Ehrlich - Die Anzeige finde ich vollkommen angebracht.
6 Jahre lang, hat der Hund gezeigt dass er eben NICHT so cool und Menschenfreundlich ist wie er sein sollte.
6 Jahre lang hat man sich um sämtliche Warnsignale nen feuchten Dreck interessiert.
Uns nach 6 Jahren dann ein,, Huch - der is jetzt vollkommen ausgerastet und hat einer Frau schwere Verletzungen zugefügt? Das hat der ja noch nie gemacht! "
Ernsthaft - dieser Hund hat dir dein Gesicht entstellt und den Arm angebrochen. Das nicht mehr passiert ist, war pures Glück. Du schriebst selber, ohne dicker Daunenjacke wäre dein Arm Matsch gewesen...
In aller Ehren dass du da so gut drüber weg schauen kannst, aber was, wenn der dir nicht die Lippe gespalten hätte, sondern im Eifer des Gefechts ein Körperteil amputiert ( Finger bspw) oder ein Arm jetzt für immer unbrauchbar wäre ( mehrfach gebrochen, Nerven im Arsch, sehnen hinüber).
Was, wenn es nicht deine Lippe erwischt hätte, sondern jetzt deine Nase ab wäre? Oder dein Schädelknochen was abbekommen hätte?
Ja, es klingt nach Schwarzmalerei, aber ist es das auch?
Laut deiner Erzählung hat dieser Hund 15 mal (!) hintereinander mit Beschädigungsabsicht zugebissen!
Das ist kein "Fehler passieren mal" mehr. Das wäre vermeidbar gewesen.
Zur Situation selbst, bzw dem Grund warum der Hund so ausgetickt sein könnte :
Zuerst einmal handelt es sich um einer Hunderasse mit tendenziell hoher eigener Individualdistanz zu Fremdem, mit hoher Ernsthaftigkeit ( sobald er erwachsen wird) und der Unhöflichkeit in der Regel nicht so einfach weg spielen kann ( verglichen mit einem Golden Retriever bspw, der eher beschwichtigen oder ein albernes Spiel draus machen würde um zu deeskalieren).
Dieser Hund muss sich 6 Jahre lang irgendwelche Betrunkene auf Partys antun.
Dieser Hund sagt regelmäßig,, Verpiss dich/Lass mich/Hau ab von meinem Grund! " - und lernt dabei jedes Mal, dass er dies zum EInen darf, und zum Anderen eh nix bringt.
Dann bekommt dieser Hund Fette Bauchschmerzen ( Darmentzündung), sein Herrchen ist absolut nicht in der Lage für irgendwas ( Erziehung) + total neben sich ( Frau im Krankenhaus), und dann, fliegt ihm beim Pennen eine alkoholisierte Person vor die Nase.
Der hatte schlicht gewaltig die Faxen Dicke. ( und war möglicherweise grad nicht Herr seiner selbst - weil verpennt)
Was man in der Situation hätte tun können?
Zu aller erst - soweit möglich reagieren bevor etwas passiert.
Das heißt - Rechne mit der Unfähigkeit Anderer, und bring Wahlweise Abstand rein ( räumliche Trennung) , oder sicher vernünftig ( Leine plus Maulkorb plus Aufmerksamkeit).
Da Letzteres nicht möglich war ( da voller Kummer und unter Alkoholeinfluss), wäre das einzig richtige gewesen, den Hund woanders hin zu bringen, und vom Geschehen fern zu halten.
Soviel zur Prävention.
Jetzt rein auf die Situation bezogen :
Kühlen Kopf bewahren, Hund irgendwie von der Person trennen, Hund sofort räumlich trennen, entschuldigen, schauen was passiert ist, Krankenwagen rufen.
Nicht Schreien, nicht zugucken nicht unnötig grob werden, einfach möglichst souverän bleiben und zügig agieren.
Nun - Wer kann von sich behaupten in der Situation richtig zu reagieren, wenn er in dieser noch nicht war?
Und - ja, es kann auch einfach wirklich richtig blöd laufen. Hab ich selbst schon mit bekommen. Es kann sehr schnell gehen, fast schon vermeintlich Vorwarnungsfrei.
Allerdings - darauf liegt die Betonung : Es macht einen großen Unterschied, ob man bereits Vorzeichen hat, die einem sagen ob es kippen kann, oder ob es diese nicht gibt.
Und in eurem Fall gab es die - > 6 ganze Jahre lang.
Weshalb es wie gesagt, weder unter "jeder Macht mal Fehler", noch unter "Unfall" zu verbuchen ist. Sowas darf nicht passieren.
Sei froh dass Kinder keinen Alkohol trinken dürfen...