Beiträge von fliegevogel

    Solche Worte von einem Wissenschaftler finde ich schon krass.

    Da ich ja selber Wissenschaftlerin bin und weiß, wie völlig weltfremd das teilweise abläuft und nach welchen Kriterien Stellen teilweise vergeben werden, überrascht es mich jetzt nicht so :lol:

    In meinem Bereich - nicht Wolfsmanagement übrigens - finde ich es auch verrückt, wie weit man auf der Karriereleiter kommen kann, ohne jemals mit der Praxis in Berührung gekommen zu sein.

    Nichtsdestotrotz bringen auch so durchtheoretisierte Wissenschaftler*innen natürlich viel wertvolles Fachwissen mit, bevor das jetzt hier so nach Kolleg*innen-Bashing klingt.

    Inwiefern ist das falsch?

    Es ist falsch, dass mich Wolfsmanagement nicht betrifft, wenn ich in der Stadt wohne. Zumal, wenn man es jetzt nur auf mich ganz konkret beziehen will, ich zwar in der Stadt wohne, aber beruflich doch auch viel in Wolfsgebieten unterwegs bin. Und meine Familie auf dem platten Land lebt. Ich kenne sogar Viehhalter*innen, die in Stadtwohnungen leben.

    Darüber hinaus - und darauf wollte ich eigentlich hinaus - sind Entschädigungen, Ausgleichsflächen, Abschussdiskussionen usw. grundliegende Fragen des Naturschutzes und wie man da verfährt, wie man mit Betroffenen umgeht und wie man mit Wildnis umgeht, betrifft mEn jede*n in Deutschland. Auch wenn viele sicherlich nicht realisieren, dass es sie auch betrifft.

    sondern oft um keinerlei Erfahrung

    Na ja, hier äußern sich ja auch genügend Menschen zum Thema Abschuss die keinerlei Erfahrung in der Populationsökologie oder Naturschutzgenetik haben. Usw. Ich persönlich kenne niemanden, der Erfahrungen mit allen Aspekten hat, die diesen Themenkomplex betreffen. Die Erfahrung der Tierhalter*innen ist eben nicht die einzig relevante Erfahrung. Aber natürlich wichtig!

    um Weltsicht geht es dabei nun auch nicht

    Natürlich ist es eine Weltsicht, anzunehmen, dass andere Meinungen nur dadurch zustande kommen können, dass anderen Erfahrung fehlt.

    Ich bin übrigens auch absolut dafür, dass Wolfsberater*innen praktische Arbeitserfahrungen im Umgang mit Wölfen haben sollten. Hier ging es ja aber gar nicht um Wolfsberater*innen sondern darum, sich generell privat zu dem Thema zu äußern.

    Ich habe mich ja darauf bezogen, dass sich die eigene Meinung sehr oft ändert, wenn man plötzlich selbst in der Situation ist

    Umgekehrt durfte ich auch schon Menschen (aus Stadt und Land) kennenlernen, deren "alle abknallen"-Welteinstellung sich ändern konnte, als sie mal Erfahrungen in der Wildtierbiologie sammeln durften. Auch das sagt ja einiges aus.

    Ich kenne aber auch tatsächlich einige Förster*innen, Waldarbeiter*innen und Viehhalter*innen, die den Wolf nicht für die Wurzel allen Übels halten, obwohl sie betroffen sind. Und säckeweise Städter*innen ohne Berührungspunkte mit dem Thema, die dank der entsprechenden Propaganda Angst haben, dass der Wolf ihre Kinder im Stadtpark frisst, weil sie das für Wildnis halten. Und natürlich aus allen "Lagern" Menschen, die die Sache so sehen, wie ich sie für vernünftig halte (was selbstredend widerum auch nicht die absolute und neutrale Wahrheit ist).

    Die Einteilung "Landbevölkerung, die Ahnung hat und daher nichts von Wölfen hält" und "Städter*innen die in einer realitätsfernen Blase leben und Wölfe kuscheln wollen" halte ich für wahnsinnig unterkomplex.

    Steht natürlich nicht bei jedem Hund dazu, aber durchaus häufiger

    Ja, das glaube ich. Aber da bleiben ja häufig noch genug Hunde übrig. Bei der Galgo Hilfe bspw. haben verschiedene Menschen aus meinem Umfeld sehr anfängerfreundliche Hunde adoptiert.

    sind die nicht eher mitteilsam

    Ich hatte Dich so verstanden, dass es Dir nur darum geht, dass der Hund die Nachbarn nicht nervt. Das ist erziehungstechnisch bei beiden Rassen gut machbar.