Hormondurcheinander oder dauerhafte Veränderung?

  • Hallo ihr Lieben,

    ich hätte da mal eine Frage bezüglich der Veränderungen, die sich nach der ersten Läufigkeit im Verhalten meiner jetzt 12 Monate alten Hündin zeigen. Zur Info: die Läufigkeit ist seit etwa einer Woche vorbei.

    Ein paar von euch wissen vielleicht schon, dass meine Hündin Jagdtrieb besitzt: Sichtjäger + sichtlaut. So zumindest konnte man es vor ihrer Läufigkeit ausdrücken. Mittlerweile ist sie zwar immer "nur" noch sichtlaut, allerdings fängt sie an auf Verdacht (das heißt bei ihr: Ich sehe nicht, was da sein könnte, ich renn einfach mal hin! Also ohne konkreten Hinweis auf Wild) in unübersichtliche Böschungen einzubrechen oder über Hügel zu rennen. Dadurch muss ich jetzt leider ihren Freilauf immer mehr eingrenzen und zwar nicht nur, wie bisher, auf reizarme Gebiete, sondern auf Gebiete, wo die Wahrscheinlichkeit beinahe bei Null liegt, Wild zu begegnen.
    Sie ist auch leider nur bedingt für den Dummy zu begeistern. Am Anfang des Spaziergangs meist schon, doch mit der Zeit lässt die Lust nach.

    Generell ist sie in ihren Interessen und Launen nach der Läufigkeit viel sprunghafter geworden.

    Auch hat sich geändert, dass sie im Haus viel ruhiger und richtig verschmust geworden ist. Normalerweise musste ich immer zu ihr hin gehen und sie kraulen. Das fand sie dann zwar auch toll, aber selbst hatte sie es bei mir selten bis nie eingefordert. Jetzt schmiegt sie sich an mich und drängt mich quasi dazu sie zu streicheln. Auch meine Nähe sucht sie viel mehr und liegt ganz oft auf der Couch an meiner Seite. Das Verhalten hat sie so vor der Läufigkeit auch nicht gezeigt.

    Was ich nun konkret wissen möchte ist, sind diese Veränderungen nur hormonell bedingt und somit vergänglich oder wird mein Hundi draußen immer "schwieriger" und innen immer ruhiger?

    Dankeschön! :)

  • Hallo Khadijah,

    zum Thema Jagdtrieb kann ich dir leider nicht so hilfreich mit Tipps aushelfen, aber ich denke, da muss jetzt gezielt dran gearbeitet werden. In welcher Form oder in welche Bahnen man eventuell diesen Trieb lenken kann, eventuell mit Fährtenarbeit oder ähnlichem, dazu können dir sicherlich Jadghunderfahrenere User hier eher Tipps geben.

    Was die leichten Veränderungen während und nach der ersten Läufigkeit jedoch betrifft, kann ich aus eigener ERfahrung schöpfen. Das ist völlig normal, dein Mädel wird langsam erwachsen und der Charakter festigt sich und zeigt eben die Fascetten.

    Auch das sie sich jetzt mehr an dich kuschelt, Zuwendung einfordert und ruhiger wird zu Hause, alles normal und zeigt mir auch, dass die Bindung zwischen dir und deiner Kleinen eng geknüpft ist.

    Im Grunde kann man sagen, vom Kindskopf zur Lady mit Charakter ;)

    Mit der zweiten Läufigkeit wird die Sache auch noch einen Ticken gelassen (in den meisten Fällen)

    Ich hoffe ich konnte ein bissel helfen und das sich hier noch ein paar Leute finden, die dir eher Tips mit der Jagdgeschichte geben können.

    Liebe Grüsse
    Pandora

  • Hallo,

    Zitat

    Hallo Khadijah,

    zum Thema Jagdtrieb kann ich dir leider nicht so hilfreich mit Tipps aushelfen, aber ich denke, da muss jetzt gezielt dran gearbeitet werden. In welcher Form oder in welche Bahnen man eventuell diesen Trieb lenken kann, eventuell mit Fährtenarbeit oder ähnlichem, dazu können dir sicherlich Jadghunderfahrenere User hier eher Tipps geben.

