Vorweg : Die meiste Zeit wirst du dich um den Hund kümmern müssen. Du musst es wollen, anders geht's nicht.
Ich bin mit Hund aufgewachsen. Die Westie Hündin links in meinem Avatar Foto ist eingezogen, da war ich 6 Jahre alt. Erzogen und mich um sie gekümmert hab ich mich erst mit 13, also in dem Alter deiner Tochter. Ich war viel mit dem Hund draußen, hab dem Hund allen möglichen Scheiß beigebracht, auch mal mit zu Freunden genommen, aber schlussendlich war sie der Hund meiner Eltern und nicht meiner.
Geht ja auch schlecht - Gassi gehen im Tierheim darf man bspw meist erst ab 16 ( mit Begleitung einer volljährigen Person oder mit Vollmacht - ist unterschiedlich je nach Tierheim meine ich), bzw eigentlich erst ab 18, und in beiden Fällen erst nachdem man eine kurze Gassi-Schulung seitens des Tierheims durchlaufen ist.
Und das ist definitiv nicht ohne Grund so, weil in dem Alter jeder unterschiedlich reif ist und es extrem individuell ist wie viel man verantworten lassen kann.
Rechne auf jeden Fall damit dass es viele Zeiten geben wird, an denen einfach mal alles an dir hängen bleibt.
ZB wenn deine Tochter ihren ersten Freund hat oder mit Freunden ausgeht, feiern gehen mag, anderen Hobbys nachgeht. Dann kanns sein dass sie mal nen paar Tage nicht da ist und den Hund nicht mitnehmen kann.
Es kann sein dass sie mal zu müde von der Schule ist, oder keinen Nerv hat um bspw mal mit dem Hund raus zu gehen.
Sie kann den Hund nicht zum Tierarzt fahren.
Schon garnicht kann sie einen Tierarzt in dem Alter schon bezahlen - das können sehr hohe Kosten werden, und sie bleiben an dir hängen.
Was man auch nicht unterschätzen sollte ist allgemein der Alltag mit Hund.
Wenn man es nicht gewohnt ist, muss man sich erstmal drin einfinden.
Immer rechtzeitig aufstehen, damit der Hund raus kann und sein Futter bekommt. Häufchen muss man aufheben - macht Niemand gern.
Gassi bei Regen oder eiskaltem Wetter - Machen auch viele nicht gern.
Raus gehen wenn es einem selbst nicht so gut geht - auch das kann anstrengend sein.
Wenn es mit dem Training nicht so läuft oder der Hund nicht so ist wie man es sich vorgestellt hatte - Niemand macht Alles richtig, vor allem kein Anfänger. Erziehung ist Arbeit, auch hier kann man sich eigentlich erst dann vorstellen was es bedeutet, wenn der Hund schon da ist.
Ganz wichtig sind im Grunde zwei Dinge :
1. DU musst es auch wollen.
2. Der Hund muss passen.
Zu der Rasse :
Ich würde mich für eine Rasse entscheiden die tendenziell einfach ist. Keine Arbeitsrasse, sondern ein "Alles kann, nix muss" Hund.
Ein Hund mit dem erstmal vor allem du klar kommst.
Hundesport geht mit den meisten Hunden klar, die meisten haben Spaß an sowas. Zwar kommt man so evtl nicht unbedingt in die Profi Liga auf Siegertreppchen, allerdings ganz vernünftig betrachtet :
Deine Tochter hat nur eine Vorstellung davon wie Agility sein könnte. Sie weiß nicht wie es ist.
Kann genausogut sein dass sie feststellt : Hmm, eigentlich ist das ja garnicht meins
Von daher würde ich klein anfangen, steigern in Form einer Arbeutsintensiven Rasse kann sie sich ja allemal, wenn sie genug Erfahrungen gesammelt hat, um zu wissen was eine solche Rasse bedeutet.
Vorher ist es in meinen Augen eine denkbar schlechte Idee bspw einen Border Collie zu kaufen.
Allgemein auch zur Rassewahl :
Notiert euch Rassen die passen könnten, rein nach den Charaktereigenschaften und der Größe, lernt sie kennen, und sortiert danach erst nach Optik.
Mögliche Rassen könnten bspw sein :
Pudel ( gibts in 4 verschiedenen Größen und sind in allem sehr anpassungsfähig), Sheltie, Papillon/Phalene ( sehr häufig auch im Hundesport zu sehen, wie auch der Sheltie)
Je nachdem was man sich konkret wünscht und womit man am besten klar kommt, könnte man auch weiterführend noch bei den Terriern und in der 9-er nachschauen.
Evtl wäre auch ein Cocker Spaniel bspw eine Idee?
Oder wenn es größer sein darf ein Collie?
Wobei ich fürs erste zu einem kleineren Hund raten würde.
Wieso?
Einen kleinen Hund kann man einfacher überall hin mitnehmen.
Sie kosten weniger Geld im Unterhalt.
Man findet einfacher eine Wohnung ( wichtig für den Fall dass deine Tochter irgendwann auszieht und den Hund mitnehmen möchte).
Wenn die Leinenführigkeit bspw nicht richtig funktioniert, ist das Ausmaß weniger schlimm.
Und vor allem hat man erstmal keine Vorstellung davon was es bedeutet ob man jetzt einen Hund hat der 10, 20 oder 30 Kilo wiegt.
Ein Hund unter 10 Kilo kann auch eine 13 Jährige noch nach Hause tragen, sollte beim Spaziergang mal was sein.
Mit 20 Kilo geht das nicht mehr so einfach und man kann hier auch definitiv mal richtig auf die Nase fallen wenn man nicht aufpasst.
30 Kilo kriegt man in dem Alter nie im Leben gehalten und erfordert schon deutlich mehr Erziehung um ihn unauffällig durch den Alltag zu bekommen wenn was ist.
In Bus und Bahn ist ein kleiner Hund von Vorteil, ein größerer muss hier evtl Maulkorb tragen und braucht ne Fahrkarte ( während man Kleine oftmals gratis mitnehmen kann, sofern er in ne Tasche passt).
Selbst in den Flieger kann man kleine Hunde mitnehmen ( hat natürlich Grenzen und hängt von der Airline ab).
Sind jetzt natürlich erstmal Dinge bei denen man sich fragt : Mensch, is das nicht weit her geholt?
Aber im Endeffekt isses halt so dass keiner weiß wie die Zukunft deiner Tochter aussehen wird und wie stark sich ihre Persönlichkeit und ihre Interessen noch verändern werden.
Da hat man es mit einem Hund der voraussichtlich in möglichst viele Szenarien rein passt einfach deutlich einfacher.
Wie gesagt - den Border Collie kann sie sich ruhig holen wenn sie alt genug ist, weiß wie diese Hunde Ticken und ne Vorstellung hat wie das Leben mit so einem Hund aussehen wird.
Aber jetzt? No way, das geht schief.