Beiträge von Phonhaus

    Abgeschlossen: Nick Land „Okkultes Denken“, T. Kingfisher „Wie man einen Prinzen tötet“ und auch T. Kingfisher „A Wizards Guide to Defensive Baking.“

    Kingfisher kann ich uneingeschränkt empfehlen, wenn man ein Faible für Märchen hat, bei denen das Grauen nicht ausgespart wird und die etwas gegen den Strich gebürstet daherkommen. Sprachlich schön, liebevoll gezeichnete Figuren und zeitlos aktuelle Themen. Schräger Humor und originelle Ideen. Das Spielfeld ähnlich wie bei Christina Henry. Aber kürzer, stilistisch deutlich mehr dem Märchen verhaftet und für mein Empfinden Längen besser. Was auf Deutsch erhältlich ist, werde ich mir zulegen, blind. Hat in den letzten 5 Jahren im Bereich Belletristik nur noch Natasha Pulley geschafft.

    Hier übrigens auch eine Empfehlung: Wer etwas mit schon ausschweifender erzählter versponnener Fantasy anfangen kann, kein Problem mit einer schönen queeren Liebesgeschichte hat und nicht unbedingt massiv Sction braucht, hat jetzt die Möglichkeit, zwei Bände zum Preis weniger als einer zu erwerben. Hobbitpresse macht das gerne mal. In der Gold Edition gibts also gerade „Der Uhrmacher aus der Filigree Street“ und „Die verlorene Zukunft von Pepperharrow“ im Bundle.

    Und - endlich - durch mit Nick Kand, kommentiert von Dietmar Dath und Philipp Theison. EinnQuerschnutt durch das Werk von Nick Land von seinen Anfängen bis hin zum Essay „Desintegration“ von 2019.

    In Adorno und Horkheimers „Dialektik der Aufklärung“ arbeiten diese am Werk von Kant kritisch heraus, wie sich Vernunft, die sich von Mystik und Aberglaube löst, damit auch vom Ethos löst. Kant selbst hat über 3 verschiedene Arten der Vernunft theoretisiert und meiner Erinnerung nach (ich finde es leider nicht mehr) selbst festgehalten, dass er nicht recht zu sagen wüsste, wie sich aus der Anwendung von “Praktischer Vernunft“ die „Reine Vernunft“ ergibt.

    Und es beschreibt ein zentrales Dilemma unserer Gesellschaft ganz gut, dass sich aus praktischer Vernunft im Kleid der Zweckrationalität nicht rational ethisch nachhaltiges Handeln ergibt. In der unter Freiheit auch verstanden wird, zweckrational handeln zu dürfen. Und man in Folge dort, wo man ethisch nachhaltiges Handeln aus praktischer Vernunft heraus erklären möchte, in den Ruch des Zwangsmoralisten gerät. Oder geistige/verbale Umwege und Klimmzüge nehmen muss, die das Gesagte schlicht unglaubwürdig macht.

    Dazu kommt das schon zu Beginn falsche Versprechen des politisch mündigen Menschen unter dem Banner von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit (danke auch, Jungs, dass Ihr es nur für eine Hälfte der Menschheit formuliert habt). Der freie bürgerliche Staatsbürger hat als Ideal seine Glaubhaftigkeit verloren. Gott als höchste Moralinstanz ist laut Nietzsche tot, verwest aber nach Lacan als väterliches Gesetz in unserer Sprache nach und sorgt für den Wunsch nach Anerkennung und Legitimierung des eigenen Seins und Handelns durch das Eingeschriebensein in einen „Großen Anderen“ - einen transzendenten Sinnzusammenhang außerhalb des Ichs. Dem aber die verbindliche Grundlage fehlt.

    Diese Lücke macht anfällig für Denker wie Nick Land. Und schon fast folgerichtig startet der Band der übersetzten Texte mit seiner Auseinandersetzung mit Kant, dann Schopenhauer, Hegel, Nietzsche, schließlich Bataille. Und in seinen frühen Texten nich stark beeinflusst von Deleuze/Guattaris „Anti-Ödipus“ (zumindest den sollte man auch gelesen haben, sonst versteht man kaum etwas von seinen Bezügen). Mit dem Anti-Ödipus im Hinterkopf arbeitet er sich in folgenden Texten durch Lovecraft, Gibson, Gnosis und Kabbala. Auf hochinteressante, ästhetisch faszinierende und sehr anspruchsvolle Weise und hochintelligent auch da, wo er im rein mythisch Spekulativem ist.

    Er zeigt und nutzt dabei brillant die Schwächen gängiger ethischer Denksysteme für seine Programme der „Deindividuierung“. Wie eine Art Menschmaschine der Zukunft, die in die Gegenwart hineinwirkt und dafür sorgt, dass sie sich manifestieren kann. Die Auslöschung des Äußeren durch das von Moral unbelastete Grauen der „Großen Alten“ im Inneren.

