Ich bin in der glücklichen Lage, glücklich verheiratet zu sein, im geerbten Eigentum meines Mannes zu wohnen und einen recht krisenfesten Job zu haben. Bei meinem Mann ist der Job nicht ganz so krisenfest aber sicher. Kinder haben wir keine. Op-Versicherung auch (noch) nicht, aber schon eine gute Summe auf hoher Kante. Das ist alles nicht selbstverständlich und ich schätze es sehr.
Würde Knall auf Fall meine Familie auseinanderbrechen würde ich arg ins Schwimmen kommen. Mit Vollzeitarbeit könnte ich mir Miete und Hunde leisten (wobei ich Ronja nicht mehr verpflanzen würde), hätte aber kaum noch Zeit für die Hunde. Mit Teilzeitarbeit würde es mit der Miete eng. Ohne Hund? Könnte sehr ungute gesundheitliche Folgen haben.
Ich finde das Thema unglaublich schwierig und würde niemanden verurteilen, der sich trotz enger finanzieller Verhältnisse einen Hund zulegt.
Gerade jetzt haben wir eine Zeit, die uns die Fragilität unseres gesellschaftlichen Konstrukts auf der einen Seite zeigt, auf der anderen Seite, wie essentiell wichtig so mancher für die Gesellschaft ist, der sich in der herrschenden Lohnstruktur ohne Vollzeitarbeit keinen Hund leisten könnte. Mit Vollzeitarbeit nur schwierig, und auch da gäbs ja wieder Verurteilungen. Und es gibt die Leute, die eben einfach durchsNetz fallen.
Ich sehe und verstehe, dass es natürlich für das Tier ein Optimum gibt, das viele Menschen nicht erreichen können. Sie zu verurteilen, weil sie sich trotzdem einen Vierbeiner wünschen? Nein.
Da finde ich tatsächlich schlimmer und verurteilenswerter, was im Namen der industriellen Lebensmittelproduktion mit Tieren passiert.
Ach ja, ich hoffe immer noch auf einen Wertewandel in ganz vielen Bereichen 