Um zu wissen was die Ursache ist, muss sich das ein Trainer anschauen, der das nötige Fachwissen auch über die entsprechenden Rassen hat, und sich selbst ein Bild machen kann.
Es kann gut sein dass das Spielen bspw eigentlich kein Spiel war, sondern eine Vorstufe zum Kampf. Ein Austesten, ein Ärgern, ein Mobben. Das müsste sich jemand vor Ort anschauen.
Allerdings wird er zu hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls auf den Rassen rum hacken, und dir sagen dass es höchst fahrlässig wäre beide Hunde zusammen zu lassen.
Warum hier drauf rum geritten wird, dass die Rassenkombo so "blöd" gewählt ist :
Auf der einen Seite hast du einen Molosser, einen Presa Canario. Große, kraftvolle, willensstarke, wehrhafte Hunde. Aufgrund der Masse ihres Körpers leider oft auch gesundheitlich vorbelastet ( Knochen, Gelenke, Bänder, Sehnen ect... Macht da alles gern Probleme weil es einerseits sehr schnell wächst und andererseits viel Gewicht halten muss).
Die sollen kompromisslos und schwer zu beeindrucken sein. Unbestechlich, wachsam, Schutztriebig.
Auf Verträglichkeit wird bei Wachhunderassen keinen Wert gelegt. Ein Hund, der Eindruck schinden, präsent sein und bei Bedarf wehrhafte sein muss, der muss sich nicht mit allem um jedem vertragen. Weder mit Menschen, noch mit Artgenossen.
Klingt zwar erstmal für die Aufgabe die dir vorschwebt ( Bewachung des Grundstücks) wie angegossen, ist jedoch äußerst ungünstig im Kundenverkehr und in der Mehrhundehaltung.
Auf der anderen Seite hast du eine Rasse mit nem guten Schuss Wolfsanteil. Wolfhunde sind eigen, denn den Wolf merkt man ihnen an. Dabei geht die Bandbreite extrem auseinander, je nachdem was für einen Wolfhund man hat ( Saarloos sind bspw gemäßigter als Tschechen, und Amis nochmal deutlich wilder als die Europäer), wie hoch der Wolfsanteil im Hund ist, was wann und wie durch schlägt, wie die Hunde aufgewachsen sind, und wie auch der Hündische Anteil so drauf ist.
In der Regel sind Wolfhunde entstanden aus der Mischung Deutscher Schäferhund mit Wolf. Diese Hybriden hat man dann immer weiter abgemildert, indem man noch ein paar DSH eingekreuzt, und die geringer prozentigen Hybriden weiter verpaart hat, bis es nurnoch Wolfsprozentige Schäferhunde waren.
Das Problem an der Sache ist nur, dass man vom Deutschen Schäferhund meist weniger merkt, als vom Wolf.
Diese Hunde sind allesamt urtypisch und haben ein weitaus größeres Spektrum an Körpersprache ( das was die allein mimisch bieten können, kann man mit anderen Hunden kaum vergleichen, weil es so viel mehr, und so viel feiner und genauer ist).
Des Weiteren, werden sie erwachsen und die meisten, behalten mehr oder weniger ihre Scheu. Das bedeutet dass sie in der Erziehung deutlich unkooperativer sind, als der Durchschnittshund. Sie hinterfragen, wägen ab, und man muss sie überzeugen können, sonst geht nix.
Weil die meisten keinen besonders guten Bezug zu fremden Menschen haben, sind auch sie für den Kundenverkehr eher schlecht geeignet, allerdings auch eher bedingt als Wachhunde ( bzw kommt das, stark aufs Individuum an).
Ein weit verbreitetes Problem bei Wolfshunden ist, dass sie oft starke Probleme mit dem allein bleiben haben. Die springen im Zweifel problemlos über 2 Meter Zäune, Buddeln sich drunter, nutzen jede Lücke aus, würden schreddern was schredderbar ist, und einige springen sogar durch die geschlossene Glasscheibe.
Wie gesagt - Inividuell verschieden, aber im großen und ganzen sehr sehr eigene Hunde.
Und jetzt kommt jemand auf die grandiose Idee diese beiden Grund verschiedenen Rassen, mit diesen Eigenschaften zu kreuzen - suboptimal oder?
Das Problem geht nun allerdings weiter...
Die Hunde stammen vom Vermehrer, das bedeutet dass Gesundheit, Wesen und Aufzucht eine untergeordnete Rolle spielen.
Stellen wir uns jetzt einmal etwas vor, das alles andere als die Ausnahme ist :
Die Elterntiere werden auf nix untersucht. HD, ED, OCD, Übergangswirbel, DCM,.. Whatever es alles an vererbbaren, Rassetypischen Krankheiten gibt ( vorrangig seitens des Presas), können also an den Nachwuchs weiter gegeben werden. Niemand weiß, ob mit kranken Hunden verpaart wurde, und die es bei den Ahnen so aussieht.
Der Presa - möglicherweise problematisch mit Fremden Menschen und Artgenossen, Tonne Schutztrieb, Wachen is life
Der Wolfhund - Scheu oder misstrauisch gegenüber Fremden, schwaches Nervenkostüm, unverträglich mit Artgenossen, zerpflückt beim Allein bleiben alles, Jagd wie doof
Auch das alles Eigenschaften die an den Nachwuchs weiter gegeben werden können.
Aufwachsen tun die beiden in nem Stall, und sehen dort nix, außer Wände, Stroh, ab und an mal paar Leuts die dazu gehören, und eben sich selber.
Die Hunde kennen also kein indoor, keine anderen Hunde, keine anderen Menschen, keine alltäglichen Geräusche, ect...
Ja, das klingt extrem, ist aber leider Standard.
Und ich denke, es ist da vollkommen verständlich wenn da JEDER der entfernt weiß was das für Hundetypen sind, die Hände überm Kopf zusammen schlägt, und sich fragt : WER um Alles in der Welt, kommt bitteschön auf die kranke Idee, sowas zu fabrizieren??
Daher mein Rat - befasse dich bitte mit den Rassen, die in den beiden stecken.
Du hast keine Rottis und du hast auch keine DSH-Mixe ( also, der DSH steckt zwar drin, aber der ist so weit im Hintergrund versteckt, dass du von dem nichts bemerken wirst). Du hast da eine extremst eigene Mischung mit unbekanntem Background.
Meine Erfahrung mit Hündinnen is übrigens : Was einmal futsch ist, bleibt auch futsch. Hündinnen killen sich gegenseitig wenn sie sich einmal genug hassen. Und wenn deine beiden in die Geschlechtsreife kommen, is Game Over, im wahrsten Sinne des Wortes...
( Und ja, das kann auch bei Hündinnen der Fall sein, die sich vorher mögen oder zumindest dulden. Deine haben bereits heftige Streitereien...)
Lass bitte nen Trainer drauf schauen, der sieht auch deine örtlichen Begebenheiten und kann mit dir durchgehen wie ihr das im Alltag handeln könnt.
Und wie gesagt - rein aufgrund dem was in den Hunden drin steckt, wird Büro mit Kundenkontakt schwierig ( nicht unmöglich, aber schwierig).