Beiträge von Chien_de_coeur

    Das ganze "Natur ist so toll" Thema regt mich in jedem Bereich meines Lebens auf...

    Natur ist nicht toll, sie funktioniert, aber sie hat keine Ethik, keine Moral, kein Mitleid. Sie funktioniert nicht nach dem Prinzip "das Beste für das Individuum" aber genau das wollen wir doch als Menschen. Egal ob für uns oder unsere Hunde. Wir haben Kindersterblichkeit fast auf 0 gebracht (ersetze das durch Welpensterblichkeit) und die natürliche Lebenserwartung immer weiter verlängert, wir behandeln Krankheiten, wir pflegen Alte & Kranke. Nix davon ist wie in der Natur.

    Ich bin Lehrerin, die pädagogischen Prinzipien die ich anwende stammen zum Glück nicht aus der Steinzeit. So sollten wir es doch bitte auch bei unseren Hunden halten.

    Zum Thema Ernährung nur kurz: Wir Menschen haben einen enormen Entwicklungsschub dadurch bekommen, dass wir - ganz unnatürlich - angefangen haben unsere Nahrung zu kochen. Warum sollte ich das meinen Hunden vorenthalten? Sie sind durch Co-Evolution zum Menschen entstanden und haben dadurch diesen Entwicklungsschritt mit durchgemacht. Sicher können einige Menschen wie Hunde auch durch rohe Nahrung gut leben, dennoch ist diese Ernährung weder für Hund noch Mensch massentauglich (alleine durch den Ressourcenverbrauch, man stelle sich vor alle Hunde der Welt würden nach PREY ernährt, das ist genauso unrealistisch wie alle Menschen rohköstlich zu ernähren). Darüber hinaus gibts genug Hunde wie Menschen, die rohe Nahrung nicht so gut vertragen, gerade bei Krankheit oder im Alter.

    Ich glaube ja, ich muss mir wenn dann ein Cosybed gönnen:lepra: Alles andere gefällt mir einfach nicht genauso gut...

    Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass die monatlichen Tierarztkosten meiner verstorbenen Hündin teurer waren als dieses Bettchen. Durch diese Sichtweise lebt mein Kleiner gerade wie Gott in Frankreich, nachdem hier jahrelang ein harter Sparkurs bei Hundezubehör angesagt war:tropf:

    Niemand fragt ihn "Wie? Sie haben 4 Kinder?? !! Das ist aber viel, hätten nicht 2 Kinder gereicht."

    Oh, viele Menschen tun das. Ich mags nicht näher ausführen, weils echt ein hässliches Thema ist, aber da ich mit Kindern arbeite kenne ich Sprüche und Ansichten zur Genüge, die uns zurück in die NS-Zeit katapultieren. Vielleicht nicht gegen einen Herr Rütter, aber bei den allermeisten Menschen werden mehr als 2 Kinder doch sehr kritisch beäugt. Oder überhaupt Kinder...

    Drückt ihr mir ganz, ganz fest die Daumen? Es geht langsam voran und wenn alles super läuft, ist sie in ein paar Wochen da, aber dann müssen die Behördengänge trotz COVID klappen. Die Auflagen für die Ausreise sind hoch und das rechtzeitige Ausstellen der Papiere ist schon ohne COVID eine Zitterpartie...

    Irgendwie fällts mir von Woche zu Woche schwerer zu schauen:verzweifelt: Mich macht das alles schrecklich nachdenklich, wie wir mit Menschen umgehen, über sie urteilen... Ich glaube jeder geht in den Verteidigungsmodus, wenn er angegriffen wird. Bei unseren Hunden sehen wir das als selbstverständlich an. Wir trainieren positiv, loben viel, schaffen Situationen, in denen sie Erfolg haben können, achten darauf, dass wir ihnen keine Aufgaben stellen, die zu schwer für sie sind. Strafen nicht einfach ohne eine Alternative zu bieten (wenn wir überhaupt strafen).

    Und bei Menschen? Da wird kritisiert und verurteilt, das Schlechte in den Fokus gerückt, völlig vergessen, dass auch da jeder unterschiedliche Vorerfahrungen mitbringt.

    Ich glaube wir würden auch den Hunden einen größeren Gefallen tun, wenn wir ihre Besitzer positiv anleiten... Und ja, auch für mich ist das Tierwohl extrem wichtig, aber ich verstehe nicht, warum wir daraus schließen, dass es ok ist, das Wohl der Menschen außer Acht zu lassen.

    wir = die Gesellschaft, nicht das DF

    Mein Ergebnis ist zwar noch nicht da aber im Zwischenstand wurde mitgeteilt, dass mein Kleiner das Gen für Kleinwüchsigkeit hat (wie z.B. Dackel, Bassets, Corgis...). Ist jetzt nicht so verwunderlich wenn man ihn ansieht:tropf: Dennoch sind seine Beine im Verhältnis zum Körper nochmal deutlich länger als bei den genannten Rassen:denker: Irgendwie ein Zwischending zwischen hochbeinigen und kurzbeinigen Hunden...

    Jetzt heißt es hoffen, dass es nicht die Genvariante ist, die das Risiko für Bandscheibenvorfälle ganz massiv vervielfacht:(Ich stelle mich gerade schonmal seelisch moralisch auf ne OP-Versicherung ein...

    Meine Schwester hatte ja 8 Jahre einen Kleinsthund, ich muss sagen - ich kann das nicht. Ich hab dem Armen sicher einige Male weh getan weil tollpatschig. Dagegen getreten, mit dem Kinderwaagen angefahren, vom Sofa gestoßen (aus Versehen natürlich). Er war halt winzig UND wuselig. Zum Glück ist nie was passiert.

    Mit anderen Hunden gab es zwei ernste Zwischenfälle, beim einen (und der angreifende Hund wog da keine 7kg) gingen echt alle davon aus, der packt das nicht. Den anderen Zwischenfall verstehe ich bis heute nicht - der Hund meiner Schwester war abgehauen und lief einem super lieben, super verträglichen Hund in die Quere und weckte leider dessen Beutetrieb - gepackt und geschüttelt. Ich kannte den anderen Hund von Welpe an, ich hätte den als einen der sozialverträglichsten Hunde überhaupt beschrieben, souverän aber nachsichtig, kannte durch Frauchens Job auch Fremdhunde aller Größen:ka:

    Auch sein Tod hing mit seiner kleinen Körpergröße zusammen, er starb rasend schnell an Dehydrierung durch Magen-Darm.

    Ich finde Hunde ab 4-5kg völlig ok, unter 3kg finde ich kritisch. Ich würde allerdings nicht mal meinen robust gebauten 12kg Hund auf gut Glück mit großen Hunden spielen lassen.