Wenn ich hier Vergleiche ziehen würde, dann war Susi eindeutig besser im Sozialverhalten als es Lilo ist.
Das mache ich daran fest, dass sie mit den allermeisten Hunden gut kommunizieren konnte, ohne Unsicherheiten oder selbst unhöflich zu werden.
Und gleichzeitig konnte sie gut ihre Ansichten vertreten. Um es in Beispielen zu erklären :
Sie hat mit großen Hunden bspw grundsätzlich nicht gespielt. Und wenn ein großer, trampeliger Hund ihr Spielaufforderungen gegeben hätte, hat sie klar machen können dass sie es wirklich Ernst meint dass sie darauf kein Bock hat.
Wenn ein Welpe frech wurde, hat sie soft aber verständlich korrigiert.
Wenn ihr ein anderer Hund mitgeteilt hat dass sie zu weit geht, hat sie das verstanden und es sich gemerkt.
Sie konnte mit allem Möglichen kommunizieren.
Aber dennoch gab es auch unsozialere Dinge.
Jedoch kamen die mit beschissenen Fremdhund Situationen/Angst, und mit schlechterer Gesundheit.
Und es gab auch einfach Hunde die sie nicht leiden konnte, und wenn ihr Temperament einsetzte, wars auch vorbei damit.
Ebenso konnte sie keine Konflikte regeln. Sie hätte zum einen niemals von sich aus klein bei gegeben, zum Anderen konnte sie sich nicht richtig zur Wehr setzen wenn sie mal angegriffen wurde ( selbstverständlich wurde jedes Mal im Rahmen der Möglichkeiten eingegriffen).
Lilo ist ganz anders.
Ich finde, dass sie tatsächlich Konflikte deutlich besser kann. Sie kann gut deeskalieren und Dampf raus nehmen, sofern sie nicht grade selbst Stresser-Part ist.
Und mit Hunden die sie nicht kacke findet, ist sie auch ziemlich tolerant.
Dafür hat sie manchmal auch n bissl was vom berühmt berüchtigten Elefant im Porzellanladen, reagiert auf einige Hundetypen mit Abneigung oder Unsicherheit und ist manchmal auch selbst einfach ne Kröte.
Aber auch wenn ich jetzt über andere Hunde mal kurz nachdenke, komm ich zu dem Schluss dass die meisten Hunde doch nur bedingt sozial kompetent sind - der eine mehr, der andere weniger.
Vollumfänglich immer sozial ist mMn genau so häufig, wie vollkommen unverträglich - also eher die Ausnahme.
Ich empfinde auch die wenigsten Menschen als wirklich sozial kompetent - bin ich selber bspw auch nicht.
Fakt ist doch, dass jeder so seine Schwächen hat, ebenso wie jeder auch seine Vorzüge hat.
Aber prinzipiell - weil es ja mehr um die Begrifflichkeit geht :
Sozialkompetent ist für mich ein Hund, der sauber kommuniziert, breit gefächert andere Hunde versteht, nicht auf Stress aus ist, auch in Konfliktsituationen richtig reagiert und auch nicht unsicher im Umgang mit Artgenossen ist.
Sozialverträglich ist für mich ein Hund, der mit jedem Hund ( mit Ausnahmen von vereinzelten Hunden die er wirklich ätzend findet ) zurecht kommt. Das bedeutet also nicht dass er alles und jeden liebt, aber es reicht wenn er keinem die Visage poliert, nur weil er den doof findet.
Alles Andere ist bedingte Verträglichkeit ( also bspw "nach Sympathie" oder Geschlecht, oder wenn ein paar Hundetypen nicht gehen..).
Unverträglich ist für mich ein Hund, der mit keinem Hund klar kommt, bis auf evtl wenige Ausnahmen.
Souveränität hat für mich nur bedingt etwas mit Sozialverhalten zu tun.
Ein Umweltsicherer Hund ist bspw souverän.
Bedeutet für mich also eher - Ein Hund der in den allermeisten Situationen selbstsicher und gelassen reagiert/bleibt. So eine coole Socke der man vertrauen kann, quasi.