Andererseits fand ich es immer irgendwie befremdlich, wenn was veganes oder vegetarisches essen will, dass es nach Wurst schmecken soll.
Macht für mich keinen Sinn.
Dieses Thema kommt so oft auf, ich versteh diesen Gedankengang ehrlich nicht. Nur weil ich auf Fleisch verzichten will - aus ökologischen, ethischen oder welchen Gründen auch immer -, will ich ja nicht unbedingt auf den Geschmack davon verzichten. Das eine hat mit dem anderen doch rein gar nichts zu tun, und gerade für Vegan-Einsteiger ist es halt auch einfacher, wenn man zumindest eine Alternative zum bisher bekannten hat.
Und ich persönlich finde es ganz angenehm, einfach mal etwas Fertiges auf den Grill oder in die Pfanne zu schmeißen, was nicht Gemüse oder Tofu ist. Und manchmal ist es auch ganz gut als Abwechslung im Essen - ich zum Beispiel vermisse nicht den Geschmack von Fleisch, aber die Konsistenz, etwas "zum Draufbeißen" zu haben.
Ich kann das schon nachvollziehen. Das hängt aber daran, dass zu der Zeit, als ich angefangen habe, mich vegetarisch zu ernähren (vor 35 Jahren), es hier auf dem Land kaum was an Ersatzprodukten gab. Das, was es gab, war zumeist unglaublich teuer und ziemlich widerwärtig.
Dann gabs da die „Fleischersatzrezepte“, mit denen die gewohnte und verbreitete gutbürgerliche Mahlzeit (Fleisch, Gemüse, „Sättigungsbeilage“) wie gewohnt weitergemacht werden konnte. Die aber echt aufwändig waren (ich war damals 13 und musste für mich selbst kochen). So dass ich mir mit meinen damaligen „Interessensgenossen“ einfach eine andere Art des Kochens angewöhnt habe, die eben ohne Fleischersatz auskam. Und das wurde dann auch irgendwann schick und passte gut zu den steigenden internationalen Einflüssen aufs Kochen.
Ich war daher auch unglaublich skeptisch, als es auf einmal steigende Angebote an Fleischersatzprodukten und fleischloser Convenience aufkam. Ehrlich gesagt hätte ich sie ohne das DF wohl auch nicht für mich entdeckt.