Genauso verhält es sich bezüglich der Qualzuchtdiskussion beim Dalmatiner: hier werden in der FCI-Zucht systematisch sowohl gehörlose wie auch Tiere mit Hyperurikosurie hervorgebracht. Und im Gegensatz zu den Dobermännern, die - wenn sie Glück haben - einigermassen schmerzfrei, dafür aber umso spontaner beim Bällchen holen aus dem Leben kippen - bilden viele Dalmatiner sehr schmerzhafte Harnsteine aus, welche durchaus lebensbedrohlich werden können. Natürlich können informierte Halter:innen die Risiken dafür mit geeigneter Fütterung mindern, aber ist so eine Zuchtpraxis in unserem Jahrhundert wirklich noch ethisch vertretbar? Nur um eine (biologisch völlig unsinnige) Rassereinheit zu suggerieren und ein paar dekorative Punkte an den 'richtigen' Stellen?
Ich beschäftige mich ja grad näher mit der Rasse, und ja, lässt sich nicht leugnen dass QZ Merkmale erfüllt sind ( sowohl das Problem mit der Harnsäure als auch die Taubheit basieren ja auf eine Eigenschaft die gewollt ist, nämlich der Farbe).
Mir fällt bspw auch auf dass relativ oft Hunde fallen die streng genommen nicht in die Zucht dürften, zu großen Teilen auch was die Optik betrifft.
Zahnfehler, Blaue Augen, Platten, Monokel gelten ja alle als grobe Fehler. Hunde die mindestens einseitig taub sind dürfen natürlich nicht in die Zucht.
Dass keine tauben Hunde in die Zucht dürfen - gut.
Zähne, naja da wärs schon toll wenn die vollständig sind.
Blaue Augen - da weiß ich nicht ob das nur ein optischer Makel ist oder auch negative Folgen haben kann ( ich höre da irgendwie gemischte Sachen - einerseits soll das mangelnde Pigment in den Augen schlecht sein, andererseits störts soweit ich weiß eher nur optisch), find ich also noch vertretbar dass das nicht erlaubt ist.
Bei den Platten scheint es sowas wie eine Art Zucht Programm zu geben. Da Blick ich irgendwie nicht durch. Einerseits sind die ja unerwünscht, andererseits gibt's ja durchaus Plattenhunde in der Zucht ( was ich gut finde, und hoffe dass es mehr werden).
LUA's werden wie mir scheint auch mehr ( also auch gut).
Aber so im Groben hab ich schon den Eindruck - Wenn Hunde ohne Fehler fallen sollen die tendenziell schon eher in die Zucht, vor allem bei den LUA's.
Der Rasse gut tun würden zusätzlich noch mehr Platten und Monokel, bzw wenn die ebenso angesehen wären wie die Punkte und nicht als große Fehler erachtet würden.
Gern auch insgesamt mehr Hunde mit ordentlich Farbe, aber naja, sieht eben in der Realität einfach anders aus, wenn da Ordnungsgemäße Punkte bevorzugt werden.
Zusätzlich ist ja bspw auch Lemon oder Langhaar absolut unerwünscht, wären soweit ich weiß aber keine Dinge die schädlich sind. Könnte man diesbezüglich also auch noch ne Spur offener sehen.
Bei den Harnsteinen isses soweit ich weiß so dass einfach mehr Harnsäure da ist als bei normalen Hunden. Füttert man zu viel Putin, kann das Gries/Steine geben. Achtet man hingegen aufs Futter - passiert nix.
Ist also irgendwie so eine Art Graubereich. Die aller meisten Dalmatiner können gut hören und haben wenn man entsprechend informiert ist auch keine Probleme mit Harn-/Nierensteinen. Trotzdem isses nicht OK dass man so aufs Futter achten muss und immer wieder mal einseitig oder beidseitig taube Hunde fallen.
Die Zucht ist definitiv ausbaufähig aber es wäre jetzt keine Rasse bei der ich sagen würde dass die nicht zu retten ist.