Beiträge von Waldhörnchen

    Hier ist es aber (noch) ein Junghund, der mit etwas Konsequenz und Erfahrung (=Trainerhilfe) sehr zackig lernen dürfte, dass Zähne in der Leine ein No-Go sind, da reden wir von allenfalls ein paar Tagen (klar, das Hochfahren und Zerren insgesamt zu kanalisieren, wird schon länger dauern, hier gehts mir nur ums Leine beißen). Aber da würde ich erst dran arbeiten und dann über die Schlepp nachdenken.

    Ich sehe es anders.

    Ohne an der Ursache dieser Frustration zu arbeiten, wird es vermutlich auch schwierig, die Leinenbeisserei zu unterbinden. Und wenn es nicht die Leine ist, weil Rose tatsächlich gelernt hat, dass sie da nicht reinbeißen darf, wird sie auf eine andere Übersprungshandlung wechseln.

    Hätte man einen Plan, würde man ja nicht fragen.

    Wo hat sie denn explizit nach einer Schleppleine und deren Umgang gefragt?

    Ich sehe hier erst mal nur Menschen, die überhaupt mal dazu raten.

    Und für "Ziehender Hund + Leine (egal welcher Länge und wie oft am Hund befestigt) + rutschiger Untergrund = Großes Hinfall-Potenzial" muss man auch nicht weit denken können.

    Der Winter wird so oder so eine Zerreisprobe, sollte die TE sich keine Hilfe holen und auch mit Hilfe, wird das ja alles ein bisschen Zeit in Anspruch nehmen.

    Ich weiß nicht, ob man einem erwachsenen Menschen wirklich erklären muss, welche Gefahren Glätte birgt. Wenn sie es als gefährlich für sich und Rose erachtet, wird sie es nicht tun. Soviel traue ich ihr schon zu. :)

    Beim Thema Braunschweig/Großstadt ist mir noch was eingefallen.


    Beim Rottweiler muss man selbst beim ADRK Züchter sehr darauf achten, ein Exemplar mit guten Nerven zu erwischen. Es gibt leider sehr sehr viele unsichere Rottweiler. Da Rottweiler auch eher Typ "nach vorne gehen" anstatt "Flucht ergreifen" sind, ist das leider eine ziemlich gefährliche Mischung.

    Grade wenn deine Rose aus dubioser Herkunft ist - so wie meine Anju auch - wäre es gut möglich, dass sie generell ein eher schwaches Nervenkostüm hat. Ein unsicherer Rottweiler in einer großen Stadt mit sehr vielen Menschen/Hunden kann da auch schnell problematisch werden.

    Die ersten 2 Jahre habe ich mit meiner Hündin in Hannover gewohnt und zum Ende hin wurde es ziemlich schlimm. Bei ihr hat sich das insofern gezeigt, dass sie mehr oder weniger Panikattacken bekommen hat. Sie ist nicht auf andere Menschen oder Hunde losgegangen, auch nicht auf mich, aber sie war gar nicht ansprechbar, wollte immer schnell wieder nach Hause. In der schlimmsten Zeit hat sie immer panisch gen Himmel geschaut und musste richtig gut gesichert werden, damit sie nicht allein nach Hause rennt.

    Sie war irgendwann einfach total überfordert mit den vielen Reizen, obwohl sie ja damit aufgewachsen ist. Sie war immerzu gestresst, bis ich irgendwann angefangen habe, nur noch früh morgens, wenn alle anderen noch im Bett liegen oder auf dem Weg zur Arbeit sind, mit ihr die großen Runden zu drehen. Das hat irgendwann auch nicht mehr gereicht, deshalb hat meine Oma uns fast täglich nach Hemmingen raus gefahren, wo meine Großeltern einen Garten haben. Dort war Anju immer richtig entspannt und vor allem auch Aufnahmefähig. Da konnten wir erst so richtig anfangen, zu trainieren.

    Als wir dann in den Harz gezogen sind, hat man richtig gemerkt, wie alle Anspannung von ihr abgefallen ist. Das merkt man auch jedes mal, wenn wir in Hannover zu besuch waren und dann wieder hier zuhause ankommen. 2 völlig verschiedene Hunde.

    Sie ist auch hier unsicher und braucht Führung. Aber das ist ein absolut machbarer Rahmen, vor allem im Vergleich zu ihr in der Großstadt.


    Ich weiß ja nicht, wie genau ihr da lebt und natürlich muss es bei euch nicht so sein, wie bei uns, aber vielleicht wäre das ja auch noch mal ein Thema, was ihr beim Trainer ansprechen könntet. Oder vielleicht fällt dir ja selber auf, ob sie zu bestimmten Zeiten/an bestimmten Orten deutlich aufgeregter ist, als woanders zu einer anderen Zeit.


    Ich hab damals echt lange gebraucht, zu begreifen, dass es an der Stadt liegt. Ich habe damals sogar mehrmals ihre Schilddrüse überprüfen lassen, weil alles auf eine SDU hingedeutet hat, aber aus Tierärztlicher Sicht, war bei Anju alles in Ordnung.

    Klar, der Umgang mit der Schleppleine muss geübt werden und ist nicht zu unterschätzen.

    Aber besser fänd ich sie schon, als Leinenknast an der 2m Leine und auch auf jeden Fall für die Umwelt besser, als ganz ohne Leine.


    Bei Leinen ist es außerdem ziemlich schnurz, ob man männlich, weiblich, stark oder schwach ist. Beim halten eines Hundes kommt es eher auf Technik an, als auf Stärke.

    Mein Ex wurde von meiner Hündin auch durch den Park geschleift, während Anju bei mir keinen Meter vor oder zurück kommt, wenn ich das nicht will.

    Bei ner Schleppleine haben im schlimmsten Fall M und W die Arschkarte.


    Ich würde für die Schleppleine auch Anti-Rutsch Handschuhe empfehlen. Grade bei Regen und je nach Material, können die sehr rutschig werden.

    Ich denke mal, Thor hat den Harz empfohlen, weil wir hier auch ziemlich viele einsame Ecken haben, wo sich weder Touris, noch Einheimische groß aufhalten.

    Ich war nur ein paar mal in Braunschweig und das hat für mich schon eher was von einer Großstadt. Keine Ahnung, ob es da auch einsame Ecken gibt.


    Allerdings würde ich Rose aktuell auch nicht von der Leine lassen. Egal wie einsam das Gebiet ist, Schleppleine gehört da definitiv dran.