Vorab kann ich diesbezüglich noch kaum Erfahrungen beitragen, die einzige Zusammenführung war zwischen Lilo und Susi.
Die beiden haben sich draußen beim spazieren kennen gelernt, danach gings rein.
Susi war nie begeistert von der kleinen Nervensäge, aber die haben sich irgendwie miteinander arrangiert.
Schlussendlich war es kein Muss dass die beiden sich mögen, weil sie ohnehin in getrennten Haushalten gewohnt haben. Einander ertragen hat da gereicht.
Nun waren allerdings beide Hunde zu verschieden, hatten gänzlich andere Bedürfnisse, aufgrund Lilos feinerer Kommunikationsart und Susis eher impulsiven Art bei gleichzeitiger Einschränkungen ( damals schon Demenz, schlecht gehört, nicht mehr viel gesehen), gab es auch kaum Kommunikationsgrundlage. Die haben sich schlicht nicht verstanden, und als Lilo festgestellt hat dass sie Hündinnen eigentlich garnicht mal so gut findet, war das Thema erledigt.
Meine Schlüsse draus sind, dass es zwischen den Hunden passen muss, sollte hier ein Zweithund einziehen.
Die sollen nicht nebeneinander her leben oder sich einander arrangieren, die sollen sich mögen.
Ich hätte ja bspw auch keine Lust drauf meine Wohnung mit jemandem zu teilen den ich eigentlich nicht so richtig mag.
Des Weiteren ist es für mich erst dann eine Option, wenn ich die räumlichen Gegebenheiten zur Trennung habe, es darf keine Hündin sein, und die körperliche Differenz nicht zu groß ( einen Unterschied von 5 Kilo +/- fände ich bspw gut, ist aber per se kein Muss).
Bezogen auf meine Hündin ist es so dass sie bedingt verträglich ist. Gleiches Geschlecht und bestimmte Hundetypen gehen nicht, sowohl aus Unverträglichkeit als auch aus Unsicherheit.
Allgemein hat sie eine Tendenz dazu unsicher zu reagieren und ich rechne mit Ressourcenthemen ggü Zweithund ( Mensch teilen, Wohnraum teilen, Couch/Bett, Futterzeit ect schätze ich erstmal als potentielle Risikostellen ein).
Ich weiß aber auch dass sie sich durchaus auch zu viele Frechheiten gefallen lässt, wenn ihr ein Rüde sympathisch ist.
Und dass sie ein Hund ist, dem andere Hunde bei der eigenen Unsicherheit helfen können.
Meine Ideale bei einem Zweithund wären daher Selbstsicherheit, Freundlichkeit, im Zweifel eher offen auf etwas zugehen als auf Abwehr zu gehen, robust und klar.
Der nächste Hund der hier einziehen soll, zieht wie Susi in einen getrennten Haushalt innerhalb der Familie.
Wir werden es aber so handhaben als ob es ein Zweithund wäre, für den Fall dass man die Hunde problemlos zusammen betreuen kann wenn mal was ist.
Es wird also ein ähnlicher Hundetyp, in erster Linie passend zu den Menschen, und der Fokus liegt auf einen selbstsicheren, netten und entspannten kleinen Kerl.
Anfangs werden die Hunde zusammen spazieren gehen ohne großartig Interaktion. Wenn man merkt es bietet sich eine Situation die eine Annäherung zu lässt, findet die unter kontrollierbaren Bedingungen statt, und wenn es nicht passt bleibts so lange distanzierter bis es funktioniert.
Ich bin da recht zuversichtlich dass das klappen wird wenn sie einmal gemerkt hat dass der andere Hund dazu gehört.
Bei einem Erwachsenen Hund würde ich es anders machen. Dort würde ich erstmal regelmäßig auf neutralem Grund treffen um zu schauen wie die Hunde miteinander klar kommen.
Matcht das nicht, würde ich das Risiko nicht eingehen.
Denn wie gesagt ist es für mich Grundvoraussetzung dass die Hunde zumindest zueinander finden können. Ich verlange keine "Liebe auf den ersten Blick", aber die Chemie muss stimmen.
Ich sehe übrigens auch keinen Sinn dahinter mit Erwachsenem Hund den Welpen vor Einzug kennen zu lernen.
Entweder kennt man seinen Hund so gut dass man optimistisch ist, dass das klappen wird, oder man kennt ihn so gut um zu wissen dass es das nicht tun wird.
Und wenn der Welpe da sein sollte und man merkt, dass das wirklich überhaupt nicht klappt, finde ich es auch keine Schande den Welpen zurück zu geben.