    Jahahaaaa, neiheiheeeeein :( , ich weiß ja eigentlich wie das geht!
    Ich hab mir wegen dem Jagdtrieb ja extra das Buch "Antijagdtraining" gekauft und auch interessiert gelesen. Da stehen viele sehr gute Tipps drin... für die ich einfach nicht die Nerven aufbringe, sie konsequent durchzuziehen. Ein nicht unwesentliches Problem hier ist, dass ich Schleppleinen hasse! Habe schon drei Arten ausprobiert: die eine ist zu breit (Gurtband), die andere zu schwer und unhandlich (Kunststoffschlauch) und die dritte saugt sich zu sehr voll und verheddert sich überall (einfache Schlepp vom Fr***napf).
    Deswegen bin ich im Moment dabei dasselbe mit der Flexi auszuprobieren (befestige das Plastikteil am Gürtel). Problematisch hierbei ist allerdings, dass Inga die Flexi eher als Leine ansieht, als die Schleppleine. Das heißt, sie macht an der Flexi noch nicht mal anstalten hinter einem Reh herzurennen, da sie genau weiß, dass sie fest ist.
    Ist hier dann überhaupt noch ein Trainingseffekt vorhanden?

    Ach, Dilemma! :kopfwand: Ich fürchte aber, da kann nur ich mir selber raushelfen...


    Zitat

    Was die leichten Veränderungen während und nach der ersten Läufigkeit jedoch betrifft, kann ich aus eigener ERfahrung schöpfen. Das ist völlig normal, dein Mädel wird langsam erwachsen und der Charakter festigt sich und zeigt eben die Fascetten.

    Auch das sie sich jetzt mehr an dich kuschelt, Zuwendung einfordert und ruhiger wird zu Hause, alles normal und zeigt mir auch, dass die Bindung zwischen dir und deiner Kleinen eng geknüpft ist.

    Im Grunde kann man sagen, vom Kindskopf zur Lady mit Charakter ; )

    Oh ja, was du nicht sagst! Kann einem ganz schön auf'n Nerv gehen, die junge Dame!
    Aber dafür ist sie gaaaaanz toll und schmusig und schlau und lieb und witzig... :herzen2:
    Ich mag sie sehr... die riesen Herausforderung! :roll: *lach*


    Zitat

    Mit der zweiten Läufigkeit wird die Sache auch noch einen Ticken gelassen (in den meisten Fällen)

    Ich hoffe ich konnte ein bissel helfen und das sich hier noch ein paar Leute finden, die dir eher Tips mit der Jagdgeschichte geben können.

    Liebe Grüsse
    Pandora

    Ja, danke! Jetzt weiß ich, dass meine "Kleine" letztendlich nur erwachsen wird und ich kann nur hoffen, dass ich entweder diesen Raubtier-Trieb in den Griff kriege oder mich damit abfinden kann, dass ich's eben nicht ändern kann (ich wär mittlerweile mit beidem zufrieden).

    Die schmusigen Vertrauensbeweise von ihr, finde ich jedenfalls gut! :D

  • Hallo Katja,

    leider kann ich dir wegen Schleppleinentraining gar keinen echten Rat geben. Bis auf meine damalige Huskydame, hab ich bisher Hunde gehabt, die von Welpenalter an die Abrufbarkeit ohne Leine recht fix gelernt haben.

    Mein Huskymädel hatten auch einen gewissen Grad an Jagdtrieb (wenn man das so nennen will) ohne Leine war erst ganz zum Schluss, als sie krank wurde möglich. Ansonste ist die Madame gern mal von der einen auf die andere Sekunde auf die Jück gegangen. :D Rannte halt denen hinterher, die schneller waren als sie oder sich komisch bewegt haben. Sie besaß einen unglaublichen Spieltrieb und hat es auch schon geschafft, vier Martinsgänse meines Nachbarn "totzuspielen" ( sie hat sie nicht gebissen sondern wirklich tot gespielt, zB mit den Vorderpfoten auf den Rücken gesprungen)

    Schleppleine hab ich bei ihr sehr geduldig Jahrelang versucht, aber sobald ich dann dachte, jetzt hat sie begriffen ... begriffen hat sie schon, die ersten 5 Minuten klappte dann auch alles, aber dann? ... ein Blick der mir sagen könnte, Na warte ... und wech war sie ... *soifz* Ich hab sie nicht umsonst, Albert Einsteins Katze im Hundepelz genannt. Es gab auch Zeiten, da hab ich die Schlepp, Schlepp sein lassen und eine Weile es einfach hingenommen ... Einerseits ist es natürlich dann wiederum schade, weil man die Fellnase nicht auch mal rennen lassen kann (bei uns ging das nur auf unserem großen Eingezäunten Gartengrundstück) also hab ich immer wieder mit der Schlepp gearbeitet ...

