Bei solchen Kandidaten schere ich einen Lüftungsstreifen unterhalb der "Regenrinne" und decke nicht ein. Man sieht ja, wenn sie nass sind, ab wo es nach unten tropft und das Pferd sonst noch trocken ist.
Es gibt die Theorie, dass man ab Wintersonnenwende nicht mehr scheren soll, weil ab da das Sommerfell schiebt, in das man nicht reinscheren mag.
Persönlich habe ich im Herbst geschoren, weil meine Plüschis da Probleme hatten und bis Winter war dann genug nachgewachsen, dass sie selbst an den geschorenen Stellen mehr Pelz hatten als andere Pferde. Und ja, auch im Frühjahr die Plüschreste ab, wer pumpend in der Sonne steht hat ein Problem.
Das ist aber alles individuell. Ich hatte auch schon Pferde bei denen wäre ich niemals auf die Idee gekommen die zu scheren, weil absolut funktionales Fell in allen Lebenslagen. Die haben auch geschwitzt, waren aber genauso schnell wieder trocken. Da lag Schnee auf dem Rücken, weil so gut isoliert. Und nach 2 Minuten Trab sah das Mammut plötzlich aus wie eine Gazelle. Ganz faszinierend.
Und dann gibt es das Punktepony. Ich habe mich ganz lange gegen den Deckenzirkus gewehrt. Aber wenn das Pferd ohne nicht klarkommt
und selbst als Spaziergehpferd ist nicht scheren grenzwertig, weil sie schwitzt und kurioserweise erst außen trocknet und auf der Haut schön feucht warm bleibt. Dabei hat sie eigentlich wenig Fell. Dafür weicht sie bei Regen durch und steht schlotternd in der Kälte. Als wir noch richtig was gemacht haben, habe ich da ohne Hemmungen alles ab. Bringt ihr ja eh nix.