Interessante Frage. Das hängt sicherlich auch viel vom Hundetyp ab. Mein Hund beantwortet mir die Frage zu großen Teilen selbst, da er (mittlerweile) wirklich sehr gut darin ist, sich selbst zurückzuziehen und abzugrenzen, wenn er es braucht. So kommt es, dass er trotz Homeoffice meinerseits (oder vielleicht gerade deswegen) oft in einem ganz anderen Raum liegt, um tief zu schlafen. Er ist auch kein exzessiver Kuschler – was natürlich von uns Menschen berücksichtigt wird – und grenzt sich also auch auf diese Weise ab.
Er ist allerdings auch mein erster Hund und so habe ich wenig Vergleich. Sind wir z.B. im Urlaub auf engerem Raum und mit mehr Aufmerksamkeit aufeinander unterwegs, scheint ihn das auch nicht sonderlich zu stören, so mein Gefühl. Ich konnte jedenfalls noch keine Verhaltensänderung feststellen beim Wechsel von Urlaub zu Arbeitszeiten oder von Phasen mit mehr Aufmerksamkeit zu Phasen mit weniger Aufmerksamkeit (z.B. auch, wenn schlicht viele andere Termine anstehen und er kürzer tritt).
Was ich allerdings schon sehr merke: er ist sehr sensibel für meine Stimmungen. Bin ich körperlich krank, weicht er mir nicht von der Seite und das schlaucht ihn nach ein paar Tagen, weil er weniger schläft. Deswegen ist es für mich sehr wichtig auch für ihn auf meine innere Ruhe und Ausgeglichenheit zu achten. Ich glaube ihn könnte man schnell in eine ungute Abhängigkeit bringen, wenn man ihm aufbürdet Seelentröster zu sein.
Vielleicht ist dieses Bewusstwerden der eigenen inneren Ausgeglichenheit meinerseits ja dann doch eine Form von "Aufmerksamkeitsdosierung", die von mir ausgeht und ausgehen muss, um ihm diesen benötigten Rückzug und damit die eigene Ruhe erst zu ermöglichen.