    Anfangs fand ich das Ding auch arg unhandlich, aber mit der Zeit bekommt man den Dreh wirklich raus... da kann ich dir ehrlich nur sagen dran bleiben. (egal wie schwer das ist)

    Hier gibts sehr viele User, die mit Schlepp arbeiten und damit auch recht Erfolgreich sind ... Poste doch mal einen Thread und frag nach Erfahrungen und erklär mal genau deine Probleme mit dem Schleppleinentraining ... ich kann mir gut vorstellen, hier werden dir einige Tricks und Kniffe mitgegeben ... ;)

    Liebe Grüsse
    Pandora

  • Huhu Katja,

    ich habe ja auch so eine Jagdgranate und bei Nellie ist es nach ihrer ersten Läufigkeit (mit 14 Monaten) so richtig schlimm geworden. Sie hat zwar immer schon auch gestöbert, also aktiv nach Spuren gesucht, aber mittlerweile (sie ist jetzt 19 Monate alt) hat sie überhaupt nichts anderes mehr im Sinn. Draußen ist sie für kein Spiel oder Leckerchen zu begeistern, wenn eine Wildfährte in der Nähe ist, in reizarmen Gebieten zieht zumindest noch Fleischwurst etc., aber oft habe ich das Gefühl, sie nimmt das Leckerchen mir zuliebe, um sich möglichst schnell wieder ihren Spuren widmen zu können - auch nicht ganz Sinn der Sache. :^^:
    Dummies interessieren sie auch nur zu Hause und eventuell noch im Garten, ebenso Quietschetiere, Reizangel, etc. Ich habe echt die ganze Ausrüstung hier, aber sobald ich das Hoftor öffne, ist sie in ihrer Jagdwelt und da dringe ich mit solchem "Welpenkram" (scheint sie zu denken) nicht mehr durch.

    ZU deiner anderen Frage: Nellie ist ein absoluter Wirbelwind und nach ihrer ersten Läufigkeit ist sie zunächst auch total ruhig geworden (also für ihre Verhältnisse ;)), aber leider hat dieser ZUstand nur für die Zeit ihrer Scheinschwangerschaft angehalten (so etwa 2-3 MOnate), danach gab's quasi den Reset und sie ist ungestümer und wilder als vorher. Also verlaß dich nicht drauf, daß es bleibt und sei auf Schlimmeres gefaßt. :D

    Ich hasse die Schleppleine ebenfalls und hatte auch Phasen, wo ich sie einfach am Haken hängen ließ. Richtiges Schleppleinentraining nach dem AJT-Buch mache ich auch eher nicht. Mit zwei jagenden Hunden ist das fast unmöglich, und zudem ist Nellie am Geschirr bis heute nicht leinenführig, so daß sie dauernd an der Schleppleine zerrt. Also lasse ich sie oft einfach schleppen oder mache sie ganz ab, obwohl wir eigentlich noch nicht so weit sind. Naja, ich wurschtle mich halt so durch und meist klappt es ganz gut.
    Wohnst du in dem Salzböden bei der Schmelz? Da ist natürlich auch ganz schön viel Wild unterwegs (auch am Waldrand). Hier in Bellnhausen direkt an der Lahn geht es eigentlich (wenn man nicht gerade frühmorgens oder in der Abenddämmerung loszieht), so daß ich meine beiden Jagdmäuse auch durchaus mal rennen lassen kann - im Moment aber eh nicht, weil sich Nellie mal wieder verletzt hat.

    Wenn du Bock hast, können wir ja auch mal gemeinsam losziehen und uns antijagdtrainingsmäßig motivieren oder leidvolle Erfahrungen austauschen. ;)

    Liebe Grüße,
    Anja (von der anderen Seite des Waldes)

  • Hallo Anja,

    Zitat

    Wohnst du in dem Salzböden bei der Schmelz? Da ist natürlich auch ganz schön viel Wild unterwegs (auch am Waldrand).

