Beiträge von Vriff

    Manchmal sitze ich 2h am Tag nur im Auto

    Ich lebe mitten im Pott und das ist hier ganz normal, leider. Es ist zwar alles da, aber Kreuz und Quer verstreut und selbst für kurze Wege ist man super lang unterwegs, wahlweise wegen Stau oder Baustelle.

    Persönlich fand ich da Land wesentlich angenehmer. Da knubbelten sich wenigstens Supermarkt, Tankstelle, Apotheke, usw. zusammen. Der tägliche Bedarf war ohne größere Umwege oder Planungen zu erreichen. Und wenn man doch mal weiter weg musste kam man zügig ans Ziel.

    Wenn man einen guten Stall hat, würde ich das vielleicht auch anders sehen. Aber das Glück hatte ich bei aller Sorgfalt bei der Auswahl noch nie.

    Aktuell ist es Gammelstroh, in einem Stall indem es jahrelang bestes Stroh in Futterqualität gab, dass es schon fast eine Schande war, das zum Einstreuen zu verwenden.

    Mit Kompromissen die man immer eingehen muss, zu kleiner Platz, keine Halle, blöder Fahrtweg, was auch immer, kann ich wunderbar leben. Habe ich mich für entschieden, ist so. Nirgends ist es perfekt.

    Aber sobald es gesundheitsgefährdend wird, wird es blöd. Und dann fällt halt auf, dass es ein Dienstleistungsverhältnis mit sehr unguter Machtverteilung ist. Natürlich kann man wechseln, aber wohin und erstmal ist man abhängig.

    Fremde da gebe ich mein Pferd nicht aus der HandxD außerdem Stute.

    Das ist ja mein ewiger innerer Konflikt. Hier bei mir lassen = schlechtere Haltung, aber eben ich kann ganz egoistisch täglich besuchen oder zu meiner Familie stellen = bessere Haltung, aber hunderte Kilometer weit weg.

    Ich war ja für umziehen, aber da macht der Mann nicht mit.

    Wenn man sie bei sich hat...

    Ich könnte hier und im fahrbaren Umkreis kein Fohlen guten Gewissens aufziehen (und auch Erwachsene nur mit Bauchgrummeln halten).

    Kenne ja Beides und ich muss sagen, für Pferde nicht am Haus bin ich nicht gemacht. Mein Pferd im Pensionsstall ist mir fremd geworden. Wo ich früher auf den ersten Blick gesehen habe, wie es ihr geht, muss ich heute mitunter das Personal fragen. Mir entgehen die ganzen kleinen Gewohnheiten, wann liegt sie am Liebsten, wer ist der Freund bei Unwohlsein, aber auch die innigen Momente des Alltags, mal eben über die Nase streicheln oder den Apfelbutzen aus dem Küchenfenster reichen ist nicht mehr.

    Und ja ich gebe ganz offen und ehrlich zu Pferdehaltung im Pensionsstall gibt mir Nichts. Ich verbringe mehr Zeit im Auto als bei meinem Pferd, ich muss auch für schlechte Leistung zahlen, ich muss Verantwortung abgeben, wo ich Entscheidungen gerne selbst treffen würde. Ist nicht meine Welt.

    Aber den Rentner verkaufen, um mir ein neues Reitpferd zu kaufen ist nicht meine Art. Sie kann da ja Nichts dafür. Aber mit einem Fohlen würde es mir nicht anders gehen, nur das ich da für die Hoffnung auf die guten Zeiten zahle und nicht als Dank dafür :ka:

    Ändert sich also das Verhalten nicht, war es keine Strafe. Punkt. Gilt genauso für Verstärkung. Ändert sich die Auftrittswahrscheinlichkeit eines Verhaltens nicht nicht, also wird es nicht häufiger gezeigt, war es keine Verstärkung

    Ja schon, aber....

    Ich weiß ja nur, dass meinem Hund etwas unangenehm ist, weil er sein Verhalten ändert.

    Um bei meinem Beispiel zu bleiben. Wenn ich meinen Hund "zur Beruhigung" in stressigen Situationen streichel fängt er an Abstand zu mir zu halten.

    Wenn man das jetzt aufdröselt, Strafe ich bei mir sein. Verhaltensänderung = wird in stressigen Situationen Abstand zu mir halten.

    Ich sehe da überhaupt keinen Widerspruch. Nur meine Intention war eine Andere und ich habe erstens unbewusst bestraft und zweitens das Falsche bestraft und drittens mein Ziel nicht erreicht, aber gestraft habe ich.

    Ganz beliebtes Beispiel, in stressigen Situationen fange ich unbeabsichtigt an am Hund rumzustreicheln, findet er doof, ist also ganz eindeutig eine positive Strafe. Hat nie den beruhigenden Effekt, den ich wollte und ich tue es trotzdem viel zu oft.

    Wenn der Hund nicht aufhört, rumzustressen, ist es ja aber keine Strafe, oder? Sondern einfach nur unangenehm.

    Da wird es für mich philosophisch. Ist Strafe nur Strafe, wenn sie erfolgreich ist?

    Dann sind nämlich ein Großteil der Leinenrucke, Brüller und Schläge auch keine Strafe, weil völlig wirkungslos.

    Vielleicht bin ich ein Tyrann, aber ich Strafe gefühlt den halben Tag lang, so vor mich hin und das größtenteils völlig unbewusst. Mir ist da nahezu jede gezielt, bewusst eingesetzte positive Strafe lieber.

    Ganz beliebtes Beispiel, in stressigen Situationen fange ich unbeabsichtigt an am Hund rumzustreicheln, findet er doof, ist also ganz eindeutig eine positive Strafe. Hat nie den beruhigenden Effekt, den ich wollte und ich tue es trotzdem viel zu oft.

    Alternativ nutze ich das sehr gerne beim Leine pöbeln, weil das die Strafe ist, die Keiner erkennt und mich nie jemand dafür kritisiert , bin ja total lieb zu meinem Hund :pfeif:

    Mein Hund hat übrigens nicht prinzipiell ein Problem damit von mir gestreichelt zu werden. Aber es gibt definitiv Situationen in denen es ihm lästig bis unangenehm ist.