Beiträge von Phonhaus

    Dem sehr umfangreichen Post entnehme ich:


    1. Der Hund bringt mehr Einschneidungen und Veränderungen für Dich mit sich, als Du gebrauchen kannst und stemmen möchtest


    2. Du bist das Ganze spontan und unüberlegt angegangen


    3. Und deshalb möchtest Du den Hund abgeben und wirst ihn auf keinen Fall behalten.


    Und genau so würde ich es an Deiner Stelle der Orga kommunizieren, daraus folgende Kritik (die ja ihre Berechtigung hat) ohne Rechtfertigungsversuche hinnehmen und bei Überredungsversuchen wie eine hängende Platte „will ich nicht, will ich nicht, will ich nicht“ wiederholen. Dann bist Du klar in Deinen Motiven und Deiner Argumentation.


    Versuch nicht, denen und Dir selbst zu verkaufen, dass Du ja nur das Beste für den Hund möchtest. Denn dann machst Du Tür und Tor auf für Diskussionen, bei denen Du dann möglicherweise den schwächeren Part hast. Denn alle von Dir beschriebenen Probleme hätten mehrere Lösungsansätze, die Du angehen könntest, wenn Du das wolltest. Und die bekommst Du dann natürlich auch aufgezählt. Denn der Orga liegt natürlich daran, dass der Hund bei Dir bleiben kann.


    Du willst nicht - das ist Dein Punkt und Dein bestes Argument. Wenn die Orga den Hund nicht zurücknehmen kann, weil die Kapazitäten dafür nicht da sind, dann musst Du halt tatsächlich zu einem anderen Verein gehen und das unter Umständen mit einer Abgabegebühr regeln. Würde ich unter „Lehrgeld“ verbuchen.

    Wirklich Leidtragender dabei ist der Hund.

    Hallo, auch von mir mein aufrichtiges Mitgefühl. So einen Einstieg ins Leben als Hundehalter hat niemand verdient.


    Und ich verstehe Eure Trauer und Wut. Es ist einfach ungerecht, wenn jemand, ob Mensch oder Hund, vor seiner Zeit gehen muss.


    Was den Vorwurf ans Tierheim angeht, sehe ich das ähnlich wie flying-paws . Jeden Hund untersuchungstechnisch bei Ankunft auf links zu drehen - dafür sind im Tierschutz die Kapazitäten in der Regel nicht da. Hunde sind außerdem Meister darin, Krankheit und Schmerzen zu verbergen. Gerade auch, wenn sie in eine für sie schwer einschätzbare stressige Situation kommen. Durchfall gibts aus den genannten Gründen häufig.


    Und auch jahrelang erfahrene Hundehalter merken Erkrankungen erst durch Anzeichen, die sie deshalb erkennen können, weil sie ihren Hund gut kennen. Ob da auch wirklich Patzer auf Seiten der Menschen gewesen sind, wird sich im Nachgang schwer rekonstruieren lassen.


    Es ist legitim, wenn ihr mit dem Tierheim redet und fragt, ob es zumindest eine Kostenbeteiligung erfolgt. Und genauso legitim ist es, wenn Ihr keinen Hund aus dem Tierschutz mehr übernehmen möchtet. Ich hoffe und wünsche Euch von Herzen, Ihr findet bald etwas Trost und ein wunderbares zu Euch passendes Wesen, das Euch lange begleitet.


    Zu einem Beitrag hier: Die Einstellung „ich will aber was kriegen für mein Geld“ geht halt fehl, wenn man es mit Lebewesen zu tun hat. Krankheiten können immer sein. Und ja, wer einen älteren Hund aus schlechten Verhältnissen übernimmt, geht dieses Risiko deutlich stärker ein. Das muss man einkalkulieren, wenn man ein Tier aus dem Tierschutz übernimmt. Es ist halt keine x-beliebige Ware. Das wissen aber auch die meisten, die sich (bewusst) für ein Tier aus dem Tierschutz entscheiden.

    Wir haben von gestern noch Ratatouille und Pasta übrig. Dazu mache ich noch einen Gurkensalat. Und von Donnerstag hatten wir noch einen Rest Gewürzkuchen übrig, der schon recht trocken war. Den habe ich in Streifen geschnitten, mit etwas Milch und statt LöBi für ein schokoladiges Tiramisu genommen. Lecker.

    Hi,


    das mit den Grenzen ist so eine Sache: Bevor Du Deine Grenzen Deinem Hund vermitteln kannst, musst Du sie erstmal selbst wahrnehmen und zulassen, dass Du sie richtig spürst.

    Das klingt ganz simpel, ist es aber gar nicht. Wir trainieren uns immer mehr Pokerface und fünffach reflektiertes Verhalten im Umgang miteinander an. Da ist es gar nicht so einfach, Bauchgefühl und Stimmung im Verhältnis mit dem Hund wieder rauszulassen. Doch genau damit versteht Dich ein Hund am Beaten. Sprich:


    Der Hund tut was, was Dich richtig ankäst. Wenn Du dann erstmal in Dich reinhören musst, um zu spüren, dass Du stinkig bist und sein darfst, Dir dann überlegst, wie Du ihm das unter Berücksichtigung aller lerntheoretischen Vorgaben und seiner besonderen Vorprägung am Besten vermittelst, Dich dann entscheidest und eine Handlung folgen lässt (ggf. noch unsicher oder halbherzig) - dann ist der Drops schon gelutscht und Du erreichst den Moment gar nicht mehr, in dem Du dem Hund effektiv eine Grenze setzen könntest.