    Oder schlussendlich der von allen moralischen Hemmungen befreite Kapitalismus. Der das Schwache und das, was „Pech gehabt hat“ nicht mehr bezuschusst (und dadurch ausmerzt), bei der die Mächtigen die „Regierung AG“ lenken in einer Form, dass den Menschen die von ihnen gewünschte Freiheit, gut zu essen (heute würde man wohl „gut zu konsumieren“ sagen, und das meint er wohl auch) unbehelligt nachkommen können. Wodurch politische Freiheit für die eh obsolet wäre (was die dafür zu leisten haben und wie sich das mit Freiheit verträgt, das spart er aus). Rassisch getrennt übrigens, weil es nunmal eben nicht so sei, dass alle Menschen gleich seien.

    Die frühen Texte mit ihrer munteren Verquickung von Philosophie auf hohem Niveau, Phantastik und Ästhetik sind zumindest wirklich interessant und schlicht außerordentlich gut gemacht sind, trotz Syllogismen, esoterischer Schaumschlägerei und ihrer ethischen Widerwärtigkeit.

    Die späteren Werke, in denen unverhohlen rechtsextreme bzw. faschistische Machtübernahme, von ethischen Fesseln befreiter technologischer Fortschritt und reiner Kapitalismus (bis hin zur Zerstörung der Erde) und rassische Ausgrenzung fordern, sind in großen Teilen nicht nur ekelhaft, sondern schlicht schlampig und schlecht gemacht. Er weiß immer noch geschickt Schwachstellen von Ethik aufzuzeigen und auszunutzen, aber genau die Schwächen in der Legitimation der kritisierten Denkweisen, die er aufzeigt, legt er selbst dann auch an den Tag. Die oft zitierte „Dunkle Aufklärung“ mit ihrer schon ziemlich abgegriffenen Herleitung von Nietzsche kommt für mein Empfinden schlicht banal daher, da hätte ich mir vom Klappentext her deutlich mehr an Ärgernis versprochen.

    Keine Ahnung, ob sein Denken am Rechtreaktionärem gelitten hat, ob er schlicht geschlampt hat, weil mehr nicht nötig ist zum Überzeugen, oder es nicht zu anspruchsvoll für seine Gesinnungsnossen sein darf, oder ob er da einfach sein Arsenal noch nicht voll genutzt hat, warum auch immer: Dieser Text ist nicht böse, sondern schlecht. Was ihn nicht daran gehindert hat, unheilvollen Einfluss auszuüben.

    Der anschließende Briefwechsel von Dath und Theison hingegen, der gleichzeitig auch als Kommentar zur Einordnung dient, ist kenntnisreich und interessant, auch wenn ich nicht mit allem übereinstimme.

    https://www.spiegel.de/wissenschaft/n…1a-d588173c5d3b

    Das ist hochinteressant.

    »Wir neigen dazu, Pumas als extrem aggressiv und intolerant anzusehen«, sagte ein Co-Autor der Studie, Emiliano Donadio. »Aber wenn Nahrung reichlich vorhanden und konzentriert ist, besteht keine Notwendigkeit, sie zu verteidigen. Sie werden sozial toleranter.«

    Genau das ist der Grund, aus dem ich meinen Kolleg*innen immer wieder mal Kuchen mitbringe :klugscheisser:

    Hier gibt es nichtveganes Hauptgericht für Mann und Schwiegermutter. Für mich mache ich Japchae. Ist definitiv kein klassisches Weihnachtsessen, aber mein aktuelles Lieblingsessen :smile:. Die klassischen festlichen Schmorgerichte sind größtenteils nicht so mein Fall, ehrlich gesagt.

    Zum Nachtisch gibt es Bratapfel mit Nuss, Marzipan und Zimt Creme Vega gefüllt, dazu vegane Tonka-Vanillesauce. Wenn ich gut drauf bin, mache ich dem Mann noch einen hausgemachten Schokopudding. Als Vorspeise bzw. Salat Feldsalat und Postelein mit Scheiben von marinierter Roter und Gelber Bete.

    Ich mag die Billie Green Salami Snacks auch sehr gerne, die sind mittlerweile fester Frühstücksbestandteil. Ebenso die vegane Bressot-Variante.

    Veganen Käseersatz zum Überbacken nutze ich gerne. Aber quasi als „Schnittkäse“ auf Brot, da habe ich auch noch nichts gefunden, was mich überzeugt hätte.

    Hier gab es für den Mann rahmige Kartoffelsuppe mit getrockneten Pilzen, Frankfurter Würstchen und viel frischem Gemüse (Flotter Sprouts, Möhre, Lauch, Kohlrabi, Staudensellerie (liebt er - örks), Petersilienwurzel). Für mich Rest vom Kürbis mit Apfel, Quitte und Nüssen von Dienstag.

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    Habt ihr konkrete Tipps für die erfolgreiche Suche nach passenden Buch-Nachfolgern?

    Ich habe seit zwei Jahrzehnten nur noch Fachbücher gelesen. Aus irgendeinem Grund bin ich spontan in die winterliche Leserunde eingestiegen und "Der gefrorene Fluss " gefällt mir richtig gut. Ich würde gerne wieder mehr zum Vergnügen lesen, aber ich bin mir auch sicher, dass ich es wieder lasse, wenn mir die nächsten Titel nicht zusagen.

