Gute Besserung.
Beiträge von Phonhaus
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Zu dem Thema "fesseln und knebeln": Hab ich noch mit keinem meiner Hunde gemacht
und hab ich auch noch nicht gesehen. Doch ja, auf den Radius und die Bindung an mich achte ich sehr strikt.Hängt vielleicht damit zusammen, dass meine Sozialisation als Hundehalterin mit Engagement im Tierschutz und vor dem Hintergrund der Listenthematik einherging. Leider hab ich da einfach ein paar Geschichten zu viel gehört, bei denen es nicht gut oder lustig ausgegangen ist, und das prägt mein Bild.
Ich sehe das nicht so, dass ich meine Hunde mit diesem Radius einschränke, sondern dass ich sie damit schütze. Die Belange Anderer sind mir durchaus auch wichtig, aber meine Hunde sind mir näher. Und gerade deshalb möchte ich sie nicht in Situationen bringen, in denen sie warum auch immer falsch bzw. unerwünscht agieren und wir hinterher mit den Konsequenzen leben müssen.
Ich investiere auch ein bisserl was dafür, dass sie das gerne tun. Und ja: Meine Engagement dafür wäre noch größer, wenn meine Hunde größer wären. Nicht, weil ich bei kleinen Hunden keine Erziehung erwarte, sondern die Möglichkeit für Konfliktpotential in meinem Umfeld mit der Größe der Hunde steigen sehe.
Habe übrigens überhaupt keine Lust dazu, andere an den Pranger zu stellen. Dafür wäre mir meine Zeit zu schade. Aber Fragen und Themen beantworte ich gerne nach bestem Wissen und Gewissen. Und Javik : @Dakosmitbewohner hat selbst zur Diskussion eingeladen.
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Für mich gibt es da so viele Gründe, warum ich das außer Sicht laufen nicht will bzw. einen Radius um mich will.
Aber wenn ich mit Hunden laufe, dann laufe ich eben auch aktiv mit ihnen. Ich höre nicht Musik oder Hörbücher, schwätze nicht andauernd mit ggf. Mitlaufenden, dauertelefoniere nicht ...
Meine Aufmerksamkeit ist bei meinen Hunden. Damit muss auch jeder leben, der mit mir läuft, dass immer mindestens ein Auge und Ohr am Hund ist und die auch immer wieder bei mir sind. Da wird nach einander geguckt, mal kurz angestupst oder Hand-Nasenkontakt aufgenommen, vor mir paradiert, Leckerchen erbettelt, es gibt kurze Übungseinheiten... Klar dürfen die auch ihre Hundedinge in Ruhe machen, aber der Austausch gehört auch dazu.
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Ich bin an sich auch relativ entspannt. Habe zwei Hunde ohne Artgenossenprobleme und wenn nun (tatsächliche) Tutnixe auf uns losstürmen juckt mich das eher wenig. Sehe selten die Notwendigkeit, mich über andere Hundehalter zu ärgern und habs, wenn es doch mal passiert, üblicherweise schnell wieder vergessen.
Nur hetzen lassen, mobben oder beschädigen lassen oder Misshandlung des Hunds regt mich bei anderen nachhaltig auf. Häufchen vor der Vorplatztür, angepieselte Hausmauer oder ähnliches schafft das eher nicht.
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Für mich gehört insgesamt noch eins dazu: Meinen Hund so lange engmaschig führen, bis ich soweit wie möglich genau einschätzen kann, wie er sich in potentiell kritischen Situationen verhält. Dazu gehört ein relativ enger Radius, denn ohne den kann ich die Körpersprache meines Hunds nicht beobachten (Ausnahme: Gezieltes Training). Ronja läuft jetzt seit fast 14 Jahren mit mir. Die darf mir gerne auch mal hinterherdackeln. Bei Lilly sind es 3 Jahre und die darf das nicht.
Und hier, @Dakosmitbewohner , ist der Part, den ich für mich einfach nicht verstehe.
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Du betonst hier so oft, dass Dako ein HSH-Mix mit unbekannter Vergangenheit ist (der HSH Anteil scheint Dir für mein Empfinden auch recht wichtig zu sein, ebenso wie Deine frühere Beschäftigung). Du fragst so oft zu HSH-Themen nach und hast auch sehr elaborierte Ansichten dazu. Und es scheint Dir ja offensichtlich auch viel daran zu liegen, dass die Menschen nicht mit Ablehnung auf HSH reagieren.
Du fragst zu rechtlichen Themen ein mit dem Tenor, dass Dir Konstruktionen wie sie Gefährdungshaftung eher quer gehen.