    Hehe, witzig, jemand von hier! :D

    Ja, wohne ich. :) Und ich kann dir sagen, dass Wild hier ist überall. Ich weiß nicht, ob du dich hier ein bisschen auskennst, aber zwischen Feld und Wald kommt erstmal die Salzböde (Bach), dann kommen noch ein paar Weidewiesen worauf man danach sofort schon im Dorf ist. Diese :zensur: *grrrrr*- Rehe springen sogar auf diesen Weidewiesen herum. Die gehen dann einfach durchs Wasser.

    Oben im Fronhäuser Wald gehe ich schon gar nicht mehr spazieren, weil ich sie da eh nur an der Leine haben müsste.

    Unten an der Salzböde bin ich mittlerweile schon so weit, dass ich zwar auch hier Aussschau nach Wild halte, aber Inga nicht nur auf Verdacht anleine. Da hat das blöde Reh einfach Pech gehabt, wenn es aus einem Garten unverhofft rausspringt! Die Wilddichte hier ist unglaublich! :hilfe:

    Naja, mit Flexi passt's im Moment eigentlich. Ist jedenfalls die beste Lösung für mich momentan...

    Zitat

    Hier in Bellnhausen direkt an der Lahn geht es eigentlich (wenn man nicht gerade frühmorgens oder in der Abenddämmerung loszieht), so daß ich meine beiden Jagdmäuse auch durchaus mal rennen lassen kann - im Moment aber eh nicht, weil sich Nellie mal wieder verletzt hat.

    Wenn du Bock hast, können wir ja auch mal gemeinsam losziehen und uns antijagdtrainingsmäßig motivieren oder leidvolle Erfahrungen austauschen. ; )

    Liebe Grüße,
    Anja (von der anderen Seite des Waldes)

    Ja klar, können wir gerne mal machen!
    Dann müssen wir unsere Raubtiere allerdings wirklich in einer sehr wildarmen Gegend laufen lassen, ansonsten gibt's womöglich noch einen Rudeljagderfolg! :schockiert:

  • Hallo Katja,

    Zitat

    Ich weiß nicht, ob du dich hier ein bisschen auskennst, aber zwischen Feld und Wald kommt erstmal die Salzböde (Bach), dann kommen noch ein paar Weidewiesen worauf man danach sofort schon im Dorf ist. Diese :zensur: *grrrrr*- Rehe springen sogar auf diesen Weidewiesen herum. Die gehen dann einfach durchs Wasser.

    Jup, habe ich erlebt. Vor ein paar Wochen sind wir vom Fronhäuser Wald runter durch Salzböden und am Waldrand bis zur Schmelzmühle gelaufen, und obwohl es Wochenende war und echt viel los, standen auf so'ner Weidewiese ein paar Rehe herum. Ich dachte, ich seh nicht richtig - zum Glück waren meine Hunde anderweitig beschäftigt (nee, nicht im Wald beim Jagen ;)) und der Wind stand günstig, so daß ich Nellie noch anleinen konnte - und auch besser angeleint ließ.

    Zitat

    Ja klar, können wir gerne mal machen!
    Dann müssen wir unsere Raubtiere allerdings wirklich in einer sehr wildarmen Gegend laufen lassen, ansonsten gibt's womöglich noch einen Rudeljagderfolg! :schockiert:

    Urks, nee bitte nicht, davon hatten wir schon mehr als genug!! :schockiert: Da ich ja leider zwei jagende Hunde habe und mir das anfangs noch nicht klar war, zudem Schleppleinen auch reißen können, konnte ich mir live ein Bild davon machen, wie schnell und gut Hunde voneinander lernen können. :/ Von daher gibt's gemeinsamen Freilauf sowieso fast nie. Da Nellie derzeit aufgrund von Verletzungspech Leinenzwang verordnet bekam, hat Kira momentan das große Los gezogen und darf öfters sausen als üblich.

    Aber okay, wenn Nellie wieder fit ist (und bevor sie sich das nächste Mal verletzt *seufz*), können wir ja mal was ausmachen!

    Liebe Grüße,
    Anja


    EDIT: Habe gerade Inga mit deiner Schwester getroffen. Witzig, ich habe euren Hund gleich vom Avatar-Bild erkannt. Das ist ja 'ne Süße! Sie ist mit Nellie gleich über ein paar Felder gepest (und die beiden haben glücklicherweise kein Wild aufgescheucht!)

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