In der Mensch-Hund-Beziehung bin ich definitiv der passive Teil. Der Kleine hat mich von Anfang an belagert. Der sorgt dafür, dass er beachtet wird - man kann ihn gar nicht nicht-beachten, weil er extrem aufdringlich ist. Ich möchte ja gar keinen distanzierten Hund, aber vielleicht sollte ich den Spieß mal umdrehen und anfangen, ihn zu belagern.
Wenn ich so wäre wie er, würde ich ihm bei jeder Gelegenheit die Hände ins Gesicht patschen und mich halb auf ihn drauflegen. Würde ihn wahrscheinlich nichtmal stören. 
Wie grenze ich mich ab? Ja, mit Türgittern, zur Not mit der Wasserpistole, wenn es mir zu bunt wird, mit Deckentraining und Körpersprache, damit er mir nicht immerzu in die Küche folgt, weil es da was abzustauben geben könnte. Wenn ich einfach irgendwo sitze, kommt er früher oder später an und klettert auf mir rum. Setzt sich auf den Schoß, Pfoten auf die Schultern wie ein kleines Kind, schlabbert an mir rum, frisst meine Haare und wenn es mir zuviel wird, packt er die Charme-Offensive aus. Da könnt ich mich immer totlachen, weil das so frech und gleichzeitig so niedlich ist. 