Hier wurde schon so oft geschrieben, dass es gerade bei Hunden mit genetischer Veranlagung zum Herdenschützer wichtig ist, sie bei Begegnungen anzuleiten, die sie möglicherweise als bedrohlich empfinden. Weil man nicht möchte, dass sie selbst entscheiden. Und das sie ihr volles Potential erst spät entfalten, möglicherweise erst zwischen 3 - 4 Jahren.
Und Du hattest ja auch schon Situationen, in denen Dako auf Situationen anders und mit mehr Potential reagiert hat als Du gedacht hast. Ich erinnere mich da an die Pfote auf dem Kleinhund oder den Thread zur Aggression gegen Betrunkene.
Und das passt für mich nicht damit zusammen, dass er dann in solchen Situationen mit fremden Menschen in der Nähe unangeleitet mit seinen Kumpels doch so frei agieren kann. Es ist Deine Entscheidung, natürlich. Ich wollte es aber nicht haben, mir wäre das zu heiß. -
Genau. Ich hab gefragt, ob man erstmal angeleint ein Stückchen gemeinsam laufen kann. Dabei hat sich dann schon gezeigt, ob da weiterhin Interesse da war oder nicht.
Mit etwa 6 hat sich bei Ronja eine tiefenentspannte Souveränität herausgeschält, die vorher nicht da war. Da hat sie dann auch selbst deutlich signalisiert, ob sie Kontakt wünscht oder nicht.Ich würde mir an Deiner Stelle eine Handvoll guter Hundebekanntschaften suchen. Und beim Rest ganz einfach sehr entspannt sagen, das Du keinen Hundekontakt möchtest:
Warum nicht? - Weil ich das nicht möchte?Aber die möchten doch ... - Ja, aber ich nicht
Aber die müssen doch ... Nein, müssen sie nicht
Das ist doch doof ... von Ihnen - Finde ich nicht
Das ist nicht artgerecht - Da bin ich anderer Meinung -
Mit Ronja als direkt nach ihrer Junghundezeit hatte ich da ein ähnliches Thema, weil da gefühlt einfach mehrere Seelen in ihrer Brust schlugen. Sie hatte sie keinen Bock, überrumpelt zu werden, wollte gerne erstmal aus Abstand gucken, war dann aber komplett unfähig, Abstand zu halten und hat das “Freuen“ angefangen, und zum Stänkern hatte sie doch auch immer wieder mal Lust. Gerne auch mal alles auf einmal. Ich war da anfangs auch echt unsicher, weil ich auch gedacht habe „Hund muss doch Kontakte haben“.
Habe ich dann irgendwann gestrichen, weils so einfach entspannter war und bin entweder einen Bogen gelaufen, oder bei „guten Aussichten“ ein Stück mit Leine mitmarschiert - dann wars meistens ok - oder habe abgewartet, bis man sich öfter gesehen hat, dann wars auch ok.
Als sie älter wurde war das insgesamt nicht mehr so ein Thema. -
Unterholz ist bei uns echt ein Thema: Wenn ich im Wald bin, bin ich im Wohnzimmer anderer Tiere und bewege mich entsprechend. Beim Pilzesammeln erlaube ich mir, durchs lichte Unterholz zu gehen, sonst nicht. Gleiches gilt für die Hunde. Heißt, sie dürfen mal am Wegrand zwischen zwei Wanderwegen hochpreschen, aber nicht in den dichteren Bereich, in dem sich für mich nicht sichtbare Tierbauten verbergen. Auch nicht, wenn ich sie da theoretisch noch im Blick hätte.
Aber: Bei uns ist hinreichend Rückzugsmöglichkeit und Futter für Wild, so dass tagsüber am Wegrand seltenst was steht. In bebauteren Gebieten ist das anders, da bekommt man fast öfter Wild zu sehen als hier im Spessart. Da wäre ich noch bei Weitem strikter.
Ich mag auch nicht, dass meine Hunde Vögel, Eichhörnchen und Eidechsen belästigen, wenn das vermeidbar ist. Deswegen dürfen sie auch üblicherweise nicht buddeln, weil ich sie auch weder Mäuse noch Maulwürfe scheuchen lassen will. -
Übrigens: Gerade auch beim Gassi mit mehreren Hunden reglementiere ich das Spiel da, wo auch andere Leute unterwegs sind. Auch, wenn die Hunde auf einer Wiese sind und nicht direkt auf dem Weg. Denn so eine spielende Gruppe hat ratzfatz eine schwer kontrollierbare Eigendynamik und ist für Nicht-Hundehalter schwer einzuschätzen. Da bin ich auch gerne mal bei Anderen der Spielverderber.