    Das soll keinesfalls ein Plädoyer dafür sein, den Hund anzuherrschen oder gar körperlich zu maßregeln. Aber dass Dir gerade was gar nicht gefällt und Du erwartest, dass Hund das in Zukunft besser bleiben lässt, wenn er Wert auf harmonische Zusammenarbeit legt, das kannst Du auch ohne das vermitteln. Wenn Du es spürst und überzeugt bist. Ganz ohne Methode :smile:


    Ist so mein Standardrat an Ersthundehalter: Wenn Du schon ganz viel Wissen über Verhalten und Lerntheorie erworben hast und die ein oder andere „Methode„ kennengelernt hast, dann nimm Dir die Zeit, Dich und Deinen Hund kennenzulernen. Was möchte er, was kann er, was kann er nicht, was möchtest Du, was kannst Du und was kannst Du nicht. Und wie kriegt Ihr dabei gute Kompromisse mit möglichst viel Spaß für Alle :smile:


    Körpersprache wieder rauslassen und eigene Gefühle zulassen und ausdrücken und fremde Gefühle vermittelt zu bekommen und mitzuempfinden - das ist für mich das eigentlich Tolle am Leben mit Hund. Und das baut sich erst auf, das ist normal. Ich wünsche Euch dabei noch viel Spaß :smile:

    Klar, kenne ich auch noch :smile: Ich weiss jetzt nicht, wie es in Rumänien ist. Aber hier in Deutschland hat die Zahl der Hundeinteressenten zugenommen, die Zahl der Bauernhofwürfe abgenommen und das gesellschaftliche Miteinander ist dichter und damit reglementierter geworden. Und einen Hund zum Gebrauch, wie er halt früher vom Bauern, Hirten oder Jäger gekommen ist, will auch nur noch die Minderheit.


    Es ist nicht mehr vergleichbar und hat auch früher nur deshalb funktioniert, weil die „unbrauchbaren“ Hunde mit Holzhammermethoden entsorgt wurden :( :

    havok4615


    Es geht nicht nur um die Zustände bei der Übergabe. Sondern darum, dass bei Verbandszuchten üblicherweise anders an die Zucht herangegangen wird, die Hunde zur Zuchtzulassung bestimmte Gesundheitsvoraussetzungen und -prüfungen haben müssen (bei Gebrauchslinien gibts auch Arbeitsprüfungen), die Umstände der Zucht vom Verband geprüft werden, die Verpaarungen nicht willkürlich, sondern ausgewählt geschehen, auf Inzuchtkoeffizienten geachtet wird ... Näheres können Dir hier sicher sicher die Besitzer von Rassehunden erklären.


    Klar gibts da auch schwarze Schafe. Deshalb sollte man schauen. Aber wenn einem eine Rasse am Herzen liegt, dann tust Du mit Unterstützung der Verbandszucht etwas dafür, dass diese Rasse so gesund wie möglich fortbesteht.

    Nun, ich hab Tierschutzhunde. Und für mich gehört es trotzdem zu gutem Tierschutz dazu, niemandem einen Tierschutzhund zuraten zu wollen, der von vorneherein sagt, dass er das nicht haben will. Die Entscheidung ist dann ja schon gefallen, abnehmen kann und will ich sie Keinem. Auch wenn ich sie nicht logisch finde.


    Es sind einfach keine besonders guten Startvoraussetzungen, wenn jemand schon mit Bauchweh einen Hund unbekannter Herkunft übernimmt.


    Von daher: Mit einem seriösen und sorgfältig ausgesuchtem Züchter aus Verbandszucht bekommst Du zum Einen Deine Papiere, hast den weiteren Aufbau gesunder Hundezucht in Rumänien unterstützt und kannst entspannter in das Abenteuer Hundeanfänger gehen.

    Doch wenn Du schon einen Rassehund haben möchtest: Greife zu einer seriösen Zucht und unterstütze nicht skrupellose Welpenerzeugung.


    Edit: Hat sich mit Deinem letzten Post überschnitten. Ich würde nach Goldens gucken - für einen Schäferhund als Hundeanfänger sollte man schon einen guten Gebrauchshundeverein in der Hinterhand haben :nicken:

    Wenn Du keinen Hund aus dem Tierheim möchtest, dann tue das auch nicht - man braucht den Willen, sich auf einen Hund mit Vorgeschichte einzulassen. Und: Man braucht grundsätzlich den Willen, sich auf das fremde Lebewesen Hund mit seinen Besonderheiten einzulassen und zu akzeptieren, dass nicht gleich alles von Beginn an funktioniert.


    In Rumänien gibts laut FCI den Verband Asociata Chinilogica Romana (Romanian Kennel Club). Da solltest Du Dich meiner Meinung nach nach guten Züchtern und Rassen umgucken.