Wenn man jetzt bspw an einen Hund denkt, der die Eskalationsleiter durchaus nutzt, und ernsthaft territorial motiviert handelt, dann könnte man das so aufdröseln :
Jemand kommt Richtung Grundstück, Hund würde deutlich zeigen ,,Das is mein Grundstück, hier hast du nix zu suchen, geh weiter!", bei den meisten Hunden nebst entsprechender Körpersprache ( drohfixieren bspw ) auch unhörbar durch lautes bellen, ggf auch knurren.
Geht man trotzdem rein, hat der Hund die Möglichkeit das weiter durch Drohverhalten zu verdeutlichen, oder er wird deutlicher. Deutlicher bedeutet - stellen. Wenn du schon so blöd bist rein zu kommen, dann kommst du halt nicht wieder raus. Ursprünglich für Menschen zu Zeiten als es noch sinnvoll war einen guten Wachhund zu haben insofern praktisch dass ein Einbrecher vom Hund bereits festgehalten wird und nicht flüchten kann.
Befindet man sich in der Lage in der man von einem Hund entsprechend gestellt wird, ist es super wichtig zu wissen wie man sich verhält. Falsches Verhalten seitens Menschen kann mit Recht hoher Wahrscheinlichkeit zum Biss führen. Man kann durchaus aber auch auf einen Hund geraten der garnicht erst stellt, weil für diesen bereits das Maß überspannt wurde, als diese Person sein Grundstück betreten hat, dies führt dann gleich zur nächsten Eskalationsstufe - Zähne einsetzen.
Jetzt bleiben wir aber erstmal bei der Situation in der man gestellt wird. Hat man einen recht geduldigen Hund, wird der erstmal alles mögliche versuchen über Präsenz ohne Einsatz von Zähnen zu regeln, insofern dass man erstmal nur aufgehalten wird sich weiter zu bewegen, aber körperlich unversehrt bleibt, und der Schritt danach vielleicht erstmal nur abschnappen ist.
So oder so aber - in dieser Situation ist es wichtig jegliche weitere Eskalation zu verhindern. Sprich Hund nicht anstarren, nicht laut werden, Hände bei sich behalten, leicht weg drehen und nicht selbst versuchen aus der Situation raus zu kommen. Reden allenfalls vielleicht beruhigendes vor sich hin säuseln, ansonsten sollte man den Mund halten. Wird man laut, fängt an mit den Händen zu fuchteln, den Hund anzuschreien, an zu starren oä reagiert man bedrohlich. Der Hund selbst empfindet diese Person ja ebenfalls als Bedrohung- für sein Grundstück. Macht man also irgendwas das den Hund noch weiter beunruhigt, kippt das.
Kinder haben die Tendenz dazu zu schreien, zu rennen, mit den Armen zu fuchteln oder zu starren wenn sie etwas ängstigt, sie wissen nicht wie man sich anders verhalten sollten und können sich selbst auch noch nicht gut beherrschen. Ein Erwachsener hingegen weiß vielleicht schon wie er einen kühlen Kopf bewahren kann oder sich verhalten sollte, auch weiß dieser vielleicht auch dass weg rennen nicht klug ist weil der Hund schneller ist. Natürlich kann sich auch ein Erwachsener in einer Situation ungünstig verhalten, aber das verdeutlicht eben dass das Eskalationspotential da beim Kind höher ist, weshalb ein Hund da auch eher dazu geneigt sein kann mehrfach zuzubeißen, selbst wenn dieser in seinem Verhalten relativ sauber ist. Und dadurch dass ein Hund dazu geneigt ist in das zu beißen was leicht erreichbar ist, isses auch kein Geheimnis dass die Wahrscheinlichkeit viel höher ist dass es ein Kind in den Kopf trifft als dass ein Erwachsener in den Kopf gebissen wird.
Ja, selbstverständlich ist ein dahingehend ernst veranlagter Hund daher zumindest situativ gefährlicher. Aber eben auch nur solange sein Halter es nicht geschissen kriegt vernünftig aufzupassen dass nix passiert. In den richtigen Händen passiert da genau garnix.
Ansonsten eben - gibt's super viele Abstufungen und das ganze beschreibt nur ein durchaus realistisches Szenario im Fall des Falles dass ein territorial aggressiver Hund allein auf seinem Grundstück agieren kann und jemand auf dieses geht.
Wie das im entsprechenden Fall aus den Artikeln ausgesehen hat - dafür bräuchte man ne Glaskugel.