Aber bei meinem Lagotto (mein erster Hund) hab ich irgendwann ganz deutlich gesehen, wie er von Sicht- auf Nasenjäger „gewechselt“ hat. Bewegungsreize konnte er irgendwann gut aushalten und die selbstständige Umorientierung klappte sehr gut.

    Dann wurden mit Erwachen des Jagdtriebs Spuren wahnsinnig interessant. Ich musste ihn lesen lernen und sehen, wann er eine Spur in die Nase kriegt und dann auch darauf bezogen die Umorientierung wieder festigen. Das bot er von selbst an, aber man muss sich mit Jagdverhalten genug auseinandersetzen, um solche Ansätze als Neuhundehalterin überhaupt zu bemerken und bestätigen zu können.