Beiträge von fliegevogel

    Das haben wir 8 Wochen lang versucht (Duft, CD, Adaptil), aber dem Hund passt das nicht.

    Wir hatten auch sehr lange rumprobiert, so vier Monate oder so, bis was gefunden war was den Hund nicht stört :roll: Bei uns war es der/die/das (?) Relaxopet. Ich drück Dir die Daumen, dass ihr da auch noch was findet!

    Was bei uns auch geholfen hat, auch wenn es kontraproduktiv klingt, war rausgehen, Hund auf der Kamera beobachten und wenn er anfängt aufzustehen und rumzulaufen oder so, wieder reingehen, ihn auf den Platz schicken und wieder rausgehen. So emotionslos wie möglich. Das hat hier auch viel gebracht. Sollte man aber mWn nur machen, wenn der Hund Frust hat und nicht Angst.

    Hast Du mal über konditionierte Entspannung zum Alleinebleiben nachgedacht? Das klappt bei uns bislang echt gut, wir fangen aber gerade erst damit an es umzusetzen.

    Einfach durchziehen muss zwar manchmal leider sein, wenn man halt einen Termin hat oder so, aber als Trainingsstrategie finde ich es nicht so optimal.

    muss in der Regel Dinge, die nicht augenscheinlich sind, einkalkulieren

    Aber das muss man ja gar nicht, man kann ja eben Untersuchungen durchführen. Es ist ja einfach eine Entscheidung, es so oder so zu handhaben.

    Nicht offensichtliche Wesensmängel kannst du beim Hund aus zweiter Hand doch sowieso nicht feststellen.

    Aber es geht mir ja bei den Wesensmängeln wie bei Erkrankungen um die Sachen, die man feststellen kann. Den Rest gibt's halt dazu, Leben ist Risiko. Und dann greifen die von Dir aufgeführten Optionen, das ist klar.

    in "geprüfte Qualität" und "Mängelexemplare" zu unterscheiden

    So wertend würde ich beispielsweise nie definieren. Und ein Hund hat ja in den meisten Fällen mehrere Eigenschaften. "C-Hüfte, menschenfreundlich, ruhig, kann gut alleine bleiben" - ist bestimmt für viele ein Hauptgewinn. Wenn meine Leidenschaft aber nun ausgerechnet lange Trekkingtouren sind, wäre der Hund ja vielleicht woanders viel besser untergebracht.

    Nur sollte dann jeder Hundekauf (auch der von Welpen geprüfter und getesteter Eltern) gründlichst überlegt werden. Auch der sollte dann nur gekauft werden wenn eine solche Beeinträchtigung gestemmt werden kann, denn auch ein zum Kaufzeitpunkt gesunder Hund kann so erkranken.

    Nur aus Interesse: wie siehst Du es denn bei "Problemverhalten"? Auch ein Welpe vom Züchter kann ja beispielsweise aggressiv werden oder sehr ängstlich oder eine absolute Alleinsein-Phobie entwickeln. Würdest Du es trotzdem den Interessenten an einem Tierschutz-Hund zugestehen, solche Verhaltensweisen kennen zu wollen und sich ggf. gegen den Hund zu entscheiden? Oder würde da bei Dir die gleiche Logik greifen, dass das alles auch bis dahin unproblematische Hunde entwickeln können und man sich nur einen Hund anschaffen sollte, wenn man damit ggf. umgehen kann?

    Das klingt jetzt irgendwie provokativ oder streitlustig, ist aber gar nicht so gemeint. Wirklich nur Interesse an den Denkstrukturen dahinter. :tropf:

    die wenigsten entscheiden sich für den (potentiell) kranken Hund. Sondern eher gegen ihn und für einen gesunden Kollegen

    Weiß ich nicht, käme bei mir auf die Erkrankung an. Aber manche Erkrankungen wären bei mir schwer in den Alltag zu integrieren, bei anderen vielleicht problemlos. Warum sollte der Hund dann nicht den stressfreieren Weg bekommen und ich auch? Wohlgemerkt gibt es bei mir beispielsweise auch viele Krankheiten, die ich unproblematisch fände. Krankheiten sehe ich eigentlich genau wie potenziell schwierige Charaktereigenschaften. Die würde ich soweit möglich auch gerne vorher kennen. Und da würde ich einen Hund auch "testen" wollen soweit möglich, ehe ich ihn übernehme. Obwohl ich natürlich auch unterschreiben würde, dass auch die kranken und verhaltensauffälligen Hunde ein schönes Zuhause verdient haben, das steht für mich auf einem anderen Blatt.

    Aber ich muss auch zugeben, dass meine Art der Hundehaltung "egoistischer" ist als die vieler Hundehalter in meinem Umfeld. Ich würde nur sehr ungerne mein gesamtes Leben nach einem Hund umstellen und wenn ich im Voraus die Weichen so stellen kann, dass die Wahrscheinlichkeit dafür dass ich es muss gering ist, dann mache ich das. Andere Menschen die ich kenne stellen tatsächlich völlig frustfrei große Bereiche ihres Lebens nach ihren Hunden um, das bewundere ich immer.