    Ich habe natürlich schon selbst geschaut und z.B. https://whatchareadin.de/ gefunden, aber die Suchergebnisse sprechen mich kaum an. |)

    Nutzt ihr aktiv irgendwelche Portale, wenn ja, mit welchen seid ihr zufrieden?

    Man kann ja überall, wo man online Bücher kaufen kann, auch Titel finden, die andere gekauft haben, die auch das bestimmt Buch gekauft haben. Nur können sie die Bücher ja auch gekauft haben und doof finden.|)

    Wie geschrieben nutze ich eigentlich gar keine Empfehlungsportale direkt. Ich lese Buchbeschreibungen, da muss was mein Interesse ansprechen. Und wenn ich ein Interesse habe, dann gucke ich ganz banal bei Google nach Kritiken für dieses Buch (da kommen dann natürlich auch die Portale und Kritikerstimmen).

    Ich empfehle Dir passend zur Jahreszeit mal „Der Wintersoldat.“

    Der Hund der "Hundemama", die ich meinte, sitzt mit am Essenstisch und hat dort einen eigenen Stuhl (auch, wenn sie woanders zu Besuch sind). Außerdem ist er notg*** und schwul, weil er andere Rüden rammelt.

    Sowas meinte ich. Ich hab im weiteren Umfeld auch jemanden, der den Hund nach dem Füttern auf den Arm nimmt, damit er sein "Bäuerchen" machen kann, der die Hände vor die Augen nimmt und entzückt ruft: Wo ist denn mein Schnucki-wucki-wutzi-butzi, die Hände wegnimmt und erfreut ruft: Daaaaaaaaa ist mein Schnucki-wucki-wutzi-butzi, der auch mit am Tisch sitzt, für den der Speiseplan geändert wird, weil er ja Spaghetti lieber mag als Gemüserisotto, dem abends vorgelesen wird und der "seinen Schnuller" (immerhin ein Hundespielzeig) bekommt.

    Vllt ist mein Unbehagen bei "Hundemama" daher auch einfach vorbelastet :tropf:

    Hmh - aber jetzt mal ganz sachlich auseinander gepackt:

    - Hund auf den Arm nehmen wegen Bäuerchen. Jo, fänden meine Hunde doof und ich hatte auch noch keinen, der es gut gefunden hätte. Dem Hörensagen nach gibt es allerdings Hunde, die kommen gerne auf den Arm. Ich kenne da aber tatsächlich keinen näher. Hätte ich Grund zur Annahme, dass der Hund immer nach dem Essen rülpsen muss, würde ich die Fütterung anpassen.

    - Schnutzibutzidutzi … - Die Pudeline fände das richtig groß, die badet in jeder Form von Aufmerksamkeit und genießt es auch, dabei hochzufahren. Und sogar Lilly, die das nicht mag, empfände es vermutlich eher weniger störend als Manns grobmotorisches Gepoltere durch die Wohnung. Oder Diablo Swing Orchestra oder Panzerballet aus den Boxen.

    - Platz am Tisch: Solange es nicht mein Tisch ist, wüsste ich nicht, was mich daran stören sollte. Platz am Esstisch gibts bei uns zwar nicht, aber meistens essen wir im Wohnzimmer auf der Couch und da dürfen die Hunde drauf. Haben wir wohl auch irgendwie.

    - Speiseplan: Spaghetti lieber als Gemüserisotto, das nicken hier alle Vierbeiner und Zweibeiner ab. Aber wir mögen auch alle Gemüserisotto.

    - Hundespielzeug als Schnuller: Gibts hier permanent zur freien Verfügung. Und Kauzeug gibts gelegentlich mal.

    Unterm Strich fände ich persönlich da nichts so völlig abwegig. Außer Punkt 1. Und da bin ich auch offen dafür, dass es da ggf. auch andere Typen Hund gibt als die mir Bekannten.

    Da würde ich nicht zwangsweise Handeln konträr zu Hundebedürfnissen sehen. Vorausgesetzt halt, der Hund ist hinreichend gepflegt, gut und nicht im Übermaß ernährt und medizinisch versorgt, ausreichend bewegt und gefordert, hat Zeit und Gelegenheit für seine eigenen Interessen, kann sich hinreichend mit seinem Menschen verständigen und wird nicht grob behandelt, ist so erzogen oder gesichert, dass er sich gut und ohne Gefährdung anderer in seinem Umfeld bewegen kann und kennt seinen Platz in dem Gefüge, in dem er ist, und fühllt sich wohl darin.

    Und ich kenne etliche Schnuckel-Liebchen-Herzchen, auf die das alles zutrifft und die trotz aller Verniedlichung nach Herzenslust durch Schlammpfützen toben dürfen.

    Das Beispiel mit dem Rammeln aus dem anderen Beitrag hingegen: Die Bezeichnung würde mich auch nerven. Aber mehr noch, dass da jemand nicht erkennt, dass der Hund Stress hat und anderen Hunden Stress macht.