Ich nehme extrem viel Rücksicht und würde mir manches mal wünschen, dass andere auch nur halb soviel Rücksicht nehmen würden, wie ich es tagtäglich tue.
Ich hab halt einen Hund, der für die Gesellschaft funktionieren MUSS und nie negativ auffallen darf und zudem alles andere als ein nettes Schmusetier ist.
Vielleicht wäre ich nicht ganz so streng, wenn ich eine Rasse mit weniger schlechtem Ruf führen würde oder generell einen weniger "problematischen" Hund hätte.
Ich...:
- laufe immer vorausschauend
- beobachte Anju grundsätzlich mit Adleraugen - auch im Kontakt mit Familie und Freunden. Dabei ziehe ich mittlerweile auch sehr konsequent Schlussstriche, wo ich die Zweibeiner zurück auf ihre Plätze schicke.
Leider geht Anju nicht von sich aus weg und die kleinsten Warnsignale werden eben gerne übersehen.
- leine grundsätzlich an, wenn uns jemand oder etwas entgegen kommt
- locke nie fremde Hunde zu mir und streichle auch nicht, selbst wenn es mir erlaubt wird (weil ich fremden Menschen nicht vertraue, dass sie ihren Hund richtig lesen können und ich mich an die Deutung von Fremdhunden in der Hinsicht erst recht nicht ran traue)
- lasse Anju nicht an fremdes Eigentum pinkeln und halte sie von fremden Grundstücken fern
- hebe Hinterlassenschaften in Parkanlagen und auf der Straße auf
- halte fremde Menschen von Anju fern - hauptsächlich zu ihrem eigenen Schutz, aber auch für Anjus Wohlbefinden
- habe immer Kackebeutel dabei für die Menschen die rein zufällig keine Beutel dabei haben 
- weiche so großzügig wie möglich aus wenn ich sehe, dass Menschen Angst haben oder auch wenn andere Hundehalter grade Trainieren oder ihren Hund nicht so einfach an uns vorbei geführt kriegen
- sorge immer dafür, dass Anju niemanden belästigt. Weder Mensch, noch Hund, noch sonstiges Getier. Kein jagen, kein vogelaufscheuchen, kein "Hallo-sagen" ohne Absprache.
- suche selber aus, mit welchen Hunden Anju Kontakt haben darf. Auch wenn andere Halter sagen ihrer tut nichts, sehe ich meistens trotzdem, dass es durchaus knallen könnte... ob nun an Anju, oder am anderen Hund. Das erspart beiden Seiten unnötigen Stress, sofern der andere Halter seinen Hund dann auch bei sich behält.
- lasse meinen Hund NIE an der Straße frei laufen. Ist auch völlig egal was das für ne Straße ist, wie hoch das Verkehrsaufkommen da ist und was da die Geschwindigkeitsbegrenzung ist. Mein Hund bleibt ein eigenständig denkendes Individuum das - egal wie toll sie sonst hört - eben auf die Idee kommen könnte genau JETZT die Straße überqueren zu müssen, völlig egal was Frauchen davon hält. Das könnte nicht nur für den Hund tödlich enden, das scheinen aber viele auszublenden.
- Freilauf gibt es nur solange ich den Hund auch sehen kann, auf übersichtlichem Gelände. An Kurven leine ich an. Anju hat aber auch von sich aus einen sehr kleinen Radius.
- verwende kein Futter und auch kein Spielzeug wenn andere Hunde dabei sind
- führe Anju immer an der abgewandten Seite zu Mensch/Hund
- lasse Anju zuhause bei Sachen, wo sie eh nix von hätte. Keine Stadtbesuche, keine Wanderungen auf überlaufenen Strecken, extrem selten Restaurantbesuche und selbst da zu den unmöglichsten Zeiten in den hintersten Ecken
Kurz um: Ich versuche Anju so wenig wie möglich anderen Menschen auszusetzen. Dabei denke ich allerdings viel mehr an sie selber, als an andere... ich könnte sie natürlich auch zu den belebteren Zeiten raus schleifen, aber da hätte einfach niemand was von. Warum unnötig stressen, wenn man alles so schön vermeiden kann? Das gilt aber natürlich nur für meinen mich und meinen Hund. :)
Passieren kann IMMER was. Egal wie gut der Hund gesichert ist, egal wie vorausschauend man läuft... am Ende bleiben es dennoch zwei Lebewesen (oder mehr) mit eigenem